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Edinburg
tient ist das spezifische Gewicht, wobei das des reinenWassers immer — 1 angenommen ist. Doch istdiese Untersuchung auch nicht ganz sicher, da manden aus Glasflüssen verfertigten künstlichen Edel«steinen durch die Metalloxyde, die ihnen ohnehin zu-gesetzt werden, meist mit ziemlicher Genauigkeit dasspezifische Gewicht der ächten geben kann, und manmuß daher immer die Kenntniß der Farbe und derübrigen Eigenschasten des Steines zu Hülfe nehmen.Bei gefaßten Steinen ist diese Untersuchung ohnehinnicht anwendbar. In den mineralogischen Hand-büchern findet man das spezifische Gewicht der ver-schiedenen Steinarten angegeben. Die den meistenEdelsteinen eigene doppelte Strahlenbrechung würdeebenfalls als ein Kennzeichen der Aechtheit benutztwerden können, würde sie nicht durch die Facettenunerkennbar gemacht, und ebenso läßt sich der Blät-terdurchgang, sowie das Verhalten vor dcmLöthrohrenicht anwenden, ohne den Stein wenigstens theil-weise zu zerstören. Auch die größere Kälte und dieElektrizität, welche ächte Steine, wenn man sie reibt,6—12 Stunden behalten, unächte aber schon nacheiner Stunde verlieren, kann als Unterscheidungs-zeichen dienen. Ueberhaupt hat man es in der Ver-fertigung künstlicher Edelsteine, der sogenanntenJmi tationen , jetzt sehr weit gebracht und beson-ders bei den farbigen gefaßlcn ist es selbst für denKenner nicht leicht, sogleich durch das Ansehen einsicheres Urtheil über die Aechtheit zu fällen. Amhäufigsten verrathen sie sich durch ihre zu gesuchteReinheit und eigenthümliche Glasschönheit. (S. auchGlasflüsse.)— Rohe, ungeschliffene Edel-steine kommen in Deutschland seltener vor, dagegenfindet besonders in London, Amsterdam, Antwerpenund Paris ein bedeutender Handel damit statt. Ge-schliffene kommen ebenfalls hauptsächlich von diesenPlätzen. Die meisten und schönsten Edelsteine kom-men aus Ostindien und überhaupt aus den Ländernder heißen Zone. Daher ist auch die Gewohnheitentstanden, daß man die schöneren Arten der Edel-steine mit dem Beiwort orientalisch bezeichnet,wenn sie sich auch gar nicht im Orient finden, wiedies z. B. mit dem edlen Opal aus Ungarn, demSmaragd aus Peru rc. der Fall ist. Ueberhauptaber herrscht in den Benennungen der Edelsteine einegroße Verwirrung und viele werden im Handel ganzanders genannt, als ini mineralogischen System.In unserem Werke findet man bei den Artikeln überdie einzelnen Edelsteine die verschiedenen Namen, dieihnen im Handel beigelegt werden, möglichst genauund vollständig angegeben; aber im Allgemeinen sinddiese Angaben nicht völlig sicher, da hierin vielWill-kürlichkeit herrscht und die Juweliere die Steinehäufig bloß nach der Farbe unterscheiden. DasSchleifen der Edelsteine geschieht auf besonderenMaschinen und vermittelst stählerner Scheiben undeines Schleispulvers von einem härteren Steine.Für die härtesten bedient man sich des Pulvers vonDiamant und Diamantspath, für weniger harte desSaphir-, Topas- und Schmirgelpulvers. DasPoliren geschieht auf bleiernen und hölzernen Schei-ben. zuerst mit Schmirgel und Bimsstein, dann mitTripel und Wasser. Man ^ibt ihnen durch dasSchleifen sehr verschiedene Formen, wobei man sichnach der Art und der Eigenthümlichkeit der Steinerichtet. Den feineren und durchsichtigen SteinengibtmandenBrillant-, Rosetten- und Tafel-steinschnitt, über die wir schon in dem ArtikelDiamant das Nöthige gesagt haben; außerdem
