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Erster Band.
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Embarkiren

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Emetin

findet, oder mit der ein Krieg bevorsteht, zurückzu-halten. Sehr oft ist daher das Embargo auf fremdeSchifte der Anfang der Feindseligkeiten.

Embarkiren, embarquiren, einladen, ein-schiffen.

Embaßd'ells, s. Serafin.

Embavigummi, s. Gummi, arabisches.

Embin ist der Name eines brasilianischen Holzes,das besonders zu Schifssmasten gebraucht wird.

Emden, größte Stadt des hannöverschen FUrsten-thums Ostfriesland, bedeutender Handelsplatz mitzollfreier Niederlage unweit des Ausflusses der Emsin den von der Nordsee gebildeten MeerbusenDollart und mit erstern durch einen Kanal ver-bunden, hat 13,000 Einw. Die Stadt ist größten-theils gut gebaut und von mehreren Kanälen durch-schnitten, auch seit 1848 mit einem neuen Fahrwasserund einer neuen Schutzschleuse gegen den Dollartversehen. Der Delst bildet einen doppelten Hafen,der in neuerer Zeit sehr verbessert worden ist, so daßSchifte von 5 — 600 Tonnen bis ins Innere derStadt zu den Magazinen gelangen können. Auf derV, Stunde von der Stadt entfernten Rhede aber!können die größten Kriegsschiffe sicher ankern und jvon ihr führt ein gutes Fahrwasser nach dem Hasen, jder von der hohen See aus bei günstigem Winde in !5 Stunden erreicht werden kann. Auf der Ems'können bcladene Schiffe von 5—600 Tonnen bisLeer fahren, kleinere von 150—200 Tonnen bis Halteund Papenburg, von da an aber ist der Fluß nurfür leichte Kähne bis Rheine schiffbar. Nach Aurichsührt von Emden aus ein Kanal und nach Leer undDelszyl gehen Dampfschiffe. Die Communicationmit dein Binncnlande war bis zum Jahre 1857 nursehr mangelhaft, da von hier aus nur eine einzigeChaussee über Oldenburg und Delmenhorst nachHannover sührt; durch die Eisenbahn über Rheinenach Münster rc. und von ersterer Stadt aus überOsnabruk nach Minden und Hannover, ist Emdenaber mit den Eisenbahnen des nördlichen und nord-westlichen Deutschlands in Verbindung gebrachtworden, wodurch der Binnenhandel Emdens bedeu-tend gewonnen hat. Emden beschäftigt sich mit derEinsuhr überseeischer Produkte und mit der Aus-fuhr der Landesprodukte, als: Getreide, Hülsen-srüchte, Rapssamen, Butter, Käse, Leinen, Ziegel rc.;ferner betreibt es ansehnlichen Handel mit fremdemGetreide, Holz, Eisen, Tabak rc. und bedeutendeRhederei. Der Schiffsverkehr pro 1861 im hiesigenHafen betrug an eingelaufenen Schiffen 1312, anausgelaufenen Schiffen 1182. Im Jahre 1862 lie-sen 1589 Schiffe von 29,492 Eommerzlasten hier ein,worunter 1217 mit hannoverscher, 62 niit holländi-scher, 17 mit oldenburgischer Flagge. Die Industrieder Stadt erstreckt sich hauptsächlich aus den Schiff-bau und die dazu gehörenden Gewerbe; außerdemgibt es hier Fabriken von Tabak, Cichorien, Papier,Seife, Gold- und Silber-, Baumwollen- undStrumpfwaaren, Oelmllhlen, Branntwein- undKalkbrennereien, Brauereien und in der Umgegendbedeutenden Gemüsebau, von dessen Erzeugnissenviel ausgeführt wird. Die Butter wird in eigenenFässern, sogenannten Achteln, a 50 Pfund NettoZollgcwicht verkauft. Da« Achtel soll 63 PfundBrutto wiegen, worauf 13 Psd. Tara gerechnet wer-den. Ein halbes Achtel oder Sechszehntel wiegtBrutto 33 Psd., die Tara beträgt 8 Psd.

