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Erster Band.
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Frankreich

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Frankreich

westlichen Küste in großer Menge gefangen und ge-pflegt werden. Von Mineralien werden eigentlichnur Eisen und Steinkohlen in Menge gewonnen, dader Bergbau auf andere Metalle noch nicht in derAusdehnung betrieben wird, um große Resultate zuliefern, denn außerdem würden die Gebirge gewißgrößere Ausbeute geben. Gold wird nur in geringerMenge aus den Flüssen gewonnen, Silber ebenfallsnicht in großer Menge; Kupfer nur ca. 3000 Ctr.in den Départ. Oberalpen, Niederrhein, Rhone undNiederpyrenäen; Blei in größerer Menge in denDépart. Finisterre, Isère, Loire, Lozère und Nieder-rhein. Der Eisenbergbau, dessen Hauptsitz in dmDépart. Obermarne, Côte d'or, Obersaone, Mosel,Rievre, Ardennen, Loire, Maas und Cher ist undaußerdem noch in etwa 16 anderen Departementsbetrieben wird, ist sehr bedeutend.*) Braunsteingibt es im Départ. Saône und Loire; in mehrerenGegenden findet sich Spießglanz und im Départ.Aveyron hat man auch Spuren von Quecksilber ge-funden. Am reichsten ist das Land an Steinkohlen,welche in 36 Departements, in größter Menge indenen des Nordens, der Loire, der Saone und Loire,des Aveyron und des Calvados gefunden werden.Im Jahre 1863 erreichte die Gesammtproduktion100 Mill. metr. Ctr. gegen 94 Will. metr. Ctr. in1862. Bor 10 Jahren (1853) wurden nur59,380,000 metr. Ctr. Steinkohlen in Frankreich ge-wonnen. Salzquellen gibt es nur in 7 Départ.,dagegen in mehreren Gegenden sehr mächtige Stein-salzlager, namentlich bei Vic und Dieuze im Départ,der Meurthe, welche allein ganz Frankreich 96,000Jahre lang mit Salz versorgen könnten. Seesalzwird in großer Menge an den Küsten gewonnen undbildet einen bedeutenden Ausfuhrartikel. Außerdemliefert das Mineralreich noch Alaun, Vitriol, Erd-pech und Erdöl, Marmor, Alabaster, Porzellan- undandern Thon, Mühlsteine, Flintensteine rc.

Frankreich ist vorzugsweise ein Industriestaat undnimmt als solcher eine ausgezeichnete Stelle ein, dennes gibt keinen Zweig der industriellen Thätigkeit, derhier nicht betrieben würde und in vielen wird Frank-reich von keinem andern Lande übertreffen, besondersin allen Gegenständen des Luxus, des Putzes und desfeinen Geschmacks. Die Erzeugung und Gewinnungder zahlreichen Naturprodukte beschäftigt natürlicheine große Menge Menschen, aber der französischeLandmann steht meist noch auf einer ziemlich niedri-gen Bildungsstufe und daher kommt es hauptsächlich,daß mehrere Zweige des eigentlichen Ackerbaues undder Viehzucht nicht den Ertrag liefern, den man vondem Lande erwarten könnte. Mit größerer Sorg-falt und Aufmerksamkeit wird die Erbauung undBereitung des Weines betrieben, wodurch auch be-sonders die rothen Weine Frankreichs den Vorzugvor allen anderen erhalten haben, obgleich es vieleLänder gibt, die vermöge ihrer klimatischen uudBodenverhältnisse edlere und feurigere Weine erzeu-gen. Branntwein wird fast im ganzen Lande be-reitet, besonders aber im südwestlichen und südlichenTheile desselben, und ebenso auch Essig. Die Ge-winnung der Seide ist in einigen südlichen Departe-ments ein nicht unbedeutender Erwerbszweig, wäh-rend die Erzeugung und Verarbeitung des Hanfes,

*) Die Fabrikation des mit Holzkohlen erblasenen Roh-eisens bat in 1863: s, 80 v ,000 metr. Ctr. mit einem Werthvon 47 Millionen Frs. betragen; die Hohöfen, welche mine-ralische Kohlen und CoakS verwenden, dürften ü Mill. metr.Ctr. zum Werthe von 06 Millionen FrS. producircn.