kommen noch vor: der Treppen schnitt, der ge-mischte Schnitt und der muglige Schnitt.Der letztere, der auch en caboclion genannt wird,besteht darin, daß der Stein eine kugelförmige Ober-fläche ohne Facetten erhält, und zwar ist er entwedernur aus einer Seite convex und aus der andern flach,oder auf Leiden Seiten convex. Man wendet ihnbesonders bei halbdurchsichtigcn und durchscheinendenSteinen an. Beim Fassen wird die Schönheit derSteine noch durch das sogenannte Aufbringenvermehrt, eine Kunst, in der man es besonders irnOrient weit gebracht hat und die auch häufig zurTäuschung der Käufer und zum Verbergen von Feh-lern benutzt wird. Sie besteht darin, daß man denStein mit seiner »Nieren Hälfte in eine Bertiesungoder kleine Schale (Kästchen) von Gold oder Sil-ber setzt und ihm darin eine Unterlage gibt, durchwelche seine Farbe und sein Glanz erhöht wird.Gewöhnlich bedient man sich dazu einer glänzendenFolie von geeigneter Farbe, zuweilen aber auch einesschwarzen oder sonst dunkelfarbigen Mastixfirnisses.Wenn der Stein ä jonr gefaßt ist, d. h. so, daß dieuntere Seite ebenfalls unbedeckt ist, kann in dieser Be-ziehung keine Täuschung stattfinden, weshalb dieseArt der Fassung bei durchsichtigen und fehlerlosenSteinen jetzt auch am häufigsten angewendet wird.Selbst Flecken, Risse und Adern versteht man durchverschiedene Mittel zu verbergen. Von der Täu-schung durch das Doubliren ist bereits in dem Arti-kel Doubletten die Rede gewesen. Ueber dasbeim Edelsteinhandel angewendete Gewicht sehe manden Artikel Diamant, und das was dort über dieBerechnung des Werths gesagt ist, gilt im Allgemei-nen auch von den übrigen Edelsteinen. — Das Ge-schäft des Edelsteinhandels ist jetzt bei weitem nichtmehr so bedeutend als früher, hauptsächlich wohl des-halb , weil sich bereits eine große Menge Steine inEuropa befinden, deren Zahl noch alljährlich ver-mehrt wird, während die Steine nie consumirt wer-den. In der neueren Zeit hat aber auch die großeVervollkommnung in der Verfertigung unächterEdelsteine und die große Menge welche davon sabri-zirt wird, dazu beigetragen.
Edelsteingewicht, s. Diamant und Iuwe-lengewicht.
Edeltannenöl, s. T a n n e n h a r z.
Edgings nennt man in England die aus derBobbinetmaschine verfertigten schmalen Ansatzspitzen.
Edinburg, Hauptstadt von Schottland, in eini-ger Entfernung von dem Busen des Forth, an wel-chem die Hafenstadt Leith liegt, mit welcher Edin-burg durch eine ununterbrochene, >/« Stunde langeHäuserreihe verbunden ist, so daß sie eine Vorstadtdes letzteren bildet. Außerdem besteht Edinburg ausder Alt- und Neustadt, welche durch ein tiefes Thal,in dem einige Häuser stehen, von einander getrenntsind. Die Verbindung zwischen beiden Theilen bil-det die schöne, aus einem hohen Gewölbe ruhende undzu beiden Seiten mit herrlichen Gebäuden besetzteWaterloobrücke, sowie ein 960 Fuß langer und 18°Fuß breiter Erddamm. Mit Einschluß von Leithmit 33,500, hat Edinburg 203,000 Einw. Es liegtin einer höchst romantischen Umgebung; die Altstadtist anf einem sehr unebenen, felsigen, an den Seite»steil abfallenden Boden schlecht, eng und unregel-mäßig angebaut; die niedriger gelegene Neustadtdagegen hat schöne regelmäßige Straßen, öffentlichePlätze und viele prächtige Gebäude. In der Altstadtliegt das alte königliche Schloß Holyrood und am