414
Ejao
Eiche
Gründen, welche nach dem Allg. b. H.-Gs.-B. zurAufhebung des Dienstverhältnisses zwischen Prinzi-pal und Handelsgchülfen beiderseits berechtigen,bezeichnet dasselbe in Art. 63 thätliche Mißhandlungoder schwere Ehrverletzung gegen den Handlungs-gehülfen, und in Art. 64 thätliche Mißhandlung underhebliche Ehrverletzung gegen den Prinzipal.Welche eine schwere oder eine erhebliche Ehrverletzungist, darüber hat der Richter zu entscheiden.
Ejao heißt in Ostindien der Bast der Sagopalme,welcher starke schwarze, den Pferdehaaren ähnlicheFasern bildet und wie das Coir zu Stricken rc. be-nutzt wird, aber weniger fest ist als dieses.
Ejos, s. Gomotu.
Elbenbaum oder Taxus, Taxus baccata,ein immergrüner, baumartig, sehr langsam wachsen-der Strauch, der im mittlen und südlichen Europaeinheimisch ist und oft in Gärten zu Lustgebüschen,und da er sich leicht in beliebige Formen ziehen undverschneiden läßt, zu zierlichen Hecken angepstanztwird. Die nadclförmigen, am Rande eingebogenenBlätter stehen zweizeilig, sind oben dunkel-, untenblaßgrün und haben einen bitteren Geschmack. ImFrühling kommen die Blumen, die männlichen wierundliche Kätzchen aussehend. Die Frucht ist einebläuliche Zapfenbeere von der Größe einer Zucker-erbse und mit einem rotben fleischigen Näpfchen um-geben. Das röthliche, zähe, harte, zuweilen ge-maserte Holz nimmt eine schöne Politur an und wirddaher zu Drechsler - und feinen Tischlerarbeiten be-nutzt. Die grünen Zweige mit den Blättern, Fo-lio. Taxi, wurden früher gegen mancherlei Krank-heiten gebraucht, jetzt werden sie seltener, namentlichgegen unterdrückte Menstruation angewendet.
Eistischlieerbaum, s. Eberesche, wilde.
Eibischwurzel oder Altheewurzel, RadixAltheae, von Altbea officinalis, einer in Deutsch-lanv auf etwas feuchten Wiesen, an Waldrändern,Bächen und Flüssen wachsenden malvenartigenPflanze. Sie wird 3—4 Fuß hoch, hat herzförmig-eirunde, wollige, grobgcsagte, graugrüne weicheBlätter und hellrothe oder weißliche Blüthen mit 5Blumenblättern und einem doppeltzottigen Kelche,und haben einen angenehmen Geruch. Beide werdenebenso wie die lange, etwas ästige, fingers- bis dau-mendicke Wurzel unter dem Namen Herba undFlores AI tlieae wegen ihres schleimigen Gehalts,der indessen in den Wurzeln und dem Kraute stärkerist als in den Blüthen, vielfach in der Medizin ver-wendet, namentlich bereitet man daraus mit Zuckervermischt den Altheesaft, mit Zucker, arabischenGummi, Eiweiß und Wasser die Alt he ep aste oderden sogenannten Lederzucker <s. d.s und braucht siebesonders gegen Husten, Brustbeschwerden rc. DieWurzel, welche einen süßlichen, sehr schleimigen Ge-schmack bat, enthält Bassorin, Asparagin, Oel,Zucker, Stärke, Apfel- und Phosphorsäure; steiftca. 1' lang, fingerdick, und wird aus der Erde ge-nommen, wenn sie 2—3 Jahr alt ist, denn früherist sie zu wässerig, später zu holzig. Die äußereSchale derselben ist aschgrau, innen ist sie weiß, fastgeruchlos und von sehr schleimigem, süßlichem Ge-schmack. Im Droguenhandel kommt sie meist geschält(mnndata) vor; auch in Wllrseln geschnitten, (diesist die beste Sorte) oder als grobes und feines Pul-ver. Beim Einkauf muß man darauf sehen, daßnicht zu viel Wurzelstöckchen dabei sind, und daß siefest und nicht faserig ist, sonst muß der Preis billigergestellt sein. Sie findet jetzt auch Anwendung in der
Technik, namentlich zur Verfertigung derffogenanntenSchneckenpomade, zum Klären des Leims und zumLeimen des Papiers rc.; aus den Enden der Wurzelverfertigt man auch Zahnbürstchen, indem man stein viele Fäserchen zerschneidet.
