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Zweiter Band.
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Manchester 157 Mandeln

Manchester , große und wichtige Fabrikstadt inder englischen Grafschast Lancaster, am Jrwell, derhier den Jrk und Medlock aufnimmt, und an derVereinigung mehrerer Kanäle und Eisenbahnen, mit339,000 Einw. Der größere, ältere Theil derStadt ist unregelmäßig gebaut, finster und unfreund-lich ; die neu erbauten Straßen und Plätze aber sindsehr schön und großartig. Sie hat eine Börse, Korn-börse, statistische Gesellschaft, Zeichnenschule, meh-rere Fortbildnngsanstalten für Handwerker, ist derMittelpunkt der englischen Baumwolleufabrikationlind in diesem Artikel die wicknigste Fabrikstadt derWelt. Sie beschäftigt die Bewohner von mehr als300 Städten und Dörfern, die in einem weiten Um-kreise um die Stadt liegen und von denen mehrere50,00-> und mehr Einw. haben; in der Stadt selbstaber gibt es allein 3< >0 meist große Dampfmaschinen,welche die Bauniwollspinuereieu in Bewegung setzen.Besonders haben die Eisenbahnen, von denen 5 nachallen Richtungen und mit mehreren Verzweigungenvon Manchester ausgehen, mehrere bedeutende Städteder Unigegend, wie LcedS, Bradford, Huddersfield,Wakefield, Halifax, Rochdale, Oldham, Bolton,Stockport rc. in innige Berbindung mit dieser Stadtgebracht, und mit Liverpool, das diesem ganzen Di-stricte seinen Rohstoff, die Baumwolle, liefert, undüber den er einen großen Theil seiner Fabrikate wie-der ausführt, wurde sie schon durch die erste in Eng-land erbaute Locomotivenbahn verbunden. Zu demgroßen Aufschwünge derselben hat aber auch derUmstand wesentlich beigetragen, daß sich in der Um-gegend die bedeutendsten und besten SteinkohlenlagerEnglands befinden, von denen sich die hiesigenDampfmaschinen vermittelst der zahlreichen Kanälemit gutem und wohlfeilen Brennmaterial versorgenkonnten, Neben den Spinnereien und Webereiensind auch die Färbereien und Druckereien von Wich-tigkeit, besonders aber die Maschinenfabriken, die hierauf einen hohen Grad von Bedeutung und Vollkom-menheit gebracht sind, sowie auch die Eisengießereien.Außerdem gibt es 'auch bedeutende Fabriken vonWollen-, Leinen- und Seidenwaaren, Leder, Hüten,Papier, Alaun," Regenschirmen und anderen Ar-tikeln, und es findet ein großartiger Handelsverkehrmit den Rohstoffen und den Fabrikaten statt, wel-cher durch die Eisenbahnen, die Telegraphen, durch4 Banken und andere Einrichtungen und Instituteerleichtert und gefördert wirb. Die Größe desselbenläßt sich schon daraus ermessen, daß in der GrafschaftLancaster mehr als die Hälfte der ungeheuren Baum-tvollenfabrikation Großbritanniens concentrirt ist,Welche den größten Theil der bewohnten Erde mitlhren Erzeugnissen versieht.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,b Großbritannien.

Manchester , S a m m t m a n ch e st e r oderB a u m w o l l e n s a m m t ist ein sammetartiger Zeugbon Baumwolle, welcher ebenso gewebt wird, wieder seidene Sammt, und der nach der Stadt Man-chester in England, wo er zuerst verfertigt wurde,benannt worden ist. Noch jetzt werden die meistenZeuge dieser Art in England verfertigt, aber auch inMehreren Gegenden Frankreichs, Deutschlands rc.,und zwar in sehr verschiedenen Sorten, mit glattemM>er geköpertem Grunde, ganz mit aufgeschmttenem^ammtflor bedeckt, oder gestreift, gerippt, gewür-felt, verschieden gefärbt, gemustert, bedruckt rc. Jn-.?llen sind die meisten dieser Sorten jetzt wenig mehrM Gebrauch; hauptsächlich der eigentliche, den glat-

