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Erster Band.
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Glonoin

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4 Theilen Kupfer u. I Theil Zinn, zuweilen auchvon Glas verfertigt. Die letzteren sind nur zu ordi-nairen hölzernen Wanduhren bestimmt, zu denenman jetzt aber auch meist messingene nimmt; außer-dem gibt es jedoch größere Glas - oder Stürzglockenzum Zudecken von Butter, Käse, Obst rc., theilsglatt, theils geschliffen, welche aus den böhmischenund anderen Glasfabriken kommen. Metallene vonMessing oder einer ähnlichen Composition, werdenals breite Uhrglocken ohne Klöppel, ferner alsHand- und Tischglocken mit einem Stiel vonMessing oder Holz, als Thürglocken von verschie-dener Größe und als Kuh- und Maulthier-glocken, welche gewöhnlich harmonisch abgestimmtsind, sowie auch kleine zu Schlittengeläuten rc. ver-sertigt, und zwar entweder schwarz oder abgedreht.Man verfertigt sie besonders in Nürnberg, Fürth,Jserlohn, Berlin, Augsburg, Kempten rc. und inden Gelbgießereien. Feinere verzierte Tischglockenvon Bronze oder auch aus weißen Metallmischungenkommen aus Paris und Birmingham; auch hat mandergleichen ohne Klöppel, aus welche ein Häminer-chen schlägt, das man in Bewegung setzt. GrößereGlocken werden von den Glockengießern nur ausBestellung versertigt.

Glonoin, s. Oelsüß.

Gloriharz oder Lerchenglorie nennt man inTirol den venetianischen Terpentin; in Kärnthenheißt er Loriet.

Glossaret hieß ein Zeug aus Seide und Wolle,der früher in England und Deutschland verfertigtwurde.

Glucinsäure, s. Traubenzucker.

Glückshändchen, s. Salep.

Glühfarbe, Glühwachs, s. Wachs.

Gluten oder Glutin, s. Kleber und Leim.

Glycerin, Glycerinschwefelsäure, Gly-cerinphosphorsäure, s. Oelsüß.

Glycymeter, ein Instrument, welches den Zucker-gehalt oder die Süßigkeit in Flüssigkeiten, z. B. imMost abmißt. Gleichem Zweck dient auch das Gly-koskop, durch welches nach dem Grade der Ablen-kung der Polarisationsebne der Zuckergehalt ersicht-lich wird.

Glycyrrhin, s. Süßholz.

Glykokol, Gliodin, s. Leim.

Gmelins Salz, s. Blutlaugensalz.

Gnadenkraut, Gottesgnadenkrant, Pur-girkraut, wilder Aurin, Gratiola offici-nalis, eine in Deutschland und im südlichen Europaauf feuchten Wiesen wachsendeGistpflanze mit stumpfviereckigem Stengel, lanzettförmigen, dreinervigen,gerippten, an der L-Pitze sägezähnigeu Blättern undröthlichgelben oder weißen, achselständigen Blüten.Die Stengel mit den Blüten kommen unter demNamen Ilerba Gratiolae im Droguenhandel vorund werden als ein heftig purgirendes und harntrei-bendes Mittel in der Medizin angewendet. Siehaben einen widerlich bitteren, adstringirenden Ge-schmack und müssen schön dunkelgrün aussehen. Inihr ist das Gratiolin enthalten, eine weiße, höchstbittere, warzensörmige Krystallmasse, die mit Schwe-felsäure pnrpnrroth, mit Alkalien Anfangs grün ge-färbt wird. Auch die kriechende, gegliederte, untenstark gezaserte, geruchlose und bitter schmeckendeWur-zel, Radix Gratiolae, wird zu gleichem Zweckein der Medizin gebraucht. Es wird ein grüner,bittrer Extract daraus bereitet, der giftig ist.

Gnadentage, s. Wechsel.

Gold

Gnaphalium arenarium, s. Immortelle.

