Dinkel
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Dinte
Dinkel, Dinkelweizen, Spelt, auchZwei-korn genannt, Triticum Spelta, eine ArtWeizen, die sich aber von diesem dadurch unterschei-det , daß sie schmälere Blätter hat, und daß jedesKorn in einer plattgedrückten Hülse oder Spelze steckt,deren 2—3 neben einander sitzen; auch sind dieKörner etwas kleiner und schwächer als die Weizen-körner und sitzen so fest in den Hülsen, daß sie durchdas Dreschen nicht davon befreit werden können,sondern auf einer Schälmühle enthülst werden müs-sen. Man unterscheidet Winterdinkel undSommerdinkel; der erstere, dessen Körner in derGestalt dem Reis ähneln, ist der beste, der letzte wirdmeist nur zu Graupen, Grütze und Gries benutzt.Uebrigens zerfällt er noch in verschiedene Abarten,nämlich: unbegrannter weißer, röthlicherund sammtartiger, und begrannter weißer,von denen die beiden ersteren am häufigsten angebautwerden. Man baut ihn besonders in Baiern, Schwa-ben, am Rhein, in der Schweiz und Frankreich undfertigt das schöne weiße Frankfurter oder Nürn-berger Kraftmehl oder Spelzmehl daraus,welches zu feinen Backwaaren, Torten, Conditorei-waaren und in der Küche verbraucht wird; zu Broteignet es sich jedoch weniger als Weizenmehl, weildasselbe noch trockener und spröder davon wird alsWeizenbrot, auch nicht so gut schmeckt. Er wirdauch zum Bierbrauen benutzt und gibt ein besseresPferdefutter als Hafer. — Einköriiiger Dinkel,s. Speltreis.
Dinkelgerste, s. Gerste.
Dinte oder Tinte, eine gefärbte Flüssigkeit, derenman sich zum Schreiben, zuweilen auch zum Zeichnenbedient. Sckwarze Dinte, die in der größtenMenge zum Schreiben gebraucht wird, ist eine Ver-bindung des in den Galläpfeln enthaltenen Gerb-stoffes und der Gallussäure mit Eisenoxyd, und wirderzeugt, wenn nian einen wässerigen Extract derGalläpsel mit einer Auslösung von Eisenvitriol ver-mischt, wodurch ein schwarzer Niederschlaa entsteht.Der Eisenvitriol ist zwar eigentlich kein Eisenoxyd,sondern nur Eisenoxydul, und eine Verbindung des-selben mit Galläpfeln würde daher farblos bleiben;aber theils ist er meist schon durch den aus der Luftaufgenommenen Sauerstoff zum Theil in Oxyd ver-wandelt, theils geschieht dies nach der Zusammen-setzung durch den Zutritt der Luft. Die Dinte wirddaher immer besser, wenn man sie nach der Bereitungnur in leicht zugedeckten Gesäßen stehenläßt; auch istdies der Grund, warum gute Dinte, wenn sie auchbeim Schreiben blaß ist, auf dem Papiere sehr balddunkler wird. Wenn man den Vitriol in mäßigerWärme austrocknet, wodurch er in ein gelbes Pulver(Oxyd) verwandelt wird, so schwärzt sich die Dinteetwas schneller. Der nach dem Zusammengießendes Gallusextracts und der Bitriolauflösung sich bil-dende schwarze Niederschlug würde jedoch, obgleich ersehr leicht ist, endlich zu Boden sinken, wenn mander Dinte nicht Gummi zusetzte, durch welche sieschleimig wird und der Niederschlug darin schwebenderhalten wird. Die Hauptbestaudtheile der Dintesind daher Gallus, Eisenvitriol, arabisches Gummiund Wasser; doch setzt man oft noch verschiedene an-dere Ingredienzen hinzu, um sie zu verbessern, na-mentlich folgende: Blauholz, von welchem dieDinte dunkler, kräftiger und dauerhafter wird, be-sonders wenn ihm etwas Kupfervitriol hinzu-gefügt wird; man darf jedoch von beiden nicht zuviel nehmen; auch etwas Grünspan macht die Dinte
