Harnsäure
645
Haselnuß
un b gegen Brüche gebraucht wurde. Es ist geruchlosund Hai eine» schwachen Geschmack.
. Harnsäure , Acidum nrioum, findet sich be-wnders j„ den Exkrementen der Schlangen, Kroko-nsle, Vögel, Seidenwürmec. im Harn fleischfressenderAlere. in Harnsteinen rc. und wird meist aus^>chlangenexcrementen und Guano bereitet. Siedudet blendendweiße, seidenglänzende, geruch-u»döOchmacklose Schuppen, die sich uicht in Alkohol undBether, schwer in Wasser, aber leicht in Boraxlösungund conccntrirler Schwefelsäure auflösen. Sie istw neuester Zeit durch die Menge von neuen Körpern,welche aus ihr dargestellt werden, für die ChemieUnd Technik von sehr großer Wichtigkeit geworden., »stehen aus ihr die prachtvollsten Farbestoffe wier das Muroxyd u. a. hervor. Es möge genügen,w» einige dieser chemischen Verbindungen nur dengramen nach aufzuführen: Allantoin, Alloxan,^oxantbin, Alloxansäure, Leukotursäure, Difluan,-Zhkomelin-, Dialur-, Thianur-, Paraban-,Utvxan-, Allitur-, Oxalur-, Allantur-, Hydruril-laure, Uramil und das höchst wichtigeMurexid u. a.;aus diesen bilden sich große Reiben von Salzen, dieUanptsächlich chemisches Interesse darbieten.
, Harnstoff, Urea, ist eine Verbindung von Koh-enoxyp und Amid, dem Radikal des Ammoniaks,und findet sich fertig gebildet im Harn der Säuge-piere, Vögel und Reptilien, kann aber anch auswemischem Wege erzeugt werden. Er bildet im rei-''°u Zustande farblose vierseitige Säulen, ohne Ge-duch und von kühlendem, bitterlichem Geschmack, diesich leicht in Wasser und Alkohol, nicht aber in Actherauflösen und an feuchter Luft zerfließen. Mit man-chen Säuren und Basen wie Salzen bildet er kry-stallisirbare Salze. Man braucht ihn jetzt zuweilentu der Medizin. Dort findet besonders der salpeter-laure Harnstoff Anwendung, der in weißen seiden-glänzenden Blättchen krystallisirt.
Harrasgarn, s. Arrasgarn.
.. Hartguß, eine Mischung von Kupfer und Zinn,we härter als Bronce ist und zur Herstellung von^riegswaffen gebraucht wird.
Harthen, s. Johanniskraut.
.. Hartmetall nennt man eine weißeMetallcompo-!>"wn, die gewöhnlich aus 24 Theilen Messing,
Theilen Zink und k Theil Zinn besteht.».Hartriegel, rother, auch Heckeustrauch odervundsbeerstrauch genannt, t ornus sun-Ij'Jiiiea, ein 8 —10 Fuß hoher, zuweilen baum-?,dl>g wachsender Strauch mit weißen, in Afterdoldenllrheuden Blüten und schwarzen runden Beeren, diey. n grünes, widerlich schmeckendes Fleisch haben,^a« weiße, sehr feste und zähe Holz wird zu Kanim-„, Ern und andern Maschinentheilcn, Radspeichen(Hu- ^l., die langen und geraden Schosse zu Lade-da« U1, b Pseifenröhren benutzt. Ihm ähnlich istg," Holz des weißen Hartriegels, 0ornn8 aiba.^ "der Hartriegel wird der K ornelkirschen-Me* 1 «? 1 ^ genannt und den Liguster ls. d.) oder
- Rainweide nennt man ebenfalls zuweilenv-rtriegel.
