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Eichhornstüe
Eiche
M Kalkwasser, oder in eine wässerichte Sodalösunggelegt, wodurch ihnen die Schärfe entzogen wird.Dieser Kaffee wird gegen Skropheln empfohlen. Auchsind sie ein gutes Futter fiir Wild. Sie sind eirundund glatt und enthalten Gerbsäure, Stärke, bitternExtractivstoff, Harz, Oel und Zucker. Sollen sie zuMedizinen dienen, so dürfen sie nicht unreif gesam-melt werden. In Norwegen werden sie initzur Brod-bereitung verwendet. Auch die Blätter hat manMegen ihrer adstringirenden Eigenschaften innerlichund äußerlich zu Heilzwecken verwendet. Der Eichel-iucker ist dem Mannit ähnlich und krystallisirt inMeißen Prismen. Das Eichenholz, zu Balken,Planken, Stäben (Faßdauben und Bodenstttcken)und zu Knien geschnitten, ist ein wichtiger Handels-artikel besonders in den preußischen und russischenDstseehasen (s. Hvlzs; außerdem wird es in denPiäldern auch zu verschiedenen anderen Zwecken zu-geschnitten und behauen. Aus der Rinde und demHolze verfertigt man jetzt durch Auskochen und Ab-dampfen Eichenholzextract, eine dunkelbraune,Menig glänzende, dem Kätechu ähnliche Masse vonlehr adstringirendem Geschmack, die sich im WasserWt vollständig auflöst. Er wird besonders in derFärberei benutzt und namentlich in Böhmen auf derHerrschaft Wettingau und in Blaß verfertigt. Einauf den Eichen, besonders an feuchten Orten vorkom-mender Schwamm, von braunschwarzer Farbe wirdiuFeuerschwamm präparirt. —Bon anderen Eichen-sten sind besonders folgende zu erwähnen: 1) Die^erreiche oder burgundifche Eiche, Quer-°us Cerris, wächst int südlichen Frankreich, Spa-Men, Kärnthen, Ungarn ic. Sie chat lederartige,an den Rändern und Rippen wollige, längliche,leiersörmig ausgeschnittene Blätter mit gezähntenLappen, große, stumpfe, zugespitzte, in einen Stachelauslansende Früchte mit rauhem, fast stacheligemBecher, welche eßbar sind. Sie liefert die geringerenfranzösischen ltnb Jstrianer Gallapfel. 2) DieKermeseiche, Quercus coccifera, auf derdie europäische Eochenillschildlaus, 6000 ns Ilicis, lebt,den K e r m e s (s. d.) liefert. Sie wächst immduchen Europa bis etwa zum 43. Breitengrade,7. biete, lederartige, elliptische, immergrüne Blätter,?* e am Rande Stachelzähnc haben, lind l 1 /* ZollMnge, Walzenrunde Früchte, deren Becher mit grauen,^lhgespitzten Schuppen bedeckt ist. 3) Die Qner-a.ltroneiche, Quercus tinctoria, hat länglichlinde, leichtgebuchtete, 6 —8 Zoll lauge Blätter,Mit breiten, stumpfen und borstigen Zähnen, undstunde Eicheln. Sie wächst in Nordamerika und8 >ebt ein ziemlich gutes Bauholz; die Rinde wirdunter dem Namen Quercitroinrinde (s. d.) zumlalelbfärben benutzt. 4) Die Färbereiche, Q,uer-V 1 * infectoria, mit länglichen, großbuchtigen,uachelzähnigen, bleibenden Blättern, welche strauch-aslig in Spanien, Kleinasien und Persien wächst und>e besten Galläpfel liefert, 5) Die Knoppern-..scho, lQuoroug ^.o-rzrlozis, hat steife, eirundl^g^che, zugespitzte, grobgesägte Blätter und läng-che, 2 Zoll mnge Früchte, oben mit einem vertieften^cabel und mit dickem, stachligem, inwendig wolligemLocher. Sie wächst in Kleinasien und dem südlichenEuropa und besitzt viel Gerbstoff; an den Früchtenszeugen sich die Knopperu (s. b.). 6 ) Die Kork-^llhe, lQuorous 8 ubor, wächst in den Gebirgenssau Italien, Frankreich, Spanien, Krain rc. -nichtden 43. Grad der Breite hinaus, wird 30 bisFuß hoch und gegen 2 Fuß dick, hat kleine,
eirunde, gesägte, knrzgestielte bleibende Blätter undbraune, längliche Früchte in einem warzigen Becher.Die dicke, rissige, schwammige, sich von selbst ablö-sende Rinde giebt das Korkholz (s. d.). Das Holzgiebt besonders gute Kohlen. 7) Von den nord-amerikanischen Eichen sind noch zu erwähnen: Quer-cus Castanea und Prinos, deren süße Eichelndie Größe eines Hühnereies erreichen, welche ein demMandelöl sehr ähnliches Oel liefern.