Rechnung und Münzen. Die hiesigen Münz-verhällnisse sindjetztdiehanuoverschen (s.Hannover),

indessen wird im gemeinen Leben der Thaler nochzuweilen in 54 ostsr. Stüber eingetheilt. Auch istdie Rechnung nach Thalern Gold (die Pistole zu5 Thlr.) gebräuchlich. Früher rechnete man hieraußer nach Thalern zu 51 Stübern auch nach ostsr.Gulden zu 20 Stüber oder zu 10 Schaap, und nachholländischen Gulden zu 30 Stübern; der Stüberwird iu 10 Mitten getheilt. Emden und ganz Ost-sriesland stand früher, von 1744—1804 unter preu-ßischer Herrschaft. Im Jahr 1804 kam Emden anHolland, wurde 1810 Hauptstadt des sranzösischenDepartements der Ostems, kam 1814 wieder-anPreußen und 1815 an Hannover.

Wechselpreise. Die Wechselcourse werden hierwie solgt notirt:

auf Amsterdam in holländ. Gulden für diePistole zu 5 Thlr. Gold.

auf Bremen mit Angabe des Aufgelds oder Ber-lusts von Gold gegen Gold.

auf Hamburg in Groschen im 30-Thlr.-F. für1 Mark Hamburger Banco.

aus London in Goldthlr. oder in Thalern imM-Thlr.-F. für 1 Pfd. St.

Platzgebräuche. Getreide und Hülsenfrüchtewerden gewöhnlich pr. Last in Louisd'or, zuweilenauch in Courant Thlrn., Butter in Thalern Crt.verkauft.

Maß- und Gewichtsverhältnisse, s. Han-nover.

Von den früheren Maßen und Gewichten sindfolgende noch zuweilen im Gebrauch und erlaubt:Die Elle ist — O,^, Meter, — 1, 1620 neue hannöv.Ellen. Die Last beim Getreidemaß hat 15 TonuenL 4 Vierdup, ä 2 Vatjes ä 9 Krug; der Vierup ent-hält jetzt gesetzlich 2 hannöversche Kubikfuß und dieEmdener Last ist also der hannöverschen Last gleich.Das Schiffspfund hat 3 Centner a 100 Psd ; dasalte Emdener Pfund war — 496, 8M Grammen,= 7,0023 neue hannöv. Pfd.

. Emeraldin ist der Name einer neu erfundenen,

I unauflösbaren grünen Farbe sür Druckzeugc, welchei keiner vorhergehenden Beize von Eiweiß oder ähn-lichen Stoffen bedarf und jetzt in England ausAnilin oder diesen analogen chemischen Produkten,sowie aus verschiedenen Zusammensetzungen dersei-bcn und aus Oxyden erzeugt und direct auf dieFaser der Garne, Gewebe rc. übertrage» wird.Durch Behandlung dieser grünen Farbe mit Alkalienund alkalischen Salzen, ganz besonder« aber M»salzsaurer Potasche, wird sie in eine blaue verwan-delt, die der Erfinder Alz urin nennt.

Emeril, s. Schmirgel.

Emertics oder Amierties hießen ostindilcheDruckkattune, welche früher über England nachEuropa kamen.

Emetin ist das in der Brechwurzel oder Ipeca-cuanha enthaltene Alkaloid, das als ein hellbrauner,trockner, weingeistiger Extract von ekelhastemschmack dargestellt wird, welcher aus der Luft FelEtigkeit anzieht und daher vor dem Zutritt derselbenbewahrt werden muß. In dieser Form nennt ma»es ofsizinelles Emetin, Emetinum oklier'nale, und braucht es anstatt der Wurzel als Brech-mittel, aber nur in sehr kleinen Gaben, da es zeyn^mal stärker wirkt als jene. Im reinen Zustandbildet es ein weißes Pulver von schwach bittrem tscschmack, das schon bei —V12 Gran Erbrechen e -

regt. Man bereitet es auch aus der brechenerrgenden Kopsbeere, Psychotria emeticaund a