Frankreich
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Frankreich
Frankreich besitzt jetzt gegen 100,000 Handwebstühlejür Seidenwaaren, von denen die Hälfte allein aufLyon und dessen Umgegend kommen, 20,000 mitoer Bandfabrikation des Loiredepartements («t.Etienne ic.) und die übrigen besonders in Paris,Avignon, Nimes, der Picardie und dem llllosel-departement beschäftigt sind. Der Gesammtwerthoer fabrizirten Seidenwaaren belauft stch durch-schnittlich auf 350 am Franken, von denen dasLand mehr als die Hälfte selbst verbraucht; die meisteAusfuhr geht nach den Vereinigten Staaten, dannnach England', Deutschland, Belgien, Spanien ic.-• Die Bearbeitung des Leders ist ebenfalls ein be-deutender Zweig der französischen Industrie, undzwar sowohl die Gerbereien, als auch die Fabrikenvon Lederwaaren aller Art. Die ersteren gibt eslast in jeder Stadt, besonders aber in den nordwest-nchen und nördlichen Departements und in.denStädten Pont-Audemer, Bernai, Rouen, Caen,Llsieux, Falaise, Bayeux, Broglie, Trotzes, Sens,EhalonssurSaone, Auxerre, Blois, Givet, Rheims,Chartres, Saint-Germain, Abbeville rc.; in Pariswerden besonders feine Ledersorten verfertigt, weiß-Aahres Leder in Annonay, Luneville, Chanmont,Mans, Romans rc., Marokin in Paris, Marseille,Straßburg, Lyon, Mühlhausen rc. Unter den Leder-spaaren sind die feinen Handschuhe besonders wich-ug, die früher ausschließlich in Grenoble, jetzt aberauch in Paris, Luneville, Chanmont, Annonay rc.,vrdinaire Handschuhe besonders in Bendome, hirsch-lederne in Rennes rc. verfertigt werden. Der Werthdes Fabrikats beträgt gegen 30 Mill. Franken, wo-von ohngefähr der dritte Theil ausgeführt wird. —Papier aller Art wird in mehreren hundert über dasganze Land zerstreuten Fabriken verfertigt, welchedurch das Verbot der Lumpenausfuhr und durch diehohen Zölle auf ausländisches Papier sehr begünstigtsind; außerdem gibt es noch, besonders in Paris,eine bedeutende Anzahl Fabriken von Tapeten, bun-ten und Luxuspapieren. — Unter den Thouwaarenzeichnet sich das französische Porzellan besonders durchblendend weiße Farbe, Schönheit der Malerei undVergoldung und elegante Formen aus, wäh-rend es inBezug aufHaltbarkeit dem deutschen nach-steht. Die Nationalfabrik von Sevres bei Paris istonrch ihre ausgezeichneten, besonders großen Arbei-Vasen und dgl., vorzüglich berühmt; außerdemSwt es noch in Paris, Chantilly, Limoges und ande-rn Orten bedeutende Fabriken. Fatzence wird in-^tevers, Chantilly, Monterau, Tont, Straßburg rc.,rrdmaires Töpfergeschirr besonders in Sarreguemi-"es und Meillonas verfertigt. — Die Erzeugnisse
der französischen Glasfabriken werden kaum vondenen eines andern Landes übertrofsen undkommen selbst den böhmischen fast gleich.Besonders ausgezeichnet find die Spiegelfabriken;ferner die Fabriken von Krystallglas, geschlistenemund farbigem Hohlglas-, Tafel- und Fensterglas,Weinflaschen, Uhrgläsern, Glaskorallen rc. —Zu den wichtigsten Industriezweigen gehörendie Metallwaarensabriken, unter denen die vonächten und unächten Gold- und Silberwaaren,Bronze und Bijouterien den ersten Rang einnehmen.Die Hanptsitze derselben sind in Paris , Lyon, Bor-deaux , Straßburg, Avignon rc. Sie zeichnen sichdurch Schönheit, geschmackvolle Formen, Güte undverhältnismäßig billige Preise aus. Stutzuhren mitPorzellan- und Bronzegehäusen werden besonders inParis verfertigt; Taschenuhren besonders in den andie Schweiz grenzenden Departements. — ' DieEisenwaarenfabriken liefern außer Stangeneisen,Schienen, Blechen, Draht und vortrefflichen Gnß-waaren, besonders Maschinen aller Art, Messer-schmicdewaaren, chirurgische Instrumente, Waffen,Werkzeuge, Nägel und eine Menge kleiner Eisen- undStahlwaaren, darunter auch ausgezeichnete Stahlbi-jouterien; Quincailleriefabriken gibt es besonders inParis, Lyon, St. Etienne, Roanne, Rancourt re.,deren Erzeugnisse in die ganze Welt versandt wer-den. — Ganz besonders zeichnet sich Frankreich aufdem großen Felde der Galanterie- und Modewaarenaus, in denen die Franzosen eine unerschöpfliche Er-findungsgabe besitzen und womit sie fast in der gan-zen civilisirten Welt den Ton angeben. Dahin ge-hören besonders die Stickereien, künstlichen Blunien,Schmncksedern, Hüte, Fächer, künstlichen Perlen,Schirme, Masken, Lampen, geschnittenen Steine,Haararbeiten, Parfümerien aller Art, Schminken rc.Auch die Verfertigung von ätherischen Oelen undEssenzen, Seifen für die Wirthschaft und für dieToilette, die Fabrikation von Chemikalien und Far-ben sind bedentende Jndnstriegegenstände, und es istbei dieser großen Jndustriethätigkeit die Anwendungder Dampfmaschinen natürlich sehr ausgebreitet.
Der Handel Frankreichs wird in den „allge-meinen" (Commerce g^neral) und den „ Spezial-handel" (Commerce spocial) getheilt. Der erste be-greift Alles, auch die bloße Durchfuhr in sich; derietzte hingegen blos diejenigen Gegenstände, welchein Frankreich selbst zum Verbrauche kommen oder alsfranzösische Produkte verarbeitet, ausgeführt werden.Die größte Wichtigkeit hat demnach der Spezial-handel.
Der allgemeine Handel 1858—60 ergab in Millionen Franken:
Offic ieller W erth. Wirklich er Werth.
'l858. " 1859. " 1860. 1858. 1859. 1860.
Einfuhr 2034,, 2148,2 2392,4 2164,., 2354, * 2657, 3
Ausfuhr 244l' 9 2755, „ 2940, 4 _ 2561„ 3057,, 3147,,
Zusanunen 4476, 8 4903, 8 5341, 8 4725 ,5 5411, 0 5804, 8
Der Spezialhandel 1858—60 ergab:
Officieller Werth.
1858. 1859. 1860.
Einfuhr 1383,7 1404 1585
Ausfuhr 1777,s 1998 2091, 8
Zusammen 3161,2 3402 3676, 3
Wirklicher Werth.
1858.1562, 81887,3
1859.1640,72266, (
1860.
1897,3
2271.,
3450,, 3907„ 41 68,4