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Erster Band.
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Franco 496 Frankatur^» ang

zum Theil den Oberbnrgunderweineu ähnlich sind.Die besten rothen Weine werden im Deport, deroberen Saone bei Rah im Bezirk Gray gewonnenund unter diesen sind die Vom (llos än 6llLtean ammeisten geschätzt. Sie sind von angenehmem Ge-schmack, halten sich lange und werden aus dem Lagerimmer besser. Weit bedeutender ist aber der Weinbauim Departement des Jura, wo die besten Weine inder Umgegend von Poligny wachsen. Die vorzllg-lichsten rothen sind die von Arsures im Kanton Ar-bois, welche nicht sehr dunkel von Farbe sind, aberKörper, feinen Geschmack, viel Geist und eine etwashimbeerartige Blume haben. Sie können 6—7 Jahreauf dem Fasse liegen und halten sich dann noch sehrlange auf Flaschen. Unter den weißen Weinen diesesDepartements sind die von Chateau-Chalons amMeisten geschätzt; sie haben Mark, viel Geist, Blumeund eine sehr angenehme, aromatische Würze. Dievon Arbois, welche ebenfalls sehr gut sind undeinen milden, angenehmen Geschmack haben,moussiren in der Jugend wie der Champagnerund kommen im Alter dem alten Chateau-Chalonsnahe; das Nämliche gilt auch von denen vonPnpillin. Im Departement Doubs wird derbeste rothe Wein bei Eminguey und Trois-Chaletsunweit Pesangon erbaut, der nach 3—4 Jahrenschöne Farbe, Körper und angenehmen Geschmackerhält. — Alle diese Weine gehen besonders nachder Schweiz, dem Elsaß und zuweilen auch nachDeutschland.

Franco, franko oder frei sagt manvonjederAbsendung, für welche der Absender die Kosten trägtund die mithin der Ueberbringer kostenfrei zu über-geben hat. Eine Sendung frankiren heißt daherdie Transportkosten dafür bezahlen, und Franka-tur bedeutet die Handlung des Frankirens. Dieseskommt besonders bei Versendung von Briefen undPacketen durch die Post vor, doch auch zuweilen beiFrachtsendungen, in welchem Fall die nöthige Be-merkung in den Frachtbrief gesetzt wird (s. Fracht-brief). Bei Postsendungen schreibt man aus dieAdresse des Briefes, in die untere Ecke zur Linkendas Wort franco oder frei (frco. oder fr.); unbe-schwerte Briefe aber, die keine Beilagen von Werthenthalten und zu denen keine Packete gehören, werdenjetzt innerhalb ganz Deutschland durch das Aufklebenvon F r a u c o m a r k e n (s. d.) fraukirt. In der Regelhat der Absender eines Briefes oder eines Packeisnicht nöthig, denselben zu frankiren; bei den Sen-dungen nach einigen Ländern aber, besonders außer-halb Europa, muß dies geschehen, und zwar meistbis zur Grenze eines solchen Landes oder bis zurdiesseitigen oder jenseitigen Seeküste, und gewöhn-lich kann eine solche Sendung auch nicht weiter,also nicht bis zum Bestimmungsorte frankirt werden.Man nennt dies den Frankaturzwang (s.d.). —Im Waarenhandel geschieht es zuweilen, daß derVerkäufer die Fracht bis zum Wohnorte des Käufers,oder auch nur bis zu einem zwischenliegenden Orteträgt, in welchem Fall er natürlich den Preis derWaare um den Betrag der Frachtkosten vermehrenmuß, außer wenn er die.Waare von dem Erzeugnugs-oderBezngsorte nicht nach seinemWohnorte, sondernnach einem anderen Platze hat gehen lassen. Wenner sie von seinem Wohnorte aus absendet, so bezahlter die Fracht entweder selbst an den Fuhrmann,den Schisier oder die Eisenbahn , oder er schickt dieWaare unfrankirt ab und schreibt den Betrag derFracht dem Empfänger gut, indem er ihn auch zu-

weilen sogleich auf der Factur von der Endsummeabzieht.

