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Erster Band.
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Granatblüten

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Graphitkitt

Granatblüten oder Balaustien, FloresPalaustiornm, die getrockneten hochrothen, meistgefüllten Blüten des Granatbaumcs, welcheohne Geruch, aber von sehr zusammenziehendem Ge-schmack sind und theils als Medikament und zumFärben des Zal,»Pulvers, theils auch zum Schwarz-färben gebraucht werden, Sie kommen ebenfallsvon Trieft, Livorno und Marseille, aus der Lom-bardei , dem südlichen Frankreich, Spanien, Portu-gal rc, und müssen aus schönen vollen und breitenBlumenblättern ohne Staub und Mehl bestehen,

Granatilli oder kleine Purgirkörner,Krans Tilli cbci' Tiglii, sind die länglich ova-len, stumps vierkantigen, an einer Seite flachen, ander andern Seite convexen, glatten, schwärzlichenoder bräunlichen, etwa VsZoll langen Samenkörnerdes in Ostindien wachsenden Purgircrotons,Lroton Tiglium. Sie enthalten unter einer glatten,dünnen^ dunkelgrauen, zerbrechlichen Schale einenweißen, öligen, aus zwei Theilen bestehenden, in-wendig hohlen Kern, der beim Kauen ein heftiges,lang anhaltendes Brennen im Munde verursachtund stark pnrgirt. Die nämlichen Eigenschaften hatdas daraus gepreßte bräunlichgelbe, fette, dickliche,scharfe Oel, Olouiu Lrotonis, das schon Pur-giren erregt, wenn es in die Haut eingerieben wird,und kleine Bläschen auf derselben hervorbringt, wes-halb man es auch als äußeres Reizmittel bei Rheu-matismus und dgl. benutzt. Es kommt « kleinen,signirten Gläsern in den Handel, Die aus denKörnern noch gewonnene Granadillsäure istflüssig, von widerwärtigem Geruch, scharfem Ge-schmack , fest und giftig. Man bezieht den Samenund das Oel aus Trieft, Amsterdam, London rc.Letzteres wirkt weit schärfer als Ricinusöl und ent-hält die Crotonsäu re, Aeidum crotonicum, einWasserhelles, nicht scharfes und nicht purgirendesOel, sodann das Crotonin, welches aus kleinenKrystallen besteht und sowohl aus den Samen alsdem Crotonöle gewonnen wird,

Granatwurzelrinde, Lortex Radicis Pu-nicae Granati, die außen aschgraue, innen gelb-liche Rinde von der Wurzel des Granatbaumes,aus 4 bis 5 Zoll laugen, geruchlosen Stücken be-stehend , die einen zusammenziehenden bitteren Ge-schmack haben und viel Gerbstoff und Gallussäureenthalten, Sie kommt meist in kleinen, zollgroßenoder kleineren Stücken in den Handel, die gebogen,innen blaßgelb, außen graubräunlich, leicht zerbrech-lich sind und dumpfen Geruch haben. Das Decoctderselben ist ein wichtiges und spezifisches Mittelgegen den Bandwurm, Man muß genau daraufsehen, daß sie nicht mit der Rinde des Sauerdorns,Rerdoris vuigaris, oder des Buxbaumes vermengtsind. Die Abkochung der ächten Granatwnrzelrindeschlägt weinsaures Eisen mit schwarzem Niederschlagnieder, wahrend die andern Rinden keine Färbunghervorbringen. Der wirksame Bestandtheil dieserRinde ist das Granatin, eine süße, krystallsörmigeSubstanz, von durchsichtigen, vierseitigen Nadeln,welche mit dem in vielen Pflanzen enthaltenen Man-nit gleich sein soll. — Die Granatwurzel wirkt umso kräftiger, je frischer sie ist, wird aber durch Alterganz kraftlos.

Grands Lass, gramieTenise, f, Venise.

Grand-Lion heißt ein gemusterter sranzöstscherZwillich zu Tischzeugen und Handtüchern, der be-sonders im Depart, der Rhone verfertigt wird.