Eiche, Quercus, ist der Name einer aus vielenArten bestehenden Gattung von Laubholzbäumen, diein ganz Europa, mit Ausnahme der nördlichstenGegenden wächst und eine Zierde unserer Wälder ist.Die am häufigsten vorkommenden Arten sind dieSommereiche oder Stieleiche, Quercuspedunculata, und die Winter- oder Stein-eiche, auch g e m e i n e E i ch e und Trauben eichegenannt, Quercus robur. Die erstere wird 10»bis 18» Fuß hoch, nimmt in der Dicke 20» — 400Jahre lang zu und kann gegen 100» Jahre alt werden.Die Blülhen, welche theils männlich, theils weiblichsind und von denen sich beide Geschlechter auf demnämlichen Baume finden (halb getrennte Geschlechter),kommen anfangs Mai zugleich mit den Blättern zumVorschein; die letzteren sind ungleich eingeschnittenmit zugernndeten Lappen und sitzen an kurzen, obengerinnelten Stielen; die länglich eirunden, oben miteinem kurzen Dorn versehenen Eicheln wachsen zu ibis 3 auf verlängerten Stielen und reisen gegen Endedes Octobers. Das in der Jugend weiße, im Alterbräunliche Holz ist sehr hart, fest und dauerhaft undzu jeder Art von Bau- und Nutzholz anwendbar.Es hält sehr gut in jeder Witterung aus, wird imWasser steinhart, daher es sich besser wie jedes andereHolz zum Schiffs-, Mühlen- und Brückenbau undzu anderen Bauten an feuchten Orten eignet; nurmuß es vor der Verwendung gehörig an der Luftausgetrocknet sein und muß in gleichmäßig trockneoder feuchte Lage kommen, denn bei abwechselnderNässe fault und wirft es sich leicht. Die krumm ge-wachsenen Stücke werden besonders zu Kniehölzernbeim Schiffbau gesucht. Auch zu Faßdauben und zuDrechslerarbeitcn wird viel davon verbraucht unddie knotigen Wurzeln geben, wenn sie dicht find,einen schönen Maser. Man findet die Sommereichein Europa vom 45. — 55. Grad nördlicher Breiteund bis zu 3000 Fuß Höhe, besonders in sandigem,mit Dammerde und Lehm gemischtem Boden undmehr in Ebenen und auf niedrigen Bergen, als aufhohen Gebirgen. — Die Wintereiche wird 100bis 120 Fuß hoch, erreicht in ungefähr 25» Jahreneine Dicke von 5 — 7 Fuß und wird 400 bis 60»Jahre alt. Sie kommt in Europa vom 45. bis zuin60. Breitengrade vor. Ihre Blätter sind größer alsdie der vorigen, länglich, obeik stumpf, mit regel-mäßig vertieften, zugernndeten Lappen. Die unge-stieltcn weiblichen Blüthen kommen in den Blatt-winkeln der jungen Triebe zum Vorschein und er-zeugen kleine, eirunde Früchte mit einer kleinen Dor-nenspitze, welche zu 3 — 4, zuweilen aber auch biszu 12 auf der Spitze eines sehr kurzen Stieles sitzenund Ende Octobers oder Ansang Novembers reisen-Das rostgelbe Holz ist porös, nicht so zähe und mehrbrüchig als das vorige, doch taugt es im Allgemeinenzu den nämlichen Arbeiten. Die Rinde, sowie auchdie jungen Zweige und Blätter, geben die besteGerberlobe; sie enthält eine eigenthümliche Säure,die Eisengerhsänre, Aeiduin quercitannieum(hEichenrinde), auch erzeugt der Baum Galläpssiund Knoppern, die jedoch wenig Werth haben. DieFrüchte beider Arten werden zur Viebmast,Branntwein und als Kaffeesurrogat benutzt; >Mletzteren Falle werden ste geröstet, vorher auch woht