Dosten
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Drachenblut
Dosten, brauner oder gemeiner, oderWohlgemuth, Origanum vulgäre, eine aufsonnigen Bergen und in Gebüschen Europas wach-sende Pflanze von starkem, angenehmem, dem Majo-ran ähnlichem Geruch und gewürzhaft bittrem Ge-schmack, mit wohlriechenden, blauen Blüthen inzolllangen Aehren, die zu dreien am Ende derZweige sitzen. Die Blätter sind gestielt, eiförmig,stumpf, etwas gezähnt und weich behaart. Dieblühenden, 1 bis 1 1 / il ‘ hohen, röthlichen, ästigenStengel werden unter dem Namen Herba Ori-gani vulgaris als nervenstärkendes Mittel zuBähungen und Umschlägen rc. in der Medizin ge-braucht. Man erhält aus dem! Kraut und denBlüthen ein gelbes, aromatisch riechendes undschmeckendes, ätherisches Oel, das Dosten öl. —Kretischer Dosten oder kretischer Diptams. Diptam.
Dotter, s. Leindotter.
Douane heißb in Frankreich das Zollamt; D on-anier, ein Zvllausseher.
Double, S aine, eine Rechnungs- und Silber-münze in Algier, eingetheilt in 50 Aspern =27n Sgr. preuß.
Doublette, Double Oeuvres oder Lingeouvre heißt in Frankreich im Allgemeinen weißesgemustertes und faz-onnirtes Leiuengewebe, nament-lich Zwillich und Damast.
Double Silesias, s. Tandems.
Doubletten im Edelsteinhandel nennt man solcheBrillanten, Rubinen, Saphire, Smaragde rc., vondenen nur die obere Hälfte aus dem wirklichenSteine besteht, den sie vorstellen sollen, die untereaber Bergkrystall ist, der an jenen fast unmerklichmit Mastix angekittet ist. Dies geschieht gewöhnlichum die Tiefe des Glanzes und bei farbigen Steinenauch die der Farbe zu vermehren, kann aber aller-dings auch zu Betrügereien Veranlassung geben, dasie bei gefaßten Steinen meist schwer oder gar nichtzu erkennen ist; eine ungefaßte Doublette brauchtman nur zu erwärmen oder in heißes Wasser oderWeingeist zu legen, wodurch die beiden Hälften aus-einander gehen. Unter unächten Doublettenversteht man solche, bei denen beide Stücke nicht dassind was sie vorstellen sollen; diese kommen jetzt seltenmehr vor, da man nachgeahmte Edelsteine sehr schönaus einem Stücke zu fertigen versteht. Hohldoub-letten, die von den Steinschleifern im Orient nochzuweilen verfertigt werden, sind solche, deren Unter-theil hohl ausgeschliffen, dann mit einer trocknenFarbe angefüllt und vermittelst eines ausgekittetenKrystallbliittchens verschlossen ist, aus welchem dannder Obertheil befestigt ist.
Doublure heißt in Frankreich eine Art dichterweißer Flanell, der zu Kamisölern und dgl. für dasMilitair verwendet wird.
Doucette heißt in den französischen Seeplätzender Zuckersirup oder Melasse; ferner die rauhe Hauteiner kleinen Haifischart, die zum Poliren des Holzesgebraucht wird und grün gefärbt eine Art Chagringiebt. Auch eine geringe Art Soda wird so genannt.
Douelles oder Merraiu wird in Frankreich dasStab- oder Faßdaubenholz genannt.
Douillon heißt ein beliebter rother Champagner-wein 3. Klaffe von hellerFarbe undsehr angenehmemGeschmack, der in der Nähe von Rheims gewonnenwird. — Auch wird eine ganz geringe Ausschußwollein Frankreich so genannt.
Doupion nennt man in Frankreich eine geringe
Seide von Doppelkokons, die nur zu Sahlleiste, zu-weilen auch als Nähseide verwendet wird.
Dourias, s. Dorias.
Dousoutis, Dussntes oder Doesootjes,war der Name einer Gattung feiner ostindischer Kat-tune, die früher nach Europa kamen.
Doutis, Dotis oder Dutys, geringe ostin-dische Kattune, die früher häufig nach Europakamen.
Douzaine nennt man in Frankreich eine ArtHalbtuch, das besonders in den beiden Departementsder Alpen verfertigt wird.
Douzilhac, ein rother Wein, der in der Nähe vonRiberac im Departement Dordogne gewonnen undzu den Bordeauxweinen zweiter Klasse gerechnet wird.
Dowlas heißen in England die schlesischen undlausitzer rund gebundenen dichten Creas (f. d>), dieaber jetzt in Irland ebenso verfertigt und überall hin,selbst nach Deutschland, versendet werden. DieStücke der englischen sind 67 I)ards lang und 28englische Zoll breit.
Dozens, s. Dosinken.
Draa, Dhraa oder Pik, Ellenmaß in der Türkei.
Drachenblut, Gummi Sanguinis Draco-nis, ein blutrothes Pflanzenharz, das in mehreren,von verschiedenen Pflanzen herrührenden Sorten vor-kommt. Am häufigsten ist 1) das indische, wel-ches auch für das beste gehalten wird und das voneiner ostindischen Palme, Calamus Draeo, herrührt.Es schwitzt aus der unteren Seite der den Frucht^knoten bedeckenden Schuppen aus und kommt in dreiSorten vor, nämlich in linsen- bis bohnengroße»rundlichen Stückchen, Drachenblut in Körnerngenannt; in wallnußgroßen, kugel- oder bohnensör-migen Stücken, welche lose in Palmenblätter gewickeltsind und Dr. in Thränen heißen, oder in 18 Zolllangen und V* Zoll dicken Stangen, die in Palmen-blätter gepackt und mit gespaltenem Stuhlrohr odermit Palmensasern umwunden sind. Diese Sorteist in allen 3 Formen braunroth ins Violette ziehend,gerieben, dunkel zinnoberroth von Farbe und löst sichin Weingeist und fetten Oelen aus. 2) Kana-risches, wird von der aus den Kanarischen Inselnwachsenden Dracaena Draeo durch Einschnitte ge-wonnen. Es kommt in verschieden gestalteten großenStücken fund wird Dr. in Massen genannt. 3)Amerikanisches, von Pterocarpus Draeo, undsuberosus, in fußlangen, mit Blättern umwickeltenund mit Cistusranken gebundenen Stangen, die an #dem einen Ende glatt durchschnitten sind, so daß mandie dunkle Zinnoberfarbe des Harzes sehen kann-Zuweilen -kommt auch anderes Gummi, das mitFernambuk- oder Sandelholz roth gefärbt ist, alsächtes Drachenblut in Massen vor, welches man da-ran erkennen kann, daß es nicht brennt und auswarmen Steinen nicht abfärbt. Drachenblut inKuchen, SanguisDraconis in Tabulis,ijlaus Eolophonium, Terpentin und etwas Drachen-blut zusammengeschmolzen und von brauner Farbe.Gutes Drachenblut muß braunroth, gepulvert, schönhochroth von Farbe, aus dem Bruche glatt und glän-zend sein und in der Wärme schwach storaxartigriechen. Das mit Eolophonium und rothem Sandelverfälschte Prüfe man durch Alkohol; das ächte lößtsich total darin aus. Ein darin enthaltenes Alkaloid,Draconin, ist noch nicht sicher dargestellt. Manbezieht es von Hamburg, Amsterdam und Londonund verwendet es besonders zum Färben der Lack-firnisse und der Politur, zur Darstellung des Gold-lacks aus Messing, zum Rothfärben von Holz, Mar-