Gnuhorn, von dem im südlichen Afrika aus Ber-gen lebenden, jedoch ziemlich seltenen Gnu, AntilopeGnu, wird auf dem Cap zu verschiedenen Arbeiten,besonders schön polirten durchsichtigen Messerheste»benutzt.

Gobelinstapetcn, s. Hautelissetapeten.

Gobelinstücher, s. Draps de Gobelin.

Göhr, s. Wein.

Gofelgnmmi , ein zuweilen aus Arabien kom-mendes, aus gelblichen, durchscheinenden, gla»»^und geruchlosen Körnchen von scharsem, kratzende»Geschmack bestehendes Harz, das von Calotroj»®gigantca oder procera kommen soll und stark pur'prend wirkt. . , ,

Gogul nenntman in Ostindien ein Harz, mit wel-chem man die Schiffe bestreicht, um sie vor denWurmsraß zu schützen. . ,

Gold, Aur um, das von jeher als das edelste an-erkannte und wegen seiner Schönheit und säst gän)»'chenUnzerstörbarkeit allgemein geschätzte und vielsawverwendete Metall, das in der letzten Beziehung »»vom Platin übertreffen wird und auch nach diesemund dem Iridium der schwerste Körper ist, denn sts»spezifisches Gewicht ist 19,z—19,g. Seine F»®de Ümeist glänzend citroneugelb, doch auch in verschiede-nen anderen Nuancen von Gelb; es hat einen ha»r-gen Bruch, ist weicher als Eisen und härter als ZMund sehr feuerbeständig, indem es nur bei 848“ an-schmilzt und sich kaum durch Brennspiegelhitze »stvor dem Knallgasgebläse verflüchtigen läßtes wo-von keiner Säure, als vom Königswasser, einer Jf 'schung von Salpeter - und Salzsäure, ausgelostDurch Eisen wird es gefällt und gibt dann ein zimm 'braunes Pulver, aurum praecipitatum. Stuf® 1 )Weife erhält man es rein. Das Gold ist we »■ »elastisch, aber ganz besonders zeichnet es sichseine außerordentliche Zähigkeit und Dehnbarstaus, denn ein Golddraht von y I0 Zoll Stärke tragein Gewicht von 900 Pfd., und eine 22 Zoll lang '15 Linien starke und mit 2 Loth Gold überzogtSilbcrstange läßt sich zu einem vergoldeten Dr»?von 55 deutschen Meilen Länge ausdehnen; dm^Hämmern läßt es sich in ein undurchsichtiges Bla, ,chen von 1 2 s 2 ooo Zoll Dicke verwandeln. Essich in der Statur nie vererzt, sondern immer gewgen, entweder ganz rein oder mit andern Metam ibesonders mit Silber gemischt, am häufigste»Quarz, in dünnen Blättchen, bäum-, netz-, m® xoder drahtsörmig, öfter aber in kleinerengrößeren Körnern und Stücken von verfmdener Form, und im Sande der Flüsse, %letztere nennt mau Waschgold oder Goldsta»^Das in Gestein eingeschlossene Gold wird d»Amalgamiruug mit Quecksilber und Abtreibtletzteren gewonnen, und das mit Silber, Te»Kupfer, Eisen oder einem andern Metallewird durch einen chemischen Prozeß vermittelstPeter- oder Schwefelsäure davon geschieden. ^Europa wird das meisteGold in Ungarn (lOldo .Pfund) und Siebenbürgen (1400 Pfd.)die übrigen Länder gewinnen fast sämmtlich s» ^aber nur geringe Quantitäten. Viel reichergegen das asiatische Rußland an diesemtakle, denn es findet sich in bedeutender Mengest"

im östlichen Ural, als auch im Altai an derschen Grenze und im Kreise von Jeniseisk' ^gibt den Umfang des sibirischen Goldla»®®" t80,000 □$Dl. an. Man findet es daselbst *