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Zweiter Band.
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Matter

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Mautbcerbaum

oberwärts hellgrün, unten etwas gefilzt, haben einengewürzhafren Geruch und bitter aromatischen Ge-schmack. In ihrem Vaterlaude verwendet man siehauptsächlich zum Blntstillen und bei Wunden. Sieenthalten ein ätherisches Oel und einen Bitterstoff,das Maticin. der eine nicht krystallinische, bräun-lich gelbe Masse von schlechtem Geruch und Geschmackbildet. — Von Frankreich aus werden gegenwärtigGeheimmittel verschicke, die aus diesen Blattern be-reitet sein sollen: „Injection vcgetale au Matico“,eine zu Einspritzungen Bestimmte Composition, dieum so gefährlicher ist, da sie Kupsersalze enthält;und „Capsules vugetales au Matico“, die beidewegen ihres hohen Preises wohl keine ausgedehnteVerwendung finden werden.

Matter oder Mathier, frühere Scheidemünzein B r a u n s ch w e i g und Hannover = V 2 Ma-riengrvschen

Matjes, s. Heringe.

Matratzenleinen, s. Zwillich.Matrofenteinen oder B outen nennt man eineGattung geringer, locker gewebter Leinen, welchemeist weiß und blau, zuweilen aber auch roth oderroth und blau auf weißem Grunde gestreift oder ge-würfelt sind. Alan verfertigt sie hauptsächlich inBöhmen und der sächsischen Oberlausitz in Stückenvon 83 sächsischen Ellen Länge und 1 y 4 Elle Breite,welche in 3 Drittelstücke zerschnitten, in halber Breitebuchförmig gelegt, gemangelt und auf dem Schau-steck etwas geglättet werden. Sie gehen nach denSeeplätzen und nach Westindien und werden beson-ders zu Matrosenhemden und Sklavenkleidern ge-braucht. Jetzt verfertigt man sie auch häufig mitBaumwolle gemischt; auch werden ganz auf die näm-liche Art gewebte ordinaire Hals- ober Taschen-bücher , unter deur Namen M a t r 0 s e n t ü ch e r ver-trügt, die auch zuweilen ganz aus Baumwollebestehen.

Matrosentuch, Singonne oder Angel ineheißt ein dicker, sehr fest gewebter und stark gewalktertnghaariger und zottiger Wollenzeug, der meistichwarz gefärbt ist, so daß er Aehnlichkeit mit schwar-zem Schaffelle hat. Er wird namentlich an einigen^teu in Böhmen und Mähren verfertigt und zuWinterkleidern für die unteren Volksclassen, zuDecken, auch zu Satteldecken für die Cavallerie ge-dvauchr. (S. auch Kapottüeher.)

Matschappy,s. Amsterdam.

. Mattara nennt man in Schweden die Wurzeldes nördlichen Labkrautes, Galium boreale,Welche daselbst, sowie auch in Rußland, wie der* um Rothfärben auf Wolle gebraucht wird.Matte wird der spanische Piaster zuweilen genannt.. Matten sind Gewebe aus bandartigen Pflanzen-iwfieu, wie Baumbast, Blättern, Schilf, Rohr,?^wvh, Holzspliut und dgl., welche zum Einpacken,°n Waaren, zum Bedecken, zuin Belegen des Fuß-odeus und auch als Decken über Möbeln rc. ge-raucht werden. Am gebräuchlichster: und bekannte-ren sind die ordinairen Basturatten oder Bast-^cken, die man häufig zum Einpacken von Waarenuo anderen Gegenständen benutzt, daher sie einenwt unbedeutenden Handelsartikel bilden. Sie wer-lai x ^ Lindenbast verfertigt und kommen aus Ruß-aud, mv das Weben derselben ein häufig ausgeübtesj"?"H^werbe bildet. Man recknet, daß in RußlandYUrch geizen ^ ärjiß. Stück Matten verfertigt wer-„ .' wovon etwa der vierte Theil ins Ausland gehtv wozu ohngefähr 1 Mill. Linden gefällt werden