dunkler, nimmt man jedoch zu viel, so wird sie baldgelb. Jndigoauflösung soll die Unzerstörbarkeitder Dinte vermehren, ebenso auch seiner Lampen-ruß und chinesische Tusch«. Zucker macht dieDinte flüssiger, weniger klebrig, dicker aus der Federfließend, so daß die Züge stärker und glänzender wer-den; aber sie trocknet schwerer und verlangt mehrGummizusatz. A l a u n in kleiner Quantität schadetnicht; zu viel soll die Dinte blaß und röthlich undzum Schimmeln geneigt machen. Essig anstatt desWassers verhindert das Schimmeln, macht aber dieDinte weniger schwarz und die Schrist wird frühergelblich; man setzt daher gewöhnlich nur einen Theilhinzu. Durch Bier wird die Dinte leicht zu dick,schwer trocknend und zum Schimmeln geneigt, aberman erspart dadurch einen Theil des Gummi. DasSchimmligwerden der Dinte wird am besten durch
einige Gewürznelken verhindert; Ouecksilberpräparate
haben die nämliche Wirkung, machen aber die Dintegiftig. Der Gallus kann zwar durch andere gerb-stoffhaltige Pflanzentheile einigermaßen ersetzt wer-den, z. B. Ackerdoppen, die Wurzel der weißenSeerose, Tormentillwurzel, Erlenzäpfchen, Eichen-rinde, Granatäpfelschalen, Sumach, Blätter undjunge Stengel der Myrthe rc., aber sie geben sämmt-lich keine so schwarze Dinte als die Galläpsel, undauch von diesen muß man die besten, harten undschweren schwarzgrauen Aleppischen nehmen, wennman eine gute Dinte erhalten will. Bon einer sol-chen verlangt man, daß sie weder zu wässerig, nochzu dick ist, so daß sie leicht, aber auch nicht zu häufigaus der Feder fließt; daß die Schrift sogleich mög-lichst dunkel erscheint und jedenfalls auf dem Papiereimmer dunkler, nicht blässer wird; daß sie baldtrocknet und sich zwar auf dem Papiere gehörig fest-setzt , so daß sie sich durch Reiben nicht wegwischenläßt, aber auch nicht zu tief eindringt und noch we-niger durchschlägt; daß sie nicht schimmelt und dieSchrist mit der Zeit nicht gelb oder braun wird. —Man findet überall eine große Menge Dintenrezepte,die oft sehr von einander abweichen, zum Theil sehrcomplicirt sind und viel Mühe erfordern, was dieAnwendung derselben für Diejenigen, die sich ihreDinte selbst bereiten wollen, sehr erschwert. Wirführen hier nur einige derselben an, die wenigstensden letzteren Fehler nicht haben und als besondersgut empfohlen werden: 1) 1 Theil Blauholz mit48 Theilen Wasser bis auf 30 Theile eingekocht, dieFlüssigkeit noch heiß über 3 Theile gröblich gestoßeneGalläpsel, 1 Theil Eisenvitriol und 1—IV- Theilgestoßenes arabisches Gummi nebst 4 Theilen heißemEssig in ein eichenes Gesäß gegossen und einige Tagelang mehrere Male umgerührt. 2) 2 Psd. bestenGallus, Psd. Eisenvitriol, 4 Loth Alaun, 2 LothGrünspan und 12 Loth arab. Gummi, sämmtlichgröblich gestoßen, mit einer Handvoll Salz vermischt,in einen unglasirten Tops gethan, 2 DresdnerKannen guten Bieressig darauf gegossen und einigeTage unter österem Umrühren stehen gelassen, dannnoch 2 Kannen Regenwasser hinzugefügt und 8 Tagein der Sonnen- oder mäßigen Osenwärme digerirenlassen, worauf man das Flüssige abgießt. Zu demRückstände thut man noch Vs P sd. zerstoßenen Gallus,1 Kanne Bieressig und 1 Kanne Regenwasser, läßtes abermals 8 Tage lang unter fleißigem Umrührendigeriren u. gießt dann die Flüssigkeit zu der ersten.3) l Psd. Gallus mit IV- prenß. Quart Wasser bisaus 1 Quart eingekocht, auf den Rückstand noch1'/- Quart Wasser gegossen und ebenso verfahren,