Band 
Zweiter Band.
Seite
178
JPEG-Download
 

Maulb ecrbaum

178 Mauritius

lern und weißen oder hellrothen, den Himbeerenähnlichen Früchten von süßem, aber fadem Geschmack.Er wächst im mittlen Asien und im südlichen Eu-ropa wild uüd wird häufig seiner Blätter wegen an-gepflanzt, welche das beste und bis jetzt fast das ein-zige brauchbare Futter für Seidenraupen sind. Erhat ein zwar poröses, aber sehr festes und dauerhaf-tes Holz von gelber Farbe, welches an der Luftdunkler wird und das besonders in Italien zu Wein-fässern, in denen der Wein eine schöne goldgelbeFarbe erhalten soll, und zu anderen Böttcherarbei-ten, zu manchen Geschirr-, Tischler- und Drechsler-arbeiten , in Dalmatien auch zuni Schiffbau benutztwird. Die Bastfasern können zu Geweben verar-beitet werden und in China macht man Papier dar-aus. Von dem weißen Maulbeerbaume gibt esviele Abarten, z. B. Morus multicaulis, Morus albarosea, Morus hispanica u. a. Aus dem Ueberzugeder Rinde dieses Baumes gewinnt man die Maul-beerholzsäure, feine, dunkel gefärbte Krystall-nadeln, ähnlich der Bernsteinsänre. 2) Derschwarze Maulbeerbaum, Morus nigra,ist in Perfien einheimisch und wird auch in Europahäufig kultivirt. Die Form der Blätter ist denendes vorigen ähnlich, doch sind sie oben ranh undunten behaart; die männlichen Blüthen bilden V/ 3 “lange Kätzchen, die weiblichen werden nur y 2 " lang.Die schwarzrothcn, sehr saftigen und wohlschmecken-den Früchte bilden eine zusammengesetzte Beere, an-fangs grün, dann roth und zuletzt violettschwarz,Fructus Mori ; sie werden roh und eingemacht ge-esfen und in der Türkei zur Bereitung des Gerbetenutzt; auch färbt man rothen Wein damit und be-reitet in den Apotheken Maulbeersirup undMaulbeermuß, 8irupus und Roob Murorumdaraus. Das Holz wird ebenso benutzt, wie dasdes vorigen. Die scharfe, bittere, gelbe Wnrzel-rinde wurde früher gegen den Bandwurm gebraucht.

3) Eine in neuerer Zeit eingeführte Art des Maul-beerbaumes von den Philippinen, Morus multi-plantis, dessen Blätter 4—5mal größer als diedes weißen Manlbeerbaumes sind und in China zumFüttern der Seidenwürmer gebraucht werden sollen.

4) Der Papiermaulbeerbaum,Moruspap^-rifera, wächst besonders in China und Japan, woman aus dem Baste desselben Papier verfertigt.Man erhält davon seidenartig glänzende Fasern,welche in einer Art steinernem Mörser zerstampftund dann entweder mit gewöhnlichem Wasser odermit Reiswasser in Papiermasse verwandelt werden.Der Baum wächst auch hin und wieder im südlichenEuropa und das Holz wird zuweilen zu Drechsler-und Tischlerarbeiten benutzt, die aber keine Politurannehmen und auch der Feuchtigkeit nicht gut wider-stehen. 5) Der Färbermaulbeerbaum, Mo-rus oder Lroussoustia tinctoria, liefert dasGelbholz (s. d.). 6) Der rothe Maulbeer-baum, Morus rubra, ein Baum von 60—70'Höhe, in Nordamerika einheimisch, verträgt die Kältebesser als die übrigen Arten. Die Blätter sind grö-ßer, oben dunkelgrün, unten weißlich, herz-eirund,zugespitzt, 3lappig, gleichförmig gesägt und dienenzum Futter für die Seidenraupe. Die 1 Zoll lan-gen , hellrothen, kleinkörnigeren Früchte, als die vomschwarzen Maulbeerbaum, sind säuerlich süß, sehrwohlschmeckend. Der Baum verdiente bei uns viel-fach angepflanzt zu werden. 7) Von dem indischenMaulbeerbaume, Morus iudica, werden dieBlätter als Gemüse gegessen und dienen zur Seiden-

zucht. Die Blätter sind kurzgeftielt, die Früchtebraunroth. Aehnlich ist der tartarische Maulbeer-baum, Morus tartariva, dessen Früchte roh und ge-trocknet gebraucht werden und Wein und guten Wein-geist geben. _

Maulthier, der