Dänemark
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Dänemark
gegen Getreide, Fettwaaren, Tabak, Zncker; ans‘dem letzteren Eisen, Stahl, Knpfer und Holz, beson-!ders gegen rohen Zncker und Schafwolle. Ans jDeutschland kommen Manufaktur- und Fabrikwaa-!reu aller Art gegen Heringe, Thran, Getreide,!Wolle, Leder und andere Landesprodnkte; ans den 'Niederlanden amerikanischer und ostindischer Tabak,Kaffee, Gewürze und andere Colonialwaaren, nebstdeutschen Manufaktur- und Fabrikwaaren, besondersgegen Getreide und Rübsamen — Eisenbahnen hatDänemark bis jetzt von Kopenhagen bis Korsöer ander Westküste von Seeland; von Aalborg über Aar-hnus und Fredericia bis Nyborg am großen Belt;von Fredericia über Kolding nach Schleswig. Den jBesitz des Sundes, der beiden Belte und des Eider- 1kanals benutzte früher die Regierung, um von allenans der Nordsee in die Ostsee und umgekehrt segeln-den Schiffen den Sund zoll (s. d.) zu erheben. —Die Handelsflotte Dänemarks bestand am 1. Ja-nuar 1862 aus 5679 Schiffen von einer Tragfähig-keit von 123,057 Commerzlasten.
Die einzelnen Theile des Landes nebst den wich-tigsten Städten sind folgende:
1)Jütland, dänisch Jylland, hat einen Flä-chenranm von IllO'/s □'DieUeit mit 705,000 Einw.Im Süden bildet der Fluß Kongeaa oder Skotbor-ger Aa zum größten Theil die Grenze gegen Schles-wig, doch liegen jenseits derselben mehrere jütlän- !dische Enklaven und auch die an der schleswigschenWestküste gelegenen Inseln Shlt,' Romör und!Föhr gehören zum Theil, Amrom ganz zu Jüt- jland. Vom Norden nach Süden wird die Provinz jvon der Aalheide, einem öden, hohen Landrücken, >durchzogen; doch giebt es auch sehr fruchtbaren Acker-boden und vortreffliche Wiesen; besonders ist die Ost-küste bis zum Manager Fiord hinauf fruchtbar, Holz-reich und stark bevölkert und auf der Westküste be-ginnt im Süden schon Marschland. Das unvor-sichtige Wegschlagen der Waldungen au der Westküstehat dem Flugsaude freies Spiel gegeben und vielefrüher angebaute Strecken sind durch ihn zu Wüstengeworden, die man mit großer Mühe durch Anpflan-zung von Tannen, Birken, Pappeln, Sandrohr undSandhafer wieder urbar zu machen sucht. Beson-ders im nördlichen Tbeile, der traurigsten Gegenddes Landes, droht der Flugsand selbst Wohnungen zuverschütten. Außer dem schon erwähnten Lym-fiord, der sehr flach und vom Kattegat aus nur bisLögstör schiffbar ist, sind noch der H orseus-, Räu-bers- und Mariagerfiord ans der Ostseite, undder Ringkiöbing- und Nissnmfiord auf derWestseite zu erwähnen, sowie mehrere, jedoch nichtbedeutende Landseen. Das Land ist sehr schwach be-völkert und die Hanpterwerbszweige der Einwohnersind Landwirtbfchaft, Fischerei, Schifffahrt und Han-del mit den Landesprodukten. Außerdem werdenwollene Strnmpswaaren, lederne Handschuhe,Spitzen, schwarzes Steingut rc. verfertigt; eigent-liche Fabriken giebt es jedoch nur sehr wenige undvon geringer Bedeutung. — Die größte Stadt istA a l b o r g, (s. d.) — Biborg im Innern des Lan-de« an einem See, 3700 Einw., mit Fabriken vonTaback, Spielkarten, Leder, Hecheln, einigem Handelund einer bedeutenden Messe, Suap sting genannt.Der Landungsplatz ist bei dem Dorfe Hierbeck amLymfiord. — Aarhuus au der Ostküste; 11,000Einw., mit Hafen, lebhaftem Handel, Fabriken vonZncker, Tuch, Banmwollwaaren, Taback und vielenHandschuhmachern, einem Bank-Comptoir der Dä-
nischen Natioualbank, auch einer Messe. — Räu-bers am Ausfluß des schiffbaren Gudeu in denRanderöfiord, 6800 Einw., hat berühmte Handschuh-fabriken, ferner Zucker-, Tuch-, Strumpf- und Kien-rußfabrikeu, Kattundruckerei, Lachsfang, nicht unbe-deutenden Handel und die wichtigsten Pferdemärktedes Landes. — Horsens au der Ostküste, 5100Einw., mit Hafen, Tabackssabrik und Kattundrucke-rei. — Ribe oder Ripeu in der Nipsau, einerEnclave in Schleswig, unweit der Westküste aulFladsaa, mit 2600 Einw., Vieh- und Leineuhaudel.