des Flachses, der Schafwolle, des Leders rc. mehrdem Norden angehören. Hier werden auch in 17Departements die Runkelrüben erzeugt, welche diezahlreichen Fabriken, von denen sich die meisten indein Departem. des Nordens, außerdem in denen desPas de Calais, der Aisne, der Somme rc. befinden,in Zucker verwandeln. — Viele Hände beschäftigt derBergbau und das Hüttenwesen, desgleichen dieFischerei in der See, sowohl in der Nähe der eigenenKüsten, deren Gegenstände besonders Sardellen,Anchovis, Thunfische und Austern sind, als auch inferneren Gewässern, namentlich auf Kabliau beiNeufundland, und auf Heringe im Kanal und anden schottischen Küsten. Der erstere wird am stärk-sten von Dünkirchen aus, dann von Rcchelle, Gran-ville, St. Malo, Bordeaux, Marseille rc., der letzterevon Dieppe, Boulogne, Granville, Honfleur rc. be-trieben. Auch auf den Wallfischsang gehen besondersvon Havre, außerdem auch von Nantes, Dieppe rc.Schiffe aus. — Die Fabrikindustrie wird mit großerThätigkeit, mit Benutzung aller neuen Erfindungenin der Mechanik und dem Maschinenwesen und mitbedeutenden Kapitalkräften betrieben, und sie liefertauch diesem entsprechende und meist ausgezeichneteResultate. Die vielen mechanischen Spinnereien,wovon sich in der Umgegend von Rouen allein über300 befinden, liefern den Garnbedarf für die zahl-reichen Webereien, bis auf die seinen Nummern,welche noch aus England kommen. Die Banm-wollenweberei beschäftigt gegen 1 / 2 Mill. Menschenund liefert Fabrikate aller Art, zum Theil von aus-ezeichneter Qualität, von denen auch eine nicht nn-edeutende Ausfuhr stattfindet. Der Hauptsitz derBaumwollenindustrie befindet sich in den Depart.des Oberrheins (besonders Mühlhausen und Um-gegend), der Somme, des Pas de Calais, der unterenSeine, der Aisne, Manche, der oberen Saone, deSDoubs, der Eure rc. Bei den Webereien fehlennatürlich auch die Bleichen, die Färbereien undDruckereien nicht. — Die Leinenindustrie hat ihrenSitz besonders in der Normandie und Bretagne, fürfeine Batiste und Spitzen, deren Fabrikation in derneueren Zeit aber bedeutend abgenommen hat, indem französischen Antheile des ehemaligen Flan-derns, den Departements des Nordens und des Pasde Calais; außerdem wird jedoch auch noch in vielenanderen Gegenden Leinwand verfertigt. Im Allge-meinen hat hie Flachsspinnerei und Leinenfabrikation

einen bedeutenden Aufschwung genommen. Die Zu-nahme dieser Fabrikation geht am besten aus derThatsache hervor, daß die Einfuhr von rohem Hanfund Flachs seit 1859 sich beinahe verdoppelt hat.Die Handspinnerei ist zwar noch immer überall ge-bräuchlich , aber die Maschinenspinnerei gewinntimmer mehr Terrain. — Wollene und gemischteWaaren fabrizirt Frankreich fast in allen Gattungenund meist in vorzüglicher Qualität, besonders in dennördlichen und nordwestlichen Departements, und esdeckt damit nicht allein seinen eigenen Bedarf, son-dern es führt auch besonders von gemusterten unddünnen Stoffen, Teppichen rc. nicht unbedeutendaus. — Wichtiger als dies Alles ist jedoch die Sei-denfabrikation, mit welcher Frankreich unter allenLändern der Welt die erste Stelle einnimmt. DieVorbereitung (Conditionirung) der Seide geschiehtvorzüglich in Lyon, St. Etienne, Avignon, Nimes rc.;die. Weberei der Stoffe hat ihren Hauptsitz in Lyonund dessen Umgegend, in Avignon, Tours, Nirnes rc.»der Bänder in St. Etienne, St. Chamond und Paris-