Band 
Erster Band.
Seite
378
JPEG-Download
 

Dendritenachat

378

Dcrham

wahrscheinlich von eingedrungenen Metalloxyden, na-mentlich Manganoxyd sc. herrühren. Die Zeich-nungen sind meist schwarz oder dunkelgrau auf HellemGrunde und oft sehr zierlich und regelmäßig.

Dendritenachat, s. Achat.

Denier, s. Den nschka.

Denlmes oder F l o r e n t i n e 8 heißt ein geköper-ter, manchesterartigerBanmwollenzeug, derursprüng-lich in Nimes in Frankreich verfertigt wurde.

Denkmünzen sind Münzen, die zur Erinnerungan ein merkwürdiges Ereigniß oder an eine berühmtePerson geprägt worden und in der Regel nicht zurCirkulation bestimmt sind, in welchem Fall man sieauch Medaillen nennt. In neuerer Zeit habenjedoch einige deutsche Staaten, namentlich Baiernund Württemberg, sogenannte Gedenkthaler aufmerkwürdige, das Land betreffende Ereignisse in grö-ßerer Anzahl geprägt und in Cirkulation gesetzt, dieaber doch meist in die Münzsammlungen gekommensind u. daher nicht häufig vorkommen. Früher hattensie (in Baiern) den Werth eines Kronenthalers, jetztsind eS meist VereinSmünzen a 3>/s Fl. Auch inSachsen sind aus den Tod der Könige Friedrich Au-gust und Auto» besondere Spezies und Sechstelthalergeprägt worden. Außerdem prägen auch oft Privat-personen (Münzgravenre) Medaillen auf Spekula-tion, und zwar gewöhnlich in Gold, Silber undBronze oder in einer goldähnlichen Composition. Der-gleichen sind besonders inder Loosschen Medaillen-münze in Berlin viele geprägt worden. Die zumTheil ausgezeichnet schön geschnittenen Denkmünzenaus den Zeiten der Griechen u. Römer sind Gegen-stand des Autiquitätenhandels.

Dentelles ist die französische Benennung fürSpitzen oder Kanten.

Dentes Apri, Hauzähne des wilden Schweines,wurden früher als ein Mittel gegen Bräune, Seiten-stechen und andere Entzündungskrankheiten in denApotheken geführt.

Denuschka, eine russische Scheidemünze, s. Ruß-land.

Deodar, s. Cedernholz.

Deponiren, heißt in eines Anderen Hände etwasniederlegen oder ihm zur Verwahrung übergeben.Der weicher es thut, heißt der Deponent, Derwelchem die Sache übergeben wird, der Deposi-tar, und der durch die Uebergabe zwischen beidenPersonen entstandene Vertrag, sowie auch die über-aebcne Sache nennt man das Depositum. Einesolche Uebergabe kann außergerichtlich, unter Privat-personen , und auch gerichtlich geschehen. Die Gül-tigkeit des Vertrags tritt erst dann ein, wenn dieSache wirklich, entweder mittelbar oder unmittelbar,und zum Zweck der Aufbewahrung übergeben wor-den ist. Die Ausbewahrung muß von 'Seiten desDepositars unentgeldlich geschehen, wohl aber kannder Deponent eine Vergütung dafür geben oder ver-sprechen; auch muß er Jenem die auf die Sache ver-wendeten nothwendigen Ausgaben zurück erstatten.Der Depositar darf die ihm übergebcne Sache aufkeine Art benutzen, sondern muß jederzeit bereitsein, sie aus Verlangen des Deponenten so wie er sieerhalten hat, zurückzugeben, außerdem muß er demDeponenten Verzugszinsen zahlen und ihm allenaus der Verzögerung entstehenden Schaden ersetzen,ausgenommen wenn ihm die Zurückgabe durch Um-stände, die außer seiner Schuld liegen, unmöglich ge-macht würde. Dagegen haftet er nur für den durchArglist oder grobe Fahrlässigkeit an der deponirten

Sache entstandenen Schaden. Der Depositar kanndie Zurückgabe weder unter dem Vorwande einerGegenforderung, noch weil ein Dritter sie verbotenhat, verweigern, sondern sie muß sofort und ohneWiderrede geschehen. Die gerichtliche Deponirungvon Geldern geschieht besonders von Seiten einesSchuldners, der sich dadurch von seiner Verbindlichkeitund namentlich von der Zahlung von Zinsen befreienwill, wenn er die Zahlung nicht an den Gläubi-ger selbst leisten kann, weil dieser sie nicht annehmenwill, weil er wegen Dispositionsunsähigkeit rc. nichtim Stande ist sie anzunehmen, oder weil er abwe-send, nicht aufzufinden ist und dgl., und bei einerWcchselforderung, wenn sich der Inhaber des Wech-sels nicht bei dem Bezogenen meldet, oder wenn die-ser Gründe hat, den Inhaber nicht für den recht-mäßigen Besitzer zu halten und in ähnlichen Fäl-len ; ferner wenn das Eigenthum oder gewisse Rechtean einer Sache streitig sind und der Richter keinegenügenden Gründe findet, um den Besitz bis zumÄustrage der Sache dem einen oder dem anderenTheile einzuräumen, sondern dem siegenden den Be-sitz sichern will rc. Wenn ein Schuldner eineSumme deponirt hat, kann er sie ohne Einwilligungdes Gläubigers nicht zurücknehmen. — Deponi-r em heißt auch vor Gericht aussagen.

Depositenbank, s. Bank.

Depositenkonto, Deposito-Conto, dasje-nige Conto im Hauptbuche, welches Rechnung übersolche Beträge führt, die wir von Anderen, oderAn-dere von uns, gegen Versatz von Papieren empfan-gen. In sein Credit kommen alle Geldvorschüffe,die wir aus die von uns hinterlegten Effecten er-hielten und nachdem das Depositum wieder von unseingelöst wird, ist das Depositcnconto für die zn-rückbezahlte Summe zu belaste». Geldvorschüsse,die wir dagegen Anderen auf ein Depot leisten,kommen auf die Debetseite und die Rückzahlungs-snmme auf die Creditseite genannten Contos.

Depositenschein, s. Schein.

Depositowechsct, s. Rectawechsel.

Depot heißt ein Niederlags- oder Verwahrungs-ort, besonders ein öffentlicher, wie z. B. ein Packhof,Zollmagazin rc., auch der Ort, wo Kaufleute oderHandelsgesellschaften im Auslande Waaren nieder-legen, um sie von da aus zu verkaufen. Fernerwird ein Commissionslager von sabricirten Artikelnan einem auswärtigen Orte zuweilen ein Depotgenannt; auch bedeutet das Wort so viel als De-positum.

Deppo, ein Längenmaß auf der ostindischen In-sel Sumatra.

Derby, Hauptstadt der gleichnamigen englischenGrafschaft, an der Mündung des Derwent in denTrent und an der großen englischen Centralbahn,'mit 44,060 Einw., großen Seidenspinnereien,Schrotgießerei, Baumwollenweberei, Marmor- undFlußspatschleifereicn. Sehr im Schwünge ist diemit Maschinen betriebene Spitzensabrikation, auchhaben die hiesigen Porzellanfabriken einen großenRuf. Ihr Fabrikat ist von ausgezeichneter Güteund gilt für das schönste, farbenreichste in England.Es werden auch Zierrathen aus Spath, fernerMennig, Bleiweiß rc. verfertigt. Derbys Stapel-artikel sind seine feinen Seidenwaaren.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes. G roßbritannien.

Derham, Derhem oder Dramm (Drachme),Gold- und Silbergewicht in der Türkei, Wallache«,