Francomarken, Briefmarken oder Porto-marken sind eine neue zweckmäßige Einrichtungbeim deutschen Briespostwesen, die auch schon meinigen anderen Ländern besteht. Es sind kleineviereckige Marken von Papier, denen ein gewisserWerth aufgedruckt ist und die auf der Rückseite mitGummi bestrichen sind, so daß man diese nur einwenig zu benetzen braucht, um die Marke auf dieAdresse eines Briefes kleben zu können?) Mankauft sie in beliebiger Anzahl bei den Postanstalten °,der ihnen aufgedruckte Werth drückt die verschiedenenPortosätze aus, deren es jetzt in Deutschland nurdrei gibt, nämlich 1, 2 und 3 Sgr. im 30 Thlr. F.,3, 5, 10, 15 Kr. im 45 Fl. Fuß, und 3, 0 und 9 Kr.im 5214 Fl. Fuß, wozu zedoch für die Versendungeninnerhalb der einzelnen Länder noch einige andere,wie >4 Sgr., 3 Pfenn. rc. kommen. Durch das Aus-kleben einer solchen Marke auf einen Brief wird der-selbe frankirt, und man kann ihn nun sogleich in einenBriefkasten oder Schalter werfen, die in allen Städtenan mehreren Orten angebracht sind und aus denendie Briefe mehreremale des Tages von Seiten derPost abgeholt werden. Man muß jedoch auch dierichtige Portomarke auskleben, welche dem zu be-zahlenden Porto entspricht, denn nimmt man einehöhere Marke dazu, so erstattet die Post das Mehrnicht zurück, ist die Marke aber zu niedrig, so mußder Adressat nicht allein das Fehlende, sondern auchden Zuschlag, als wäre der Brief unfrankirt abge-sandt worden, bezahlen. Man muß sich daher eigent-lich mit einem Portotarif versehen, auf welchem diePortosätze für einen einfachen Brief nach allenStädten Deutschlands angegeben sind und den diePostanstalten für alle großen Städte drucken lassenund verkaufen. Auch muß man darauf sehen, daßder Bries nur einfach ist, d. h. daß er kein volles LothZollgewicht wiegt, da sür größere« Gewicht auch einehöhere Portomarke aufgeklebt werden muß, indelNfür jedes Loth Mehrgewicht der einfache Portofatz er-hoben wird. Wer daher viel Briefe abzuschicken hat,versieht sich gewöhnlich mit einer besonders eingerich-teten Briefwage (s. Wagen), um starke Briefe selbstwägen zu können. Außerdem muß man alle solcheBriefe auf die Post schicken, um sie wägen und diebetreffende Portomarke gegen Bezahlung des Portosdarauf kleben zu lassen. Auf beschwerte Briefe w'Inhalt von Werth und auf solche, zu denen ein Packstgehört, ist diese Einrichtung jedoch nicht anwendbar,sondern diese müssen auf die Post geschickt werden,wo das Porto berechnet und bezahlt wird. — w 'auch Post.

Frangen, s. Franzen.

Frangulin, s. Faulbaum.

Frankaturzwang oder Francozwang nenmman beim Postwesen die Einrichtung, vermöge to«'cher die Briefe und Packete, zuweilen auch blos dnletzteren, nach einem gewissen Lande bei der Abst"'düng entweder ganz oder bis zur Grenze oder Knstfrankirt werden müssen und auch nur bis 3“.Grenze rc., nicht bis zum Bestimmungsorte frattN-werden können. Er findet von Deutschland aus n»noch nach folgenden Ländern statt: nach Portugas-Spanien, der Türkei, jedoch mit Ausnahme »u

*) In neuerer Zeit werden von den Postämtern auchCouverts ausgegeben, auf welchen die Marken ringest«""Pclt sind.