Eichelkappen, s. Acker dop pen.
Eichelök wird ein aus der Provence kommendes,aus Haselnüssen, nicht aus Eicheln, gepreßtes fettesOel genannt.
Eichenborke, s. Eichenrinde.Eichenhokzextract, s. Eiche.
Eichenmistek, s. Mistel.
Eichenrinde, Eichenborke oder Borke, inzerkleinertem Zustande Lohe genannt, kommt inDeutschland hauptsächlich von der gemeinen Stein-eiche, außerdem aber auch von mehreren anderenEichenarten, namentlich von der Cerreiche, Kermes-eiche rc. Wegen ihres starken Gerbstofsgehalts, dervon alten Bäumen 15, von jungen 10 °/„ beträgt,ist sie das wichtigste Gerbmaterial zur Rotbgerbereiund bildet zu diesem Zweck in manchen Gegendeneinen bedeutenden Handelsartikel. Besonders gehtviel aus dem nördlichen Deutschland, den Nieder-landen und Frankreich nach England, welches beiweitem nicht so viel erzeugt, als seine Gerbereienbrauchen. Man schätzt dort besonders die. nieder-ländische, weil man in den Niederlanden und in denNheingegenden das Eichenbuschhol; alle 8 —10 Jahreniederschlägt und schält, während im nördlichenDeutschland mehr die Rinde von alten Eichen zurBorke genommen wird. Die Rinde von jungenStämmcheu, die beste, ist außen bräunlich grau,innen bräunlich, hat eine glatte, etwas glänzendeOberfläche und wird daher Spiegelrinde genannt.Je älter der Baum wird, desto brauner und rissigerwird die Rinde. Dieser äußere, gleichsam abgestor-bene Theil enthält nur wenig Gerbstoff und wirddaher vor dem Mahlen von dem inneren weißlichenTheile abgeschnitten und als Brennmaterial ver-wendet. Auch die im Frühjahr geschälte Rinde, wenndie Bäume im vollen Safte stehen, ist wirksamer, alsdie im Herbst geschälte, weshalb auch das erstere inder Regel geschieht. Das Zerstampfen der Rinde ge-schieht auf der Lohmühle, nachdem sie vorher völligausgetrocknet worden; sie muß jedoch sowohl beimTrocknen, als auch bei der Versendung im gemah-lenen Zustande vor Regen und Nässe geschützt unddie letztere, besonders beim Transport über die See,so fest als möglich verpackt werden, um den Zutrittder seuchten Lust davon abzuhalten. Noch besser eig-net sie sich zum Gerben, wenn sie vermittelst Ma-schinen durch Sägczäbne zerrissen und zerfasert wird.In der Medizin wird die Eichenrinde in Abkochungzu Bädern, Umschlägen, Einspritzungen und dgl.,wo ihre zusammenziehende, stärkende Kraft vonNutzen ist, gebraucht; auch wird sie zur Bereitungdes Eichenholzextracts verwendet. In der Eichen-rinde ist außer dem Gerbstoff, Gallussäure, bittererExtractivstoff, Gummi, Zucker, Eichenroth, Pektin,Harz,c. enthalten.
EichhornfeUe oder Eichhörnchenselle, vonden verschiedenen Abarten des gemeinen Eich-hörnchens, Loiurns vulgaris. Mau kennt gegen00 verschiedene Arten desselben, die in Farbe undGröße mehr oder weniger von einander abweichen,