Band 
Erster Band.
Seite
610
JPEG-Download
 

Hafernmrzel 610 Hairrord

lich entfernt. Sie wnrde früher in der Medizin nndanch als Kasfeesnrrogat gebraucht; jetzt benutzt mansie nur noch frisch als eine beliebte feine Speise unterdem Namen Schwarzwurzel.

HaferwurHkl, wilde, s. Bocksbartwnrzel.

Hafnersklär nennt man in Nürnberg weiß ge-brannte und gestoßene Knochen, welche znm Putzenvon Metallen benutzt werden. Anch versteht mandarunter einen feinen, weiß gebrannten, gemahlenenund in viereckige Stücke geformten Thon, der zu demnämlichen Zwecke gebraucht wird.

Hastgeld, s. Angeld.

Hagebutte, s. Feldrose.

Hagebutte, welsche, s. Brnstbeeren. .

Hagedorn, Heckdorn oder Weißdorn, Ora-taegus oxyacantha, ein in ganz Europa inLaubwäldern undHecken wachsender dornig er Strauch,der auch zuweilen baumartig wächst und bis 20 Fußhoch wird, mit dreilappigen, stumpf gezähnten, glän-zend grünen, fast lederartigen Blättern, weißen, inSchirmtrauben stehenden Blüten und blntrothenFrüchten mit gelbem trocknen Fleische, die im Winterhängen bleiben und zuweilen Mehlfäßchen ge-nannt werden. Das starke Holz gibt sehr dauer-hafte Axt- und Hammerstiele, Dreschflegel, Rad-kämme re., die geraden Schößlinge Spazierstöcke; dieReiser werden als Dornen in den Gradirhänsern be-nutzt und sind ein gutes Brennmaterial. Die Früchtekönnen zur Schweinemast und znm Branntwein-brennen benutzt werden. Früher wurden die Blütenund Früchte als Flores und Baceae albae in derMedizin gebraucht.

Hagel, s. Schrot.

Hagelschädenversicherung, s. Versicherung.

Hahn heißt ein Werkzeug, dessen man sich znmAblassen von Flüssigkeiten aus Gesäßen bedient unddas in der Hauptsache aus einer Röhre besteht, welchevermittelst eines hindurchgehenden durchbohrtenZapfens durch Umdrehen desselben geöffnet oder ge-schlossen werden kann. Die Construetion ist jedochsehr verschieden. Man hat hölzerne Hähne, welchevon den Holzdrechslern im sächsischen Erzgebirge re.verfertigt werden, aber weniger zweckmäßig sind, alsdie messingenen und zinnernen. Die ersteren verfer-tigen die Gelbgießer, anch kommen sie von Nürn-berg , Jserlohn re. Die zinnernen werden überallvon den Zinngießern verfertigt; sie haben gewöhn-lich an dem in das Faß zu steckenden Ende des Roh-res scharfe Schranbengänge und bei einer Art der-selben, die besonders zweckmäßig ist, geht im Innerndie Mündung der Ausflnßröhre auswärts und wirddurch einen Pfropf geschlossen, der vermittelst einerSchraube daraus gedrückt oder davon entfernt wird,so daß sie sich ohne die geringste Mühe vollkommendicht verschließen lassen.

Hahnemanns auflösliches Quecksilber, s.

Quecksilberoxvdul-Ammoniak.

Hahnemannsche Weinprobe heißt ein von D.S. E. F. Hahne mann erfundenes Mittel zur Ent-deckung der Verfälschung des Weines und andererFlüssigkeiten mit Metallkalken. Es ist eine Aus-lösung von Schwefelkalk und krystallisirter Weinstein-säure mit einem Zusatz von reiner coneentrirterSalzsäure. Wenn man dem verdächtigen Weineeinige Tropfen zusetzt, entsteht, wenn er Blei,Kupfer, Wismuth oder Quecksilber enthält, einbrauner oder schwarzer, enthält er Arsenik ein gelberNiederschlag. Das Präparat wird in den Apotheken

vorräthig gehalten, lässt sich aber nicht tauge aufbe-wahren.