Si'tt’« Unin.«üejicon. IX.

müssen. Die Größe der Matten ist meist entweder2 Arschinen im Quadrat oder doppelt so groß, undman verfertigt sie von verschiedener Stärke und Fein -heit, auch geköpert, als die besten, daher die Preisesehr verschieden sind; auch unterscheidet man dick-raudige und dünnrandige. Die großen Matten,von denen die meisten ausgeführt werden, kommenhauptsächlich aus Archangel, die kleinen aus Peters-burg, beide Sorten in Packen von 10 Stück; diePreise werden für 1000 Stück berechnet. In Ruß-land werden auch viel Bastschuhe verfertigt. —Schilfmatten, welche ebenfalls zum Einpackenund dgl. gebraucht werden, verfertigt man besondersim Regierungsbezirk Gumbinnen und versendet sieüber Memel und Königsberg. — Cabas oder Ca-bassen sind Matten von Schilf, zuweilen auch vonPalmblättern, die zu Körben geformt sind, in denenman in mehreren Ländern des südlichen Europa undder Levante Feigen, Rosinen und verschiedene an-dere Waaren verschickt. In Holland werden feineBinsenmatten zum Gebrauch als Fuß- undTischdecken verfertigt und dergleichen sind auch diespanischen Esteras (s. b.j, sowie die osiindischen undchinesischen Kokojamatten, die sich durch künst-liches Gewebe, Lebhaftigkeit der Farben und Man-nichfaltigkeit der Muster auszeichnen. Auch Stroh-uratten, zum Theil von gefärbtem Stroh, werdenau mehreren Orten in Böhmen, Tirol, in Frank-reich rc. verfertigt und viele davon nach dem Aus-lande versendet.

Mattier, s. Matier.

Mau , s. Acre.

Mauerkraut, s. Glaskraut.

Maucrlatten nennt nran in Danzig fichtene undkieferne behauene Balken von 6—11 Zoll Qua-dratstärke.

Mauerpfeffer, Sedum acre, ein auf Mauern,Felsen und aus trockenem, sandigem Boden häufigwachsendes, einige Zoll hohes, immergrünes Pflanz-chen, mit eiförmigen, uncjeftielten, fleischigen, dach-ziegelförmig stehenden Blattern und gelben Blüthen.Die geruchlosen aber scharf pfefferarüg schmeckendenBlätter wirken harntreibend und brechenerregeudund werden unter dem Namen Herba Sediacrisofcer iniuoris zuweilen in den Apothekengeführt; auch brauchte man sonst den frisch ausge-preßten Saft gegen Krebs und andere bösartige Ge-schwüre , und die frische Pflanze benutzt man auchzum Reinigen von fettigem Glas und Porzellan.

Mauerprenante , s. H a se n la tti ch.

Mauerraute, Aspleuium Ruta muraria,ein kleines, 2—4 Zoll hohes, an Mauern und inFelseuritzen wachsendes darrenkraut mit keilförmi-gen, fein gekerbten Blättchen, und Wechselsweisezweifach zusammengesetzten Blattzweigen, welcheeinen schwach zusammenziehenden Geschmack haben,wird als Volksmittel gegen Brust- und Harnbe-schwerdeu, Milzsncht rc. gebraucht und daher unterdem Namen ilerbaltutae murariae oder As-plenii albi in den Apotheken geführt.

Mautbeerbaum, Morus, ein aus mehrerenArten bestehendes und besonders in Asien einheimi-sches Pflanzengeschlecht, von denen aber auch meh-rere im südlichen und mittlen Europa angepflanztwerden. Folgende Arten desselben werden aus ver-schiedene Weise benutzt: 1) Der weiße Maulbecr-baum, Morus alba, ein nicht sehr großer Baummit schief herzförmigen oder drei- bis fünflappigen,zuweilen eirunden, gezähnten, etwas rauhen Blät-

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