Diesbacher Blau 389 Dinheiro
Diesbacher Blau, f. S3 e r 1 1 tt e r b l a u.
Diewein, ein guter, wohlschmeckender weißer Bur-gunderwein dritterKlasse, welcher in der Gegend vonTvnnerre im Departement Nonne erbaut wird. Erist anfangs etwas hart, legt diesen Fehler aber nacheinigen Jahren ab.
Dieweine, Olaretkos de Die, sind süße, ziem-lich geistige und angenehm schmeckende Dauphinö-cheine zweiter Klasse, die in der Nähe der Stadt Dieim Departement Dröme erbaut werden. Im erstenund zweiten Jahre moussiren sie wie der Champag-ner. Auch gute rothe und weiße Muskatweine wer-den daselbst gebaut.
Differenz heißt Unterschied, Verschiedenheit, Ab-weichung k., daher auch Verschiedenheit der Ansichtenund Streitigkeit. Unter C o u r s d i f f e r e n z verstehtwan hauptsächlich bei Lieserungsgeschäften im Staats-stapier- und Actienhandel den Unterschied zwischendem behandelten und dem am Lieferungstage wirk-lich stattfindenden Course, der, wenn die Papierenicht wirklich geliefert werden, von dem Käufer oderdem Verkäufer herausgezahlt wird (s. Staats-dapiere). Ebenso Preisdifferenz bei Liefe-rungsgeschästen von Waaren, z. B. Getreide, Oelund dgl. — Differiren heißt abweichen, verschie-dener Meinung sein und dgl.
. Differenzialzölle nennt man solche Zölle aufein- oder ausgeführte Waaren, welche nicht für alleNationen gleich hoch sind, sondern aus diejenigen,welche in Schiffen unter gewissen Flaggen ein- oderausgeführt werden, geringer sind, als auf andere.Besonders wird dadurch gewöhnlich das eigene Landbegünstigt, indem die Waaren, welche aus diesem,namentlich aus dem Mutterlande nach den Colonienoder umgekehrt kommen, und die , welche in Schiffenunter der eigenen Flagge verschifft sind, einen oftbedeutend niedrigeren Zoll bezahlen als andere. DieEinrichtung bezweckt daher die Hebung des Handels,der Industrie und der Schiffsahrt des eigenen Landes,aber sie hindert die freie Bewegung des Handels, ver-feuert die Schifisfrachten und die Rohstoffe undschadet dadurch auch der Industrie. Durch besondereHandelsverträge werden die Differenzialzölle zwischen^uzeluen Staaten oft gegenseitig aufgehoben oder er-mäßigt. Im Allgemeinen beobachtet man dabei dasPrincip der Gegenseitigkeit, indem man sie nur vonben Schiffen erhebt, an deren Nationen man sie be-^hlen muß. Dieser Grundsatz ist namentlich inNordamerika jetzt durchgängig angenommen, undme deutschen, dänischen, norwegischen und schwe-mschen Schiffe genießen dort ganz die nämliche Frei-heit, wie die Nordamerikanischen, während die eng-lslchen, niederländischen u. belgischen und noch mehrwe französischen und spanischen, manchen Beschrän-kungen unterworfen find.
Diffitiren heißt ableugnen, und wird besondersbeim Wechselprozeß gebraucht, wenn der SchuldnerstMeUnterschrift ableugnet. Der Eid, womit er die Ab-wugnungbekräftigen muß, heißt Disfessiouseid.
Digestivsalz, s. Chlorkalium.
,, Digitalin , der im rothen Fingerhut enthaltenebittere, sehr geistige Stoff, der als eine gelbliche pul-berige Substanz von höchst bitterem Geschmack dar-stellt und neuerdings in der Medizin angewendetwwd. Bei der Bereitung desselben werden noch an-bsre chemische Produkte: das Digitalacrin, Di -Sltasolin, Digitalretin u. a. gewonnen.
■Digitalis purpurea, s. Fingerhut.
Digitalsäure, Digitale'insäure, s. Fin-gerhut.
Dignepflaumen heißt eine Gattung sehr guterfranzösischer Pflaumen, die in der Umgegend derStadt Digne im Departement der unteren Alpen er-baut werden. Die beste Sorte heißt Pistoles; diesewerden nach dem Abnehmen geschält, an Weiden-rnthen gespießt und in der Sonne getrocknet; danndrückt man den Kern heraus, drückt sie breit u. trock-net sie vollends auf Flechtwerk in der Sonne, woraufsie in etikettirten Schachteln versandt werden. Dieungeschälten werden Dräneaux genannt und sindebenfalls geschätzt, wenn sie richtig getrocknet u. nochblau angelaufen sind.
Dill oder Kümmerlingskraut, Anethumgraveolens, eine aus Spanien stammende undim südlichen Europa wildwachsende einjährige IVa—2' hohe Doldenpflanze, mit doppelt gefiederten Blät-tern und schmalen Fiederblättchen, die in Deutsch-land in Gärten und auf Feldern gezogen und be-sonders mit den unreifen Samen als Gewürz zumEinlegen der Gurken und des Sauerkrauts gebrauchtwird. Die reisen linsenförmigen, mit einem breiten,dünnen Rande umgebenen, braunen, aromatisch-riechenden und schmeckenden Samenkörner, SemenAuotbi, die auf der einen Seite eben, auf der an-deren gewölbt, mit drei Streifen versehen sind, wer-den in der Medizin gebraucht und ebenso auch dasdurch Destillation daraus gewonnene grüngelblicheätherische Oel, Oleum Anethi, von Geruch wiedie Pflanze u. von süßlichem brennendem Geschmack.Gekochtes Dillsamenöl, 01. Anethi coc-tum, wird aus dem Kraute mit Baumöl bereitet.Man bezieht den Samen und das Oel aus Thüringen,namentlich von Erfurt, Gotha, Bamberg rc.; den bestenSamen liefern jedoch Portugal, Spanienund Italien.
Dime oder Disme, Silbermünze in Nordame-rika, s. Vereinigte Staaten.
Dimerli, Getreidemaß in der W a l a ch e i.
Dimitas, Dimitos, Demittas oder Dimi-th s heißt eine Gattung dicht gewebter, fester gekö-perter oder gerippter Baumwollenzeuge, die meistweiß, zuweilen aber auch gefärbt und gestreift vor-kommen. Die Kette ist Twist und besteht gewöhnlichaus 2-, 3- oder chsachen Fäden, wodurch die Rippenentstehen; der Einschlag ist West. Sie kamen ur-sprünglich aus Ostindien und wurden dann untervielerlei Namen in England, sowie auch in Deutsch-land verfertigt. Die deutschen werden auch unterdem Namen Wallis verkauft und besonders zuNegligee- und Unterkleidern für Frauen verwendet.Manche englische Sorten werden auch Cords ge-nannt, z. B. French-Cords, Ballon-Cords,Hair-Cords, Musselin-Cords, Genua-Cords, Cordinests rc. — S. auch Basin.
Dinactionometre, ein bei der Photographiegebrauchtes Instrument, das dazu dient, die Licht-stärke verschiedener Objective gegen einander zu ver-gleichen und zu bestimmen.
Dinanderie nennt man in Frankreich die Waarenvon Messingblech, nach der Stadt Dinant in Bel-gien , wo viel dergleichen verfertigt werden.
Dinar, Dinari, Dinar'bisti, Münze inPersien.
Dinero, Scheidemünze in Spanien.
Dingzettel nennt man in manchen Gegenden denüber ein abgeschlossenes Geschäft aufgesetzten kurzenVertrag oder Schlußzettel.
Dinheirv, Probirgewicht in Portugal.