Hahnenfedern, vom Hanshahne, welche weiß,schwarz, grün und anch von anderen Farben sind,werden zu Federbüschen und Federbesen verarbettet.Zu den ersteren nimmt man theils die langen Federnaus dem Schweife, theils die vom Halse; zu denletzteren die Schweiffedern. Sie kommen häufig an»Italien, besonders von Venedig. Anch die Kapau-nen-, Truthahn- und Fasanensederli wer-den aus ähnliche Art benutzt.

Hahnenfuß, Banunculus, eine aus vielenArten bestehende Pflanzengattnng, von denen sonstmehrere in der Medizin benutzt wurden, was aberjetzt nicht mehr geschieht. Nur der Gisthahnen-snß oder das Brennkraut, Bannnoulng sooleia-tus, eine in Sümpfen und Wassergräben wachsendePflanze, mit einem scharfen, bösecheschwüre auf derHant erzeugenden Safte, für Menschen und Thieretödtlich, wird in der homöopathischen Heilkunde an-gewendet. Die Gartenranunkel, Bannn'culus asiaticus, mit großen, schönfarbigen,weiß gefüllten Blumen, wird als Zierpflanze ge-zogen und die Wurzelknollen, durch die sie sich fort-pflanzen läßt, von den Handelsgärtnern und Sa-menhändlern verkanst.

Haifisch rc., s. H ah fisch rc.

Haila, s. Seide.

Hainbuche oder Weißbuche, auch Haine,Hornbaum oder Hornbaumbuche genannt,.Oarpinus Betulua, ein im mittler! und süd-lichen Europa und in Nordamerika wachsenderBaum, der in 100 Jahren eine Höhe von 50—70Fuß und einen Durchmesser von 2 bis höchstens 3Fuß erreicht. Er hat eine glatte graue Rinde undein weißes, sehr feines, festes zähes und wenigporöses Holz, das zu vielerlei Arbeiten verwendetwird , bei denen Stärke und Dauerhaftigkeit nöthtgist. Namentlich verfertigt man daraus verschiedeneMaschinentheile, Radkämme zu Mühlrädern, Schran-benspindeln, Hammerstiele für Eisenwerke, Gewehr-schäste, Wagenräder, Achsen und andere Geschirr-arbeiten. Im Freien und in der Feuchtigkeit halfes sich jedoch nicht gut und besonders der Witterungd-wechsel ist ihm nachtheilig; anch eignet es sich ni4»als Bauholz, da es dem Wurmsraße unterworfen rflDagegen ist es ein vortreffliches Brenn- und Kohlen-holz, das selbst dem Rothbuchenholze noch vorge-zogen wird. Die Rinde kann znm Gelbsärben be-nutzt werden und die Blätter sollen ein sehr gutesSurrogat des Thees geben, wenn man sie bei starkerWärme, am besten in einem neuen glasirten ToPck«der in einem Gefäße mit siedendem Wasser stedfltrocknet, bis sie bräunlich werden nnd sich zusammen-rollen, und ihnen dann etwas Wohlgeruch gibt, lV \dem man gepulverte Veilchenwurzel in einem leinene»Säckchen einige Tage hineinhängt.Hainbucheurüster, s. Korkrüster.

Hainbutte, s. Feld rose.

Hainergrün, s. S ä ch s i s ch g r L u.

Hainrose, s.Feldrose. b

Hairbin oder Harbin, ein früher in Englanund anch in Deutschland gewebter kamelottartigZeug, dessen Kette aus Baumwolle und Seide under Einschlag aus feinem Kammgarn bestand,aber jetzt nicht mehr vorkommt. .

Haircord nennt man einen feinen, meist wemBaumwollenzeug, mit seinen dichten Strecken, B