China
307
@fwngbai entfernt liegen. Die jährliche Seiden-Aoduktion Chinas wird auf ca. 200 bis 250,000«allen oder 20 bis 2b Millionen Pfund geschätzt;One Schätzung, die allerdings höchst oberflächlich tTt.« ft 6 aber dieSeidenerzeugung im chinesischen Reiche«ne ungeheure fein muß, beweist nicht nur der sehrs deutende einheimische Berbrauch in diesem Artikel,Andern auch der Umstand, daß trotz der außeror-Mlichen Zunahme des Exports, die Preise der?Ode jetzt durchschnittlich niedriger sind, als zu der3e>t, wo blos ein Viertel der gegenwärtigen Quau-Otat nach England und Frankreich ausgeführt wurde.Machst der Seide ist es der Thee (Tschä), welcher denHgndel mit China zu solcher Bedeutung erhebt,«te Theekultnr daselbst erstreckt sich im Norden bis^aiigtschao-su in der Provinz Schan-tung, südlichOb Canton und Kuang-st und östlich bis in die Pro-Ouz Uun-nan. Um sich eine Vorstellung von dersivgeheuren Menge Thee zu machen, welche jährlichn China erzeugt wird, genügt wohl die Bemerkung,°aß nach Abzug der im Lande selbst cousumirten sehr^deutenden Quantität, jährlich noch gegen bO Milli-Nen Pfunde ausgeführt werden. Andere wichtigeZeugnisse sind: Zucker, Rhabarber, Ginseng,^assia, Moschus, Perlen, Kupfer, Quecksilber, Pack-Borax, Alaun; das Bambusrohr findet diezahlreichste Anwendung zu Geräthschasten aller Art,N. Bau von Häusern, Umzäunungen, Brücken,schissen rc. Das Land erzeugt Weizen und Gerste,jaft alle europäischen Obstarten, Hülsen - und Süd-lluchte, Oelpflanzen, Seifen-, Talg - und Wachs-baume, Eichen, Cedern und andere Nutzhölzer,sialmen, Rosenholz, viele Harze und Gummiarten,Welche zur Bereitung der vortrefflichen chinesischenFirnisse gebraucht werden, Indigo. Taback, verschie-dene Arzneipflanzen rc. Im Gebirge leben Tiger,Leoparden, Luchse, Affen, hin und wieder Bären,Wolfe, wilde Ziegen, Schafe und Gemsen, Moschus-und Murmelthiere, Zwerghirsche, grunzende Büffel,keruer Kormorans, Gold- und Silbersasauen,Miauen, Kasuare, Paradiesvögel, Salanganen u.xs. a. Die Gewässer liefern unzählige Arien vonNahen, auch Gold- und Silberfische; es giebtschlangen, schöne Schmetterlinge, Seidenraupen rc.
.Mineralien finden sich Gold, Silber, Eisen,Kupier, Zinn, Quecksilber, Blei, Porzellanerde,Mmor, Zinnober, Lasurstein, mehrere Edelsteine,L'Onkohleu, Salz und die schon oben erwähntend °°ukte. — Die Industrie steht, wie die Bildungtz.^olks, besonders in manchen Zweigen, auf einerst'^ltnißmäßig hohen Stufe, ist aber seit mehrereng ?ssdunderten ohne den geringsten Fortschritt stehensTO'eben. Zwar stehen die Wissenschaften in Ansehenh, Zahlreiche Schulen verbreiten Kenntnisse unter. Bvtte; aber der Aberglaube, der Despotismus,O knechtisch - demüthige und dabei hochmüthige und^"gebildete Charakter der Bevölkerung, sowie dasl? 1 ' festhalten am alten Herkommen und die all-? ntetne Verachtung alles Ausländischen, wenn auchA Vorzüge in die Augen springen, legen demIssOchwunge der Geister die schwersten Fesseln an.