— Kolding, unweit des gleichnamigen Meer-bnsens am kleinen Belt, 2600 Einw., Ueberfahrtnach Affens auf Füneu, mit lebhaftem Seehandelund einem merkwürdigen Markte zur Vermiethunzvon Dienstboten. — Fredericia am kleinen Belt,sehr weitläufig gebaute, befestigte Stadt mit 4100Einw., Tabacksbau, einigen Fabriken und See-handel. — Ringkiöbing au dem großen gleich-namigen Fiord au der Westkiiste, 1300 Einw., lel>-hafter Seehandel, Zucker- und Tabacksfabrikeu undFischerei. — In sein. Der Lhmfiord bildet mehrerebedeutende Inseln; die größte ist Mors mit 7000Einw., fruchtbar aber fast ganz ohne Holz, mit derStadt Npekiöbing, 1200 Einw. Ferner: Fuurmit 850 Einw.; Göel, 700 Einw. n. a. — In derSee liegen: Samsöe, zwischen der Ostküste undSeeland, 2 □201eilen, 5500 sehr wohlhabende Einw.,ist sehr fruchtbar; ohne Lckadt. — Laessöeim Äat-tegat, 2 □‘Keilen, 2300 Einw., meist unfruchtbar.
— Anholt, ebenfalls im Kattegat, mit 170 Einw-,vom Fisch- und Seehunds fange lebend. — Thunöe,unweit der Ostküste, 200 Einw., meist Lootsen undFischer. — Fauöe, unweit der Westküste, 2500Einw., mit unfruchtbarem Boden, Schafzucht, star-ker Fischerei, auch auf Bernstein, Schiffbau undSchifffahrt. — Amrom und Mauöe, ebenfallsan der Westküste. Ferner von den schleswigschenInseln Romöe die südliche Hälfte, von Sylt dienördliche Spitze und von Föhr der westliche Tbeil.
2) Die Insel Seeland, dänisch Själland,127 □Meilen, mit460,000 Einw., fast ganz eben undmeist ohne hohe Ufer, nur au der Südostküste vonKalkfelsen eingeschlossen, aber mit sehr zerrissenenKüsten, besonders durch den im nördlichen Theilebefindlichen, sehr verzweigten Busen Jsefiord.Insel wird durch den Sund von Schweden, durchden großen Belt von Füllen, durch die Sma-landsee und den Gaabenseesund von Lalaudund Falster und durch den Ulfssnnd von Möestgetrennt. Von den unbedentenden Flüssen sind dieSusaa im Süden und die Halleb y Aa im Westendie größten; außerdem giebt es viele Landseen. DerBoden ist im mittlern und südlichen Theile sehrfruchtbar, im nördlichen aber finden sich mehrereSandstrecken; auch giebt es einige bedeutende W»l-düngen. Mau erbaut viel Getreide, besonders Gerste,wenig Obst und Gemüse, und zieht schöne Pferde,Schafe und Federvieh. Die Einwohner beschäftigensich hauptsächlich mit Landwirthschaft, sowie mit desehr einträglichen Fischerei. Der von der Hauptsta"des ganzen Landes, Kopenhagen (s. d.) aus-gehende Kunstfleiß und Handel sind nicht uubedeu-tend. — Außer Kopenhagen sind die wichtigste*Städte: Helsiugör an der schmalstcu Stelle reSundes, wo derselbe nur 7000 Ellen breit ist,Einw., mit Hafen, Onarantaineanstalt und @eeB« »Ueberfahrt nach Helsiugborg in Schweden; Zmsiedereien, Branntweinbrennereien und lebhall