Grand-Medoc werden in Frankreich die besten

rothen Bordeauxweine aus den Pflanzungen vonMargaux, Lafitte und Latour im Depart. der Gironvegenannt.

Grand-mousseux nennt man einen Cham-pagnerwein, welcher stark moussirt,

Grandurel heißt ein englischer bunter, feingc°flammter, nankinartiger Baumwollenzeug, dessenKette und Einschlag aus je 2 zusammengedrehtenGarnfäden von verschiedener Farbe besteht. Er wirdaußer in England auch in verschiedenen sächsisch^und böhmischen Fabriken verfertigt und geht beson-ders nach Italien,

Grangold nennt man zuweilen das aus demSande der Flüsse gewonnene feine Gold in kleinenKörnern,

Granik (Mehrzahl Graniköw), Gewicht mPolen, s, d,

Granit heißt ein sehr festes, körniges Gemengeaus größeren oder kleineren Stücken Quarz, Fem-spath und Glimmer, welches zu den Urgebirgsartengehört, die gleichsam den Kern oder die Hauptmasteder meisten Gebirge bilden und das ohne Zweisetdie älteste Formation des Erdkörpers ist. Das quaN-titative Verhältniß der einzelnen Gemengtheile Msehr verschieden und jeder derselben kann vorwaltendoder in geringer Menge darin vorhanden sein;enthält er zuweilen noch Hornblende und zuweilenfehlt der Glimmer ganz, in welchem Fall man W nWeißst ein oder Albit nennt (s, auch GranulrU-Ebenso unterscheidet man nach der Größe der einzelnengemengten Stückchen grobkörnigen, mittelkörnigen,der am meisten verbreitet ist, und feinkörnigen, Wegs"seiner Härte und fast unverwüstlichen Dauer ist er eMvortreffliches Baumaterial, besonders zu Grund-mauern und Fundamenten, zu Pflastersteinen, Plat-ten und dgl.; auch benutzt man ihn, da er einePolitur annimmt, häufig zu Denkmälern, Postamen-ten, Tischblättern und ähnlichen architektonischen Ar-beiten. Man zieht dazu den mittet- und feinkörnigenund besonders denjenigen vor, der wenig Feldspat?enthält, weil der letztere, namentlich wenn er in größe-ren Stücken darin enthalten ist, am ersten zu weißemKaolin verwittert. Frisch gebrochen ist der Granit lerw-ter zu bearbeiten, als wenn er völlig ausgetrocknet M-weshalb man die dazu bestimmten Blöcke gern um»Wasser aufbewahrt. Eine Art mit stengeligen Ouasl-theilen, welche schriftähnliche Figuren bilden, MiroSchriftgranit oder Pegmatit genannt, umGranitell nennt man einen feinkörnigen GranMder zu Uhrgehäusen, Dosen und dergl. kleinen Gegen-ständen verarbeitet wird,

Granit, pyramidaler, s. Jdokras,

Grano heißt in Italien ein kleines GetmM(Gran), auch gibt es in Spanien, Portugal umBrasilien Gewichte dieses Namens,

Granulit oder Weiß stein heißt eine Art Gra-nit ohne Glimmer, dessen Hauptbestandtheil u>e?oder weniger feinkörniger Feldspath ist undaußerdem Granit, Cyanit, Hornblende und dgl. ewhält. Er bildet zuweilen ganze Gebirge, namenumin Oesterreich, Böhmen, Sachsen, Schweden rc. nnwird als Baustein, zum Straßenbau rc, verwende •Er verwittert leicht und gibt dann einen mehr oveminder reinen Thon, Eine Art mit eingemengtHornblende wird in Oesterreich Forellenste'genannt, und da er eine gute Politur annimmt, 3 Uweilen zu Steinschneiderarbeiten benutzt, , ne

Grapell nennt man an manchen Orten gußestcrTöpfe mit Füßen.