^hinesen haben manche wichtige Erfindungen,sck • Schießpulvers, des Buchdrucks mit ge-g?I"kjenen Holztaselu, des Compasses, viel früher« d,e Europäer gemacht, aber ihre Feuergewehrejämmerlichsten Zustande; sie drucken ihrec^.Aer noch immer nicht mit Typen und ihre See-sind so plump und unzweckmäßig als möglich;gleich sjx sxtzx geschickte Schiffer und Lootsen sind
China
und mit ihren Schiffen weite Reisen nach den Inselnund selbst nach dem festen Lande Ostindiens unter-nehmen. Indessen hat China seine llnveränderlich-keit eigentlich schon ausgegeben, weil es sich anstrengt,sich gegen den Einfluß, den Europa und namentlichEngland und Frankreich aus dasselbe ausübt, zuwehren. — Die Hauptbeschäftigung der Einwohnerist der Ackerbau, der mit einer unglaublichen Emsig-keit betrieben wird; Felsenflächen werden mit Erdebedeckt, Abhänge durch Mauern in Terrassen ver-wandelt und sobald am User eines Flusses oder desMeeres ein Paar Quadratfuß fester Boden ange-schwemmt sind, werden sie unverzüglich durch Flecht-werk oder Dämme vor den Wellen geschützt und mitReis bepflanzt; selbst die Flöße aus den Gewässernwerden in Gartenbeete umgeschaffen. Die Bearbei-tung der Felder geschieht durch Büffel, besondersaber werden die Landleute durch ihre Frauen dabeiunterstützt, welche außerordentlich fleißig sind unddie beschwerlichsten Arbeiten übernehmen. Dem-ohngeachtet aber verhungern noch Tausende vonMenschen in Folge von Dürre und Ueberschwem-mungen, noch mehr aber durch die unverantwortlichschlechte Verwaltung, durch die Habsucht aller Be-amten und durch die Verkäuflichkeit der Aemter wieder Gerechtigkeit. Neben dem Ackerbau sind derSeidenbau und die Fischerei von Wichtigkeit, wenigerder Bergbau. Die Fabrikiudustrie ist bedeutendund liefert vortreffliche und verhältnißmäßig wohlfeileGewebe in Seide, Baumwolle und Wolle, viele ge-stickte und mit Gold und Silber durchwirkte Stoffe,Tusche, Reispapier, Moskitotabak, ausgezeichneteArbeiten in Metall, Holz, Elfenbein, Schildpattund dgl., die zum Theil die europäischen übertreffen,vortreffliche lackirte und gemalte Artikel und das bestePorzellan. Nur der Geschmack, in dem die meistenGegenstände gearbeitet sind, entspricht wenigstensden europäischen Begriffen nicht, findet aber ebenwegen seiner Seltsamkeit Liebhaberund die Chino-iserieu, bestehend in allerhand Geräthschasten undGesäßen, geschnitzten, gedrechselten, gemalten undlackirten Gegenständen, sind in der neueren Zeit,besonders in England und Frankreich, beliebteLuxusartikel geworden. — Der auswärtige HandelChinas durste früher nur von 4 Punkten aus be-trieben werden, nämlich zu Lande vonMaimad-s ch i n, Kiächta gegenüber, mit Rußland, zur See vonTschapu aus mit Japan, und von Canton,sowie von dem den Portugiesen unter chinesischerHoheit gehörenden Maeao aus mit den übrigenseefahrenden Staaten. Durch den am 19. Aug. 1842zu Nanking abgeschlossenen Frieden zwischen Chinaund England wurden jedoch die den auswärtigenHandel beschränkenden Fesseln zum Theil gelöst;außer Canton wurden auch die 4 Hasen Amoy,Futscheusu, Ningpo und Shaughai allenfremden Nationen geöffnet und die Insel Hong-kong aus ewige Zeiten au Großbritannien abge-treten ; auch wurde das Privilegium der Hougkaus-leute in Canton aufgehoben und jedem Ausländererlaubt, mit jedem Chinesen Handel zu treiben. Einim folgenden Jahre geschlossener Ergäuzungsvertraggewährte den fremden Kaufleuten das Recht, in den5 Häsen Grundstücke zu pachten, um Häuser darauszu bauen, setzte jedoch auch fest, daß kein Ausländerüber eine gewisse Grenze landeinwärts gehen dürfe.Von den 5 Hasen haben die englischen Kaufleuteaußer Canton besonders Shan ghai in der Pro-vinz Kiangsu als Niederlassuugsort gewählt, weil