ten Sammt nachahmende S a m m t m a n ch e st e r istein allgemein gangbarer Artikel geblieben, da er, be-sonders in Schwarz, sehr häufig zu Kragen, Aus-schlägen , Damenhüten, zu Besetzungen und Ausputzund auch zu Kleidungsstücken verwendet wird. InEngland nennt man diese Gattung Belvets; derGründ derselben ist geköpert und sie sind gewöhnlichV 2 bis ^ Iard breit. Einegeringere, meist unge-köperte Sorte, gewöhnlich schwarz, grün oder blauvon Farbe, auch bedruckt, gestreift rc. heißt Velve-teens; Belverets sind gerippt. Außerdem be-greift man auch eine Art dichtgewebter geköperterBaumwollenzeuge ohne Sammetflor unter dem Na-men Manchester und nennt denselben gewöhnlich«SommerManchester. Dieser kommt aus ver-schiedene Art gestreift, gerippt, gemustert, gefärbt,gedruckt rc. vor, ist aber jetzt in Deutschland eben-falls wenig mehr im Gebrauch. In England wer-den diese Zeuge Ticksets genannt und in verschie-denen Sorten, besonders für überseeische Länderverfertigt.

Manco. s. Manko.

Mandat heißt so viel als Auftrag, Vollmacht;daher Mandant Derjenige, der einen Anderen be-auftragt oder bevollmächtigt, und Mand atar oderMadatarius der Beauftragte oder Bevollmäch-tigte. Man bedient sich bicjer Ausdrücke besondersin juristischen Angelegenheiten, nennt aber auch zu-weilen eine Anweisung ein Mandat.

Mandel heißt bei verschiedenen Waaren undGütern, welche gezählt werden, eine Anzahl von15 Stück oder der 4. Theil eines Schockes.Mandelgummi, s. Ammoniakgummi.

Mandelkleie, Farina oder Furfur Amyg-dalarum, nennt man den getrockneten und gepul-verten Rückstand beim Auspressen des Mandelölsaus den Mandeln, der noch etwas Oel enthält unddaher als Waschmittel gebraucht wird, um die Hautweich und geschmeidig zu machen. Auch verfertigtman zuweilen eine feinere Sorte, indem man ge-schälte Mandeln mit dem gleichen Gewicht Hafermehlzusammenstößt, welches das fette Oel aus denselbenaufnimmt und das Zusammenkleben verhindert, wo-rauf gewöhnlich noch etwas wohlriechendes Oel hin-zugefügt wird.

Mandeln, A.inygcka1ae, sind die in den Stein-früchten des Mandelbaumes, Amygdalus com-munis, enthaltenen, mit einer braunen, meist be-stäubten und etwas gefurchten Haut überzogenenweißen Kerne. Der Baum stammt aus Griechen-land, der Levante und dem nördlichen Afrika, wächstjetzt aber fast in allen Ländern des südlichen Europa,besonders um das mittelländische Meer, theils wild,theils kultivirt und wird auch selbst im mittlenDeutschland in warmen Lagen häufig gezogen. Erhat viel Aehnlichkeit mit dem Pfirsichbaume, von deiner sich hauptsächlich durch die am Anfange seinerBlätter und an den Blattstielen befindlichen kleinenDrüsen und durch die doppelt stehenden stiellosenBlüthen unterscheidet. Die ovale, etwas zusammen-gedrückte, nach unten zugespitzte Frucht besteht auseinem graugrünen, lederartigen harten Fleische, dasden ebenso geformten, gewöhnlich harten , etwas ge-furchten und tiefpunktirten Steinkern wie eine dickeHaut umgibt. In diesem befindet sich gewöhnlichein Samenkern, seltener zwei, welcher Mandel ge-nannt wird und einen gangbaren Handelsartikelbildet, da er zu verschiedenen Zwecken gebraucht wird.Man unterscheidet hauptsächlich bittere und süße