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Erster Band.
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Englisch-ofîindischc Compagnie 440

Eiitwicklungsstüsjrgkeit

macht. Es wird überall von den Droguisten undApothekern verfertigt und meist in Stücken von4Zoll Länge und 3 Zoll Breite, die in buntbedrucktePapierbrieschen gepackt sind, verkauft.

Englisch-vstrndischc Compagnie. Sie entstandim Jahre 1600 mit einem Kapital von ca. 30,000 Pfd.Sterling und war die wichtigste von allen ostiudi-schen Handelsgesellschaften. Anfangs verwaltete jederTheilnehmer sein Kapital auf eigene Rechnung, 1613aber wurden die Kapitale vereinigt und die Gesell-schaft gründete Faktoreien auf den meisten ostindi-schen Inseln, in Malakka, Siam, aus den Küstenvon Malabar und Koromandel und in den Staatendes Moguls; dabei aber wurden Klagen über ihreinnere Verwaltung laut und ihre alleinige Berechti-gung zum Handel wurde in Frage gestellt, weshalbdas Parlament 1698 eine neue ostiirdische Com-pagnie patentirte. Mit dieser vereinigte sich dieältere Gesellschaft im Jahr 1708. Die Äctien der-selben, Jndia-Stocks genannt, von 500 Psd.Sterl., bildeten ein Kapital von 6 Mill Psd., undaus den Besitzern von 4 Actien wurden die 24 Di-rekteren gewählt, in deren Händen die Regierungund Führung des unermeßlichen Geschäfts lag. IhreEigenmächtigkeiten gaben jedoch zu vielen Beschwer-den Veranlassung, so daß die Gesellschaft im 1.1732nur mit Mühe die Erneuerung ihres Freibriefs er-hielt Bald darauf entwickelte sich auch ihre großepolitische Kraft und sie erhob sich, nachdem sie meh-rere indische Fürsten besiegt, andere tributpflichtiggemacht hatte, zu einer unabhängigen Macht. Eserhoben sich jedoch fortwährend von mehreren Sei-ten Stimmen gegen ihre Verwaltung und es wurdendaher mehrere Versuche und Vorschläge zu ihrer Re-form gemacht, bis endlich unter Pitt lloarü ob con-trol, eine Oberaufsichtsbehörde über alle indischenAngelegenheiten, eingesetzt wurde, die, von der Kroneunabhängig, deni Ministerium einverleibt war unddessen Einwilligung die Gesellschaft zu allen ihren Un-ternehmungen einholen mußte. Ein aus 3 Directorenbestandenes geheimes Comite (Oomitoook secrecy) ver-handelte ohne Theilnahme der übrigen mit demselbenund faßte die Beschlüsse. Bei der Erneuerung ihresFreibriefs von 1814 an auf weitere 20 Jahre wurdeihr jedoch, unter übrigens für sie günstigen Bedin-gungen, das frühere Monopol des Handels nachallen östlich vom Cap gelegenen Ländern entzogenund ihr nur der Alleinhandel mit China gelassen,der aber 1834 ebenfalls freigegeben wurde. Seitdemerlosch ihr Wesen als Handelsgesellschaft völlig , ihreEtablissements gingen ein und an ihre Actionärewerden jährlich 630,000 Pfd. Sterl. oder 107s °/aals feste Dividende vertheilt.. Vom 1. Mai 1851bis 30. April 1852 betrugen ihre Einnahmen6,999,852 Pfd. Sterl., die Ausgaben 3,734,003 Pfd.Sterl., mithin der Gewinn 3,265,849 Pfd. Sterl.Ihre wichtigste Einnahmequelle war der hohe Zoll,den sie von der Erzeugung des Opiums erhoben hat,welche früher ihr Monopol war, und obgleich sienicht offiziell damit handelte, so deckte doch der Ge-winn daran, da er in China fast um das Fünffachedes Erzeugungspreises abgesetzt wurde, einen großenTheil der Verwaltungskosten Indiens. Aber auchihre politische Bedeutung ist seit vielen Jahren fort-während gesunken. Das Directorium, Hagt-Inäia-House genannt, welches in London residirt, standmit dem Loarcl ok eontrol in häufigen Mihhellig»leiten; über die wichtigsten Angelegenheiten wurdehin und her parlamentirt, wodurch der Geschästs-

gang außerordentlich erschwert und schleppend ge-macht wurde, und zuletzt warf immer ein Theil dieVerantwortlichkeit auf den anderen. Bei der gegen-wärtigen Lage Indiens und den wichtigen Ereig-nissen, welche daselbst eingetreten sind, konnte einsolcher Zustand nicht länger fortbestehen und es schienrathsam, den Freibrief der ostindischen Compagnienicht mehr zu erneuern, vielmehr beschränkte nianim Jahre 1853 die Rechte der Gesellschaft abermals,indem man ihre Directoren nun auf Widerruf er-nannte und von den Beamten der Krone abhängigmachte. Nur noch ein Schatten war jetzt die Com-pagnie. Man ließ sie aus gewissen Rücksichten fort-bestehen, bis endlich 1858 der letzte Schritt geschah,indem man ihr die noch besessenen politischen Rechteentriß und ihr indisches Reich als eine Colonie Eng-lands unmittelbar und total unter die Verwaltungder Krone stellte. Jetzt gibt es nur noch Inhabervon Actien der ostindischen Gesellschaft.

Englischrvth, Braunroth, Polirroth oderVitriolroth ist eine Art Coleothar ls. d.) vonschöner, lebhafter, brannlichrother Farbe, die bei derBereitung der Schwefelsäure aus Eisenvitriol ge-wonnen und als Anstreichfarbe, sowie zum Polirenvon Silber, Gold, Stahl rc. benutzt wird. Manerhält es von den Schweselsäurefabriken und auchvon mehreren chemischen Fabriken.

Englisch Salz, s. Bittersalz.

En gros heißt im Großen, im Ganzen; daherEngroshandel oder Großhandel, der Handelim Ganzen, in größeren Quantitäten, den die Kauf-leute unter sich, nicht mit den Consumenten betrei-ben; Engroshändler, Engrosist, s. v. a.Großhändler. S. auch Handel.

Entlasten heißt Jemanden für einen früher de-bitirten Betrag wieder creditiren und den ersterendadurch ausgleichen.

Entlöschen, s. Löschen.

. Entnehmen bedeutet im Wechselgeschäft trassiren,ziehen, abgeben. (S. Wechsel). Auch heißt es ftviel als ersehen.

Entoilage» nennt man in Frankreich und zu-weilen auch in Deuschland schmale Bobbinetstreisenvon 7a Zoll bis zn 1 / 2 Elle Breite.

Entre deux mers nennt man besonders imnördlichen Frankreich die in der Gegend von Bor-deaux, zwischen der Garonne und Dordogne erzeug-ten Weine; s. Bordeauxweine.

Entrefins werden in Frankreich die mittelfeinettTuche genannt.

Enirelarges heißen im französischen Leinwand-handel die zwischen den schmalen und breiten in derMitte stehenden Leinen, namentlich von der Breiteder deutschen Créas. S. auch Demi cents.

Entrepôt heißt überhaupt eine Waarennieder-lage; meist aber versteht man darunter ein unterAufsicht des Staats oder der Zollbehörde stehendesWaarenmagazin, in welchem Waaren, die zur Wie-derausfuhr bestimmt sind, niedergelegt werden kömnen, ohne daß Zoll dafür bezahlt wird, wie sichdergleichen namentlich auf den Packhöfen und in denFreihäfen befinden. Im Entrepôt heißt daher ge-wöhnlich so viel als unverzollt.

Entrepreniren sagt man zuweilen, jedoch selten,für unternehmen; gebräuchlicher ist Entrepre-neur für Unternehmer, und E n t r e P r i s e für Un-ternehmung.

Entwicklungsflüssigkeit

wird diejenige Flüssigkeit der

oder EntwicklerPhotographie genannt,