China
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17) Honan, mit 23 Mill. Einw., der Gartenvon China genannt, darin: Hauptstadt Kaifonsuan einem Arme des Hoangho, soll sonst sehr großgewesen sein, hat eine jüdische Colonie und jüdischenTempel. Honanfu, früher Tongking und Resi-denz, angeblich Mittelpunkt Chinas. Anilin amJüho und Si, sehr reiche Stadt. Tschangte,Handel mit Wermuth und Fischen.
18) Die Insel Formosa oderTaywan, 1062Q Meilen, mit großen Hasen und heißem Klima,sehr fruchtbar und reich an Produkten, besondersZucker und Kampher, außerdem Getreide, Obst,Südfrüchte, Palmen, Tabak, Gewürze, Affen,Fische rc. Sie ist durch die Straße Taiwan vonder Provinz Fokien getrennt. Hauptstadt Tai-wansu, 50,000 Einw., mit schönen breiten, mitBuden besetzten Straßen, Hafen und Handel.
Westlich von Formosa liegen diePescadores-in sein, meist wüst, nur einige sind bewohnt, dar-unter Pongu, die größte, mit gutem Hafen; siehaben viel Schildkröten und Fische. Die Lutschu-oder Loochooinseln, auch der Likeio- oderLieuchienarchipel genannt, 36 nordöstlich vonFormosa gelegene Inseln, 436 O Meilen mit angeb-lich 500,000 Einw. Sie sollen zum Theil unterjapanesischer Herrschaft stehen, sind nicht sämmtlichangebaut, gebirgig und vulkanisch, aber sehr srucht-bar und mit gesundem, angenehmen Klima. Sieerzeugen Weizen, Reis, Südfrüchte, Gemüse, Thee,Zuckerrohr, Gewürze, Tabak, Hans, Bambus,Schwefel, Kupfer, Zink, Salz. Auf der größtenInsel, Likeio oder Talikeio (Großlikeio, nachfranz. Angabe Groß-Ukinia) ist die HauptstadtSchui im Innern, und die Seestadt Nafa an derWestküste. Andere Inseln heißen: Montgom-mery, Harbour-Island, Sulphur-Jsland,Amsterdam, Komisang. Der südwestliche Theildes Archipels wird die Madschikosimainselngenannt.
Geldverhältnisse. Die chinesischen Münzen sindebenso wie die Gewichte nach einem reinen Decimal-system eingetheilt. Die Einheit der ersteren ist derTael oder Lieng (Silberunze), welcher 10 Mace(Mehß) ä 10 Candareen (Candarihns oder Fan) a10 Cash (Käsch) oder Li hat und als Gewichts-Basis bei Auszahlungen in Geld oder edlen Me-tallen dient, also nur ein imaginäres , nominellesGeld ist. Chinesische Münzen von Gold und Silbergibt es nichts ihre Stelle vertreten diese beiden Me-talle in ihrer natürlichen Gestalt und zwar nament-lich Silber; außerdem coursiren als Zahlungsmitteldie von fremden Plätzen zugesührten spanischen undmexikanischen Dollars in allen dem Verkehr geöff-neten Häfen. Die einzige chinesische Münze sindsogenannte Knpfer-Cash, wovon 1000 — 1 Taelsind. Sie sind nicht geprägt, sondern aus einerComposition von Kupfer und Tutinagus gegossen,und haben ein Loch in der Mitte, um sie vermittelsteines kleinen dadurch gezogenen Strickes besserlransportiren zu könueu. Diese Copper-Cash sindin großen Massen vorhanden, es werden ansehnlicheQuantitäten ost davon aufgekauft, um theils fürReisladungeu remittirt zu werden, theils um alsHandelsartikel in den Markt zu kommen. InChina selbst dienen sie hauptsächlich nur als Scheide-münze unter dem Volke, während alle kaufmänni-schen und anderen Zahlungen in den verschiedenenHasen theils in Silberbarren (von 1 / 2 bis 100 Sil-berunzen), theils in Dollars gemacht werden. Der