Hartstein, s. Schmirgel.
l„ Hnrtzinn nennt man eineMischung aus 48Thei-glanz in"' ^ Theil Kupfer und 4 Theilen Spies-
i, .Harze , Lesinae, find mehr oder weniger dick-sj!?!>lge Substanzen. die sich in mehreren Pflanzen
ttn und theils durch die Rinde derselben von selbst
ausschwitzen, theils nach gemachten EinschnittenHerausfließen. Sie haben entweder eine helle odertrübe, weiße, gelbe, grünliche oder braune Farbe,find meist mit ätherischem Oel verbunden und habendaher den Geruch der Mutterpflanze; in Weingeistund Schwefelkohlenstoff, die meisten auch in Aether,ätherischen und fetten Oelen, sind sie auflöslich, nieaber in Wasser, wodurch sie sich hauptsächlich vomGummi unterscheiden. Diejenigen, welche sich nichtin Aether auflösen, werden auch zuweilen Halb-harze genannt. Die meisten erhärten an der Lustzu einem spröden, glasglänzenden, durchsichtigenoder durchscheinenden Körper ohne Krystallisations-form, indem sich das darin enthaltene ätherische Oelganz oder zum größten Theil verflüchtigt, und diesewerden eigentliche Harze oder Hariharze ge-nannt; andere dagegen, welche eine größere Mengeätherisches Oel enthalte», bleiben dickflüssig undschmierig, und dies sind die B alsame oder Weich-harze, von denen wir bereits in einem besonderenArtikel gesprochen haben, und zu denen anch dasMispelharz oder der Vogelleim gehört. Die Gum-miharze oder Schleimharze (j. Gummi) wer-den von Manchen auch zu den Harzen gerechnet. Zuden Hartharzen gehören hauptsächlich: das Fichte,l-und Kiefernharz, der Sandarak, das Elemi, Anime,Benzoe, Drachenblut, Dammar, Ladanum, Gummi-lack, der Storax, Copal, Bernstein rc., und auch derAsphalt oder das Erdpech muß als ein in der Eidesich bildendes Harz hierher gerechnet werden. Meh-rere derselben werden gewöhnlich auch Gummi ge-nannt. Wir verweisen deshalb auf besondere Artikelund für die lateinischen Benennungen auf Gummioder Regina. Einige werden gewonnen, indemman die harzigen Pflanzentheile mit Weingeist be-handelt, dann mit Wasser niederschlagt und denWeingeist durch Destillation wieder davon trennt.An der Luft entzündet, verbrennen die Harze mitheller Flamme und dickem, rußendem Rauche; mitkaustischen und kohlensauren Alkalien verbinden siesich zu Harzseisen js. Seife). Durch Destillationder Harze, besonders des Fichtenbarzes, erhalt mandas Harzöl, das nach der Destillation gereinigtwerden muß. Auch wird aus dem Harze der Harz-leim bereitet, indem zu 10 K. Pottasche, 50 U.Wasser, 5 fi. Kalk gesetzt, die zusammengerührt undwieder filtrirt werden. Das Filtrat wird zum Ko-chen gebracht und dann 30 tt. Harz eingerührt.Dieser Harzleim wird bei der Papicrbereitung zumLeimen des Papiers gebraucht. Bei der trockenenDestillation der Harze erhält man das Retinöl,einen im Harzöl enthaltenen Kohlenwasserstoff, einefarblose Flüssigkeit von 0, 9 spec. Gew., die bei 240°siedet und ohne Geruch und Geschmack ist. — Imgemeinen Leben versteht man unter Harz gewöhn-lich das Fichtenharz.
Harztanne, s. Fichte.
Haselnuß, die bekannte Frucht des im mittlenund südlichen Europa, in der Levante rc. wachsendenHaselnußstrauchs, Lorvlns, von dem es haupt-sächlich 3 Arten gibt, nämlich: 1) Der gemeineH a s e l n u ß st r a u ch, Oorxkus avellana, ein 10 — 20Fuß hoher, zuweilen auch baumartig wachsenderStrauch, der in Europa bis zum 61° nördlicherBreite wild wächst und 30—40 Jahre alt wird. DieFrüchte, welche zu 2—10 Stück beisammen, selteneinzeln an den Zweigen stehen, haben meist einerunde, bauchige Form, sitzen in einem zweilappigen,sich oben glockensörmig ausbreitenden Kelche und