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Erster Band.
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«IbcrfcU»

Elbe

öon Dampfschiffen befahren. Die Schifffahrt wurdebesonders früher durch eine Menge Zölle und durchdie mit Erhebung derselben verbundenen Hindernisseund Plackereien sehr erschwert, deren Last schon derWiener Kongreß wegzuwälzen bemüht war, wasüber, nachdem im Pariser Frieden der Grundsatz derfreie» Schifffahrt auf allen deutschen Strömen ange-uvinmen worden ist, erst die im Jahr 1819 in Dres-den zusammengetretene, aus Commissarien sämmt-ncher Elbuferstaaten bestehende Elbschifffahrtscommis-stvn bewirkte, worauf den 1. März 1822 die imJahre 1821 entworfene Elbschifffahrtsacte in Krafttrat, welche 1823 einer Revision unterworfen wurdeund für ihre Zeit in mehrfacher Hinsicht eine Wohl»that war. Sie setzte die bisherigen 35 Elbzoller-hebungsämter aus 14 herab, beseitigte alle Privile-8leu und Begünstigungen von Gilden, alle Srapel-Und Zwangsumschlagsrechte, verwandelte die ver-ichiedenen Zölle in eine allgemeine Lchiffsahrtsab-gabe und erleichterte das zollamtliche Verfahren. DieZölle blieben jedoch für die SchifsfahrtsverhältnisseW hoch, und die wesentliche Erleichterung, welche dieSchiffer zu ihrer Erhaltung fordern müssen, tratN'cht ein. Weitere, aber bei Weitem nicht ausrei-chende Erleichterungen wurde» von einer 1842 inDresden zusammengetretenene zweiten Revistons-Eonfercnz unterhandelt, welche zwei Jahre dauerte,und die Hannover das Recht zugestand, den StaderZutl mit zu erörtern. Es bewilligte auch einigeErmäßigungen desselben, wenn auch nicht die vomHandelsstande gewünschten, und hob mehrere lästigeund erschwerende Bestimmungen auf. Das Resultatder Conserenz war die Annahme der Elbschifffahrts-additionalakte, durch welche die drückenden Revisions-gebühren auf der Niederelbe aufgehoben, aber einZollzuschlag aus die Waareu gelegt uud die Erhebungder Zölle durch Einsührung des 14Thalerfußes unddes Zollcentners vereinfacht wurde. Für die Fahrtaus der Oberelbe war aber nichts zu erlangen, da dieWasser- und Uferbauten des Flusses große Opferbon den betreffenden Staaten verlangten. Im Jahr1850 hob Oesterreich den Elbzoll für seinen Landes-handel zwischen Melnik und der sächsischen Grenzemit Ausnahme des sür Bau- und Brennholzund für Stein- und Holzkohlen. Am 15. Sept. desWulicheu Jahres trat die 3. Revisionsconserenz inMagdeburg zusammen und zugleich eine hhdrotech-LLche Commission, welche die Elbe untersuchen undMittel zur Verbesserung der Stromverhältniffe an«»eben sollte. Auch wurde der Conserenz ein Antragauf Ermäßigung der Elbzölle vorgelegt und Oester-eich beantragte die gänzliche Aushebung derselben,^öer die anderen Regierungen gingen nicht daraufr!, n und Hannover verlangte eine Entschädigung da-Vi; auch die Anträge Sachsens, Hamburgs undOesterreichs auf Ermäßigung der Zölle wurden nichtaugenonimen. Die Conserenz blieb daher ebenfalls3 111 Jahre 1802 kam endlich über dieL^zollangelegenheit ein Arrangement der in Ham-hig getagten Elbschifffahrtscommission mit den Re-Mrungen der interesfirenden Elbuserstaateu, Rati-^ation vorbchältlich, zu Stande, wornach nunmehremi Schiffsahrtsverkehr aus diesem Flusse eine)?Lpsechende Erleichterung zu Theil geworden ist.sssh 4 April ist das Schlußprotokoll von den Bevoll-„ achtigten sämnitlicher Elbuferstaaten unterzeichnetdamit auch das vorerwähnte Arrangement zumSchluß gebracht worden. Die wesentlichen Punkteer neuen Vereinbarungen sind pie folgenden: Die

Bort's Univ -Sericoii.

ganze Strecke der Elbe, vom Beginn ihrer Schiffbar-keit in Böhmen bis nach Wittenberge, an der preu-ßisch-hannovcrschen Grenze, wird von jedem Zollevöllig_ befreit; nur von den, Wittenberge PasstrendenSchiffen wird auf gemeinschaftliche Rechnung sänimt-licher llferstaaten ein Zoll nach drei Classen erhoben,welcher sürden Zollcentner Bruttogewicht in der erstenClasse welche die V,, y s , H7und >/- Classen des jetzigenTarifs umsaßt, auf 10 Silberpsennige (zu Vae« $■),in der zweiten Classe (der jetzigen y l0 Classe) aus 8und in der dritten Classe (die jetzige y 20 und y«Classe umfassend) auf .2 dergleichen Pfennige festge-setzt. Von diesem Zolle erhallen Oesterreich, Preu-ßen, Sachsen, Anhalt und Hamburg die eine, Hanno-ver, Dänemark und Meklenburg die andere HLlsle. Umnun die zuletzt genannten drei Staaten und Anhaltwegen der, sie möglicher Weise treffenden finanziellenVerluste schadlos zu halten, sichern Oesterreich, Preu-ßen, Sachsen und Hamburg denselben überdies nocheine feste Rente von jährlich 132,000 Thlr. zu undversprechen, diese Summe, dasein die von ihnen er-hobene Halste der Elbzölle dieselbe nicht decken sollte,aus anderen Staatsmitteln zu ersüllen. Hiervontritt nur in solchen Jahren eine Ausnahme ein, inwelchen eine Blockade der Elbe stattgefunden hat.Hinsichtlich dieser Verbindlichkeit, ebenso wie bei derTheilung eines etwaigen Mehrbetrags ihrer Zoll-hälfte über jene Summe, concurriren Preußen undHamburg nach je 30, Oesterreich und Sachsen nachje 20°/,). Steigt der gesammte Nettoertrag der Elb-zölle auf mehr als 350,000 Thlr. jährlich, so trittvon 5 zu 5 Jahren eine weitere Ermäßigung derElbzölle nach im Voraus bestimmt vereinbartenGrundsätzen ein. Der Eßtinger Zoll wird aufgehoben.Die Dauer der neuen llebereinkunft, welche mit demI.Juli 1863 in Wirksamkeit treten sollte, ist aus 12Jahre festgesetzt, nach Ablauf dieses Zeitraums bleibteinem jeden der betheiligten Staaten unter gewissen,in dem Vertrage speziell aufgesührten Voraussetzun-gen das Recht einjähriger Kündigung vorbe-halten.

Elberfeld, in der preußischen Rheinprovinz, Re-gierungsbezirk Düsseldorf, an der Wupper, mit57,300 Einw., eine der reichsten und wichtigstenFabrik- und Handelsstädte Deutschlands, hat mitBarmen gemeiuschastlich eine Handelskammer. Fernerist es der Sitz eines Handelsgerichts, eines Gewerbe-gerichts, einer königl. Bankccnnnandite, einer Feuer-versicherungsgesellschaft, eines Leihhauses, einerSparkasse, von 2 öffentlichen Unterstützungskassenfür Fabrikarbeiter und von 57 Privat-Uuterstützungs-kassen, theils sür die Meister oder Gesellen einzelnerGewerbe, theils ohne Beschränkung auf einen bcstimmten Stands An gewerblichen Lehran-stalten besitzt die Stadt eine höhere Webeschule mitihren drei Abtheilungen sür den Unterricht in derWeberei, im Fabrikmusterzeichnen und in der Chemie,letztere mit blonderer Rücksichtaus Färberei, Drucke-rei uud Appretur, eine Gewerbeschule, eine Hand-werker-Fortbildungsschule und verschiedene Sonn-! tagsschulen für die Fortbildung der Handwerker,

! Weber und anderer Arbeiter. An sonstigen Lehr-, anstalten sind vorhanden: ein Gymnasium, eine^ Realschule, zahlreiche Elementarschulen rc. EndlichI besitzt die Stadt eine Seideutrockuungsaiistalt, welche! im Jahre 1802 einen Verkehr von 463,000 Psd. inchinesischer, japanischer, europäischer, levant. undostiud. Seide ergab. I» romantischer Lage, längs' des Flusses uud an den Abhängen des Thales, mit

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