China
Werth von Gold und Silber wird natürlich »achdem Feingehalte berechnet, für welchen Zweck man100 Theile, Toques (Touches) genannt, annimmt.Ist z. B. Gold 04 Touches, so sind 6 Theile leglltund der Rest feines Metall. Die Dollars werdenauch gewogen und nicht nach dem Stück bezahlt.Alan wendet beim Abwägen derselben nach Taelseinen Cours von 717 oder 720 Taels = 1000 $an, oder mehr oder weniger, je nachdein der Coursschwankt. Jeden Dollar, welchen ein Chinese aus-gibt, stempelt er; dadurch nimmt sein Gewichtschneller ab, bis derselbe in Stücke zerbricht, alsdannwird er zu Sissi (sycee) eingeschmvlzen. Dieses,nach Si-spi, d.i. seine Floretseide benannt, in Stückezerschnitten, wird von den Chinesen statt des Geldesverwendet und ist von verschiedener Reinheit, jenach dem Zwecke, für welchen es bestimmt ist. DjeBarren oder Shoes (Schuhe) haben gewöhnlich dieForm eines abgestumpften Kegels; die meisten sindangeblich von ganz feinem Silber, welches Sycee-sil b er genannt wird, das aber im Durchschnitt nurzu 94 Hunderttheilen oder 15 Loth 0, 7? Gran feinangenommen werden kann; außerdem gibt es jedochauch Barren bis zu 80 Hunderttheilen Feingehaltherab. Zuweilen sind Stückchen Blei, Eisen unddgl.'in dieselben mit eingeschmolzen, daher bei derenAnnahme große Vorsicht nöthig ist. Das Gewichider chinesischen Silberuuze ist 579, 84 englische Troh-grän — 37, 58 3 Grammen. Der Werth des Taelwird immer nach dem spanischen Piaster oder Dollarbestimmt und man rechnet in der Regel 72 Tael =100 Piaster, so daß 1 Tael 1 Dell. 38*/,, Centswerth ist. Nach diesem Verhältniß des Tael zu deMPiaster gehen von ersterem 14,8» Stück auf das Zoll-psund jsein Silber, wofür man ani besten 15 Stückannimmt; der Werth des Taels in Syceesilber istdaher:
2 Thaler im 30 Thalerfuß,
3 Fl. 30 Kr. im 52>/s Guldenfuß,
3 Fl. im 45 Guldenfuß,
7 Fr. 50 Cent. in französischer Währung,
3 Fl. 57 1 /, Cents in nieder!. Währung/
5 Schill. li,, Pence Stert, in England.
In den Büchern der ostindischen Couipaqnie erscheintder Tael — 6 Schill. 8 Pence.
Papiergeld rc. China hat schon vor sehr lan-ger Zeit (angeblich schon seit 807 n. Chr.) Papier-geld gehabt, welches aber früher zu großer Verwir-rung geführt hatte, weshalb es von den Kaisern derjetzigen Dynastie abgeschafft wurde. Vor einigenJahren wurde dasselbe wieder ins Leben gerufen, eSist aber ganz kreditlos geworden. — Man trassirt inChina vorzugsweise auf London und Liverpool6 Monat Sicht.
Banken. Im Jahre 1849 existirten in Chinanur zwei Banken, nämlich: 1) Die Oriental-Bamund 2» die Commercial Bank of Jndia, ganz hin-reichend für die damaligen Bedürfnisse des Geschäfts.Mit der Ausdehnung des Handels stellte sich amdie Nothwendigkeit ausgedehnterer Bankinstitutein. Es folgten: 3) die Mercantile Bank of JnhiaLondon and China, 4) die Agra United ServiceBank, 5) die Bank of Jndia, Äustralia and Chi»?-und 6) das Comptoir d'Escompte de Paris. ®J CBasis des Bankwesens in China ist die, daß duftBanken ihre eigenen Tratten auf Londoner Bankenzu einem besseren Course in China verkaufen kön-nen , als wozu sie die besten Wechsel von etablirtenHäusern in China auf London gezogen, kaufen.