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Erster Band.
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Enveloppe

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Ephcu

Welche dazu dient, das Bild, das in der Cameraobscura des Objektives (s b.) aufgenommen ist, ausder Glasplatte zum Vorschein zu bringen. Man ge-braucht siir positive Bilder 200 Gramm destillirtesWasser, 5 Grm. schwefelsaures Eisenoxydul, 6 Grm.salpetersaures Kali und 5 Grm. Eisessigsäure, wozunoch in der Regel 5 Grm. Alkohol gesetzt werden.Alle Salze müssen rein sein. Diese Flüssigkeit hältsich, in der Kälte aufbewahrt, einige Wochen, färbtsich aber bald gelb, dann bräunlich. Eine andreBorschrist ist folgende: Man löse 9 Grm. salpeter-sauren Baryt in 150 Grm. destillirtem Wasser undfüge 1 Grm. Salpetersäure zu und 15 Grm. pul-verisirtes schwefelsaures Eisenoxydul. Der Nieder-schlag senkt sich; nach einigen Stunden gieße mandie hellgrüne Flüssigkeit ab und füge noch 5—10 Grm.Alkohol zu. Für negativeBilder wird vorgeschrieben:25 Grm. schwefelsaures Eisenoxydul in 500 Grm.destillirtem Wasser; 25 Grm. Eisessig und 10—20Grm. Alkohol. Dazu setze mau höchstens 1 Tag vordem Gebrauch noch 10 Grm. von folgender Lösung:5 Grm. essigsaures Natron in 50 Grm. destillirteuiWasser. Für Stiche und Kunstwerke ist folgendesRecept am geeignetsten: 50 Grm. schwefelsaures Ei-senorydul in 800 —1000 Grm. destillirtem Wassergelöst. Nachdem es filtrirt ist, setze man zu 5 Grm.einer gesättigten Gallnssäurelösnng in Wasser 1 Grm.Gitronensäure in Wasser gelöst, 20 Grm. Eisessig-säure und 30 Grm. Alkohol.

Enveloppe nennt man beim Leinenhandel dasStück ordinäre Leinwand, in welches die bei derVersendung in Kisten gepackte Creas eingeschlagenlst. Es ist gewöhnlich ein halbes Stück ordinäresweißgarniges Leinen von 53 Ellen Länge. Auch ver-steht man unter Enveloppes die meist verziertenBriefcouverts, welche von den Fabriken feiner Luxus-papiere verfertigt werden.

Enversms oder Serges de Saint-Nico-las heißt eine Art grober französischer wollenerSerge.

Enzian , unter diesem Namen begreift man imDroguenhandel theils die Wurzel, theils das Krautbcrschtedener Pflanzen. 1) Rothe oder gelbe En-isanwurzel, Bitterwurzel, Gentian, Ea-“'x Gentianae rubrae oder luteae, eineaußen graubraune, gelb- oder röthlichbraune, in-wendig gelblichbraune Wurzel von sehr bittrem Ge-schmack, welche in bis 1 Fuß langen und bis 1y 2 Zollwcken, gebogenen, der Länge nach gerunzelten undyben mit ringförmigen Erhabenheiten versehenenStücken vorkommt. Sie stammt hauptsächlich von"entiana lutoa, doch auch von G. punctata, G. pan-?onica und G. purpurea, welche sämmtlich besondersuu der Schweiz, Salzburg, Oberbaiern und in denPyrenäen auf Alpenwiesen wachsen. Sie wird als^Uagenflärkendes Arzneimittel und in der Thier-arznei gebraucht, und die aus den Pyrenäen unter^m Namen französischer Enzian gewöhnlichvon Hamburg, die schweizer von Basel und Nürn-vrrg bezogen. Auch wird sie zur Verfertigung bitte-re Branntweine (Enziangeist) benutzt. Dievon mittler Dicke ist die beste und man hat darausS? When, daß sie recht frisch, gelb und nicht wurm-mchrg ist. Der daraus gezogene Bitterstoff wird un-N dem Namen Gentianin in den chemischen«abriken verfertigt und ist ein hellgelbes Extract,aber hellgelbe, nicht bitter schmeckende Nadeln, welche,va sie sauer reagiren, auch Enziansänre genannt wer-vrn. Dieser Bitterstoff, den man in der Medizin

nur selten anwendet, unterscheidet sich von dem inder Wurzel enthaltenen Farbstoff, Gentisin, wel-cher goldgelbe Nadelkrystalle bildet. Die Wurzel ent-hält noch Zucker, Gummi, Fett rc. Noch ein offi-zineller Extract ist braun von zweiter Consistenz.

2) Weißer Enzian, weiße Hirsch- oderMut-terwurzel, Radix Gentianae albae, kommtvon dem breitblättrigen Laserkraute, Laser-pitiumlatikolium,einerDoldenpflanze, die in Deutsch-land in Wälder» und auf Kalkgebirgen, namentlichbei Jena, wächst. Sie ist möhrensörmig, bis 2 Fußlang, hat eine hellbraune Oberhaut, die aber ge-wöhnlich abgeschabt ist, daher die im Handel vor-kommende Wurzel innen und außen weiß ist. DerGeschmack ist scharf bitter, der Geruch der Angelikaähnlich. Sie wird als ein kräftig reizendes Heil-mittel, besonders i» der Thierheilkunde benutzt.

3) Kreuzenzian, Geutiana erneiata, wächstin Mitteleuropa und kommt besonders aus Böhmen.Man brauchte früher, jetzt seltener, die Wurzel unddas Kraut in der Medizin und die erstere wurde be-sonders als ein Spezificum gegen die Hundswuthempfohlen. Sie ist lang, bis fingersdick, weißlich,mit strahligem, gelbbraunem, von einem dunkel-braunem Ringe umgebenem Marke; der Stengel istfußhoch, die Blätter über 2 Zoll lang und halb sobreit, stumpsrinnig. 4) GemeinerEnzian oderLun genenzian, Geutiana pueuinouaute,wächst auf etwas feuchten Wiesen, fast überall inDeutschland, hat eine ausdauernde, langfaserigeWurzel, einfachen, 1—2 Fuß hohen Stengel, mitgegenüberstehenden, lineallanzeltlichen Blättern undeinzelnstehenden, schönen blauen, über 1 Zoll langenBlumen. Man sammelte früher die Wurzel, dasKraut und die Blumen unter dem Namen Radix,Herba und Flores Antirrhini coerulei oder Pneü-monanthes, da aber die Heilkräfte gegen Brustkrank-heiten, die besonders den Blumen zugeschrieben wur-den, sich nicht bewährten, so sind sie jetzt nicht überallmehr im Gebrauch. 5) Herbstenzian, Gen-tianellenkraut, Himmelsstengel, HerbaGentianellae, hauptsächlich von Gentiana ama-rella, aber auch von G. germanica, campestris undobtusifolia. Man sammelt die ganze Pflanze, dochist sie jetzt ziemlich außer Gebrauch.

Eordin, ein rother Farbestoff, der aus den Spar-gelbeeren gewonnen wird und zum Färben von Wolleund Seide dient.

Cpheu, Hedera helix, ein im mittlen undsüdlichen Europa wachsender immergrüner klettern-der Strauch mit drei-bis sünslappigen, lederartigenBlättern, die einen widerlich herben Geschmack haben.Man brauchte sonst diese, sowie die erbsengroßen,schwärzlichen, säuerlich schmeckenden Beeren und dasleichte schwammige Holz, Folia, Baccae und LignumIlederae, iil der Medizin, jetzt aber wird nur nochdas Epheuharz, Gummi Ilederae, geführt.Dieses schwitzt in den wärmeren Ländern, in Italien,im Orient rc., entweder von selbst oder nach gemachtenEinschnitten aus der Rinde des Baumes und kommtin eckigen, oft eigroßen zerreiblichen Stücken vonrothbrauner oder grünlicher Farbe in den Handel,die aus durchscheinenden Körnern zusammengehauftund gewöhnlich mit Rindenstückchen und anderenUnreinigkeiten vermischt sind. Gerieben oder erwärmtriecht es etwas gewürzhaft und hat einen bitterlichen,etwas kratzenden Geschmack. In den Samen ist dasHederin, eine Base, enthalten; eben so dieHe-derinsänre, welche in grünen Nadeln und Blätt-