China
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Chinarinde
.Handelsgebräuche. Güter werden nach spa-nischen Dollars gekauft und verkauft, nur Thee undrohe Baumwolle nach Taels. Die Verkäufe ge-schehen in China fast durchgängig nach dem Gewicht,selbst Flüssigkeiten und Vieh; Opium wird nach derKiste, deren Nettogewicht verschieden ist, verkauft;durchschnittlich enthält die Kiste 1 Pikol. ChinesischeProdukte werden überall entweder per comptantgekauft, oder im Tausche gegen Importartikel. InDanton und Hongkong erfolgen die Verkäufe allerEinfuhrwaaren auf 2 Monate Zeit oder gegen Baar-)»hlung mit 2% Abzug.
Maße und Gewich tc. Die Chinesen haben imganzen 24 Gewichte und Maße, aber nur 6 davonfind allgemein im Gebrauch, nämlich:der Tael — l l /s Unze avoirdupoisder Ketti = iy 3 Psd. „
der Pikol----133-/3 Pfd. „
Längenmaße. 10 Fan oder Theile machen1 Tsun oder Pant, 10 Tsun oder Pants machen1 Tschsh oder Covid = 14 5 / B Zoll; 10 Tschihs odermachen 1 Bin oder Tschang — ca. 4 Aards.Der gewöhnliche Covid von Canton faßt etwa 14 5 /setl 9l Zoll; der der See- und Handelsleute = 13Vs
t en 9l. Zoll. — Flächenmaße. Die jetzt geltendenlachen-- oder Landmaße sind folgende: 5 Tschil oderovids machen 1 Pu oder Kung, 240 Pu oderKung machen 1 Mau oder Acre, 100 Mau oderAcres machen 1 King. — Flüssigkeitsmaße.6 Sich --1 Kwei, 10 Kwei = 1 Tschau, 10 Tschau!= 1 Tsuy, 10 Tsuy = 1 Tscho, 10 Tscho — 1 Ho,10 §0 = 1 Sching, 10 Sching — 1 Tau, 5 Tau*= 1 Hwo, 2 Hwo — 1 Schih. Die gewöhnlichenMaße sind: 2 Uo — 1 Ho, 10 Ho — 1 Sching oderPinte, 10 Sching — 1 Tau, 10 Tau — 1 Hwo.Diese Maße werden fast ausschließlich für Getreideangewendet, nur beim Reis bedient man sich meistdes Ketti- und Molgewichts.— HandelsgewichtIst der Pikol oder Pecul ä 100 Kettis ä 16 Taels.Das Ketti wiegt 1% engl. Pfd. adp. oder 604, 53stammen und 1 Pikol ä 100 Ketti (Catch) 60, 453daher = 120,«c deutsche Zollpfund, 107 ,„49Armier Psund.
. .^hina nennt man in England im Allgeuieinenkeine Sieingutwaaren.
2 Chinachvkolade ist eine Chokolade mit einemAnsatz von gepulverter Chinarinde, z. B. aus 6 Un-* en Cacao, 5 Unzen Chinapulver, 8 Unzen Zuckerund 1 Drachme schwarzen Perubalsam bereitet.
Csiinaextract wird von den Apothekern entwederM Wasser oder mit Weingeist bereitet, lllxtraotum, binae aquosum und spirituosum, der erstere enthält"tu meisten wirksamen Stoff der Chinarinde. Wennir blos durch langes Zusammenrühren und Schüttelndes gröblichen ißulvers mit kaltem Wasser und Ab-dampfen bis zur Honigconsistenz bereitet ist, heißt er. ^ 6 b. frigide paratum oder Garayatum Es kommt?ddoch auch Chuiacxtract aus Südamerika, welcherdort wahrscheinlich aus frischer Rinde bereitet wird""d besonders in England sehr geachtet ist..Chinagras, Ma oder Tschuma nennt mans l^en Spinnstoff, der in China aus den Stengeln derIchneew eigen ch inesischenNessel, UrticaniveaOsiümeria nivea, und 13. Puya bereitet wird./Ad Pflanze ist perenuirend, 3 Fuß hoch, hat ovale, ^, 6 Zoll lange, 4—5 Zoll breite, unten grüneyschneeweiße, roth geäderte Blätter. Aus den jDengeln gewinnt man sehr feine, lange, seidenartige,!uoer etwas steife Fäden, aus denen in China feine j
weiße, leinwandartige Zeuge verfertigt werden, dieeinen fast seidenartigen Glanz haben und dortHiapu, in Macao Linzo oder Graßcloth,Grastuch genannt werden. Nach Europa kommensie auch unter dem Namen Aredas oder Aridas.Sie kommen von Canton entweder in ganzen Stückenoder in Tüchern, stets ungemustert, theils gebleicht,theils ungebleicht, kommen aber verhältnißmäßigtheuer zu stehen und sind, wenn auch schöner, glän-zender und glatter, aber doch nicht so haltbar alsLeinwand. In China zieht man sie der feinsteneuropäischen Leinwand vor. Die Fasern sind übrigensdreierlei: grob, mittelfein oder fein; die ersterenbilden die äußere, die letzteren die innerste Schicht derStengel. Sie sind nach der Bearbeitung schneeweißund haben einen vollständigen Seidenglanz; durcheine besondere Bearbeitung lassen sie sich in einen derfeinsten Schafwolle ähnlichen Faserstoff verwandeln,der zu seinen Shawls und Kleiderstoffen verarbeitetwerden kann, die sich aber von den wollenen Stoffendieser Art durch den Seidenglanz auszeichnen. Nochbesser eignet er sich zu gemischten Zeugen mit Wolleoder Seide. Die Stoffe daraus lassen sich, ohnevon ihrer Güte zu verlieren, viel leichter waschen, alsseidene. (S. auch Nessel.) Die Pflanze hat bereitsdie Aufmerksamkeit der englischen Industriellen aus sichgezogen und man hat bei Belfast und auch an einigenOrten Deutschlands von günstigem Erfolg begleiteteVersuche mit ihrer Acclimatisirung gemacht, die einneues und werthvollesAckerbauprodukt geben werden,das der Spinnerei und Weberei von großem Nutzensein muß.
Chinahans, s. Jute.
Chinaholz, von den verschiedenen Arten des inSüdamerika wachsenden Chinarindenbaumes,Giuoboua, welche die ächte Chinarinde liefern, ist hart,braunroth, geädert und gefleckt, und wird zu Tischler-und Drechslerarbeiten benutzt, kommt aber nur seltennach Europa.
Chinapomade wird bereitet, indem man 1 Unzefein gepulverte rothe Chinarinde mit etwas Mandelölabreibt, dann von letzterem noch bis zu 2 Drachmenhinzufügt und endlich 6 Drachmen gereinigtes undgeschmolzenes Rindsmark nach und nach dazu reibt;durch Bergamottöl, Vanilleessenz und dgl. gibt manihr einen Wohlgeruch. Sie wird gegen das Aus-fallen der Haare gebraucht.
Chinarinde oder Fieberrinde, GortsxGlliuae oder Gortex peruvianus, sind dieRinden aller zur Gattung Gincllona gehörendenBäume, welche sämmtlich in den südamerikanischen,besonders peruanischen Anden wachsen und vondenen man 26 Arten aufzählt. Sie ist seit dem Jahre1638, in welchem die Gemahlin des Vicekönigs vonPeru, Grafen del Cinchon, von einem hartnäckigenWechselfieber durch sie befreit wurde, bekannt, abererst im Jahre 1737 wurde der Baum, von dem mandie Rinde gewinnt, durch la Condamine in Peruausgemittclt, weshalb derselbe auch Ciaehona con-daminea genannt wurde. Die verschiedenen SortenChinarinde, welche in den Handel kommen, rührenjedoch von mehreren Arten des Baumes her; indessenist auch die Rinde jedes Baumes sowohl im äußerenAnsehen, als auch im inneren Gehalt verschieden, jenachdem sie vom Stamme, den stärkeren oder denschwächeren Aesten genommen ist, und dies machtdie Unterscheidung der Sorten noch schwieriger. Inden Handel kommt die Chinarinde entweder inBallen (Seronen oder Suronen) von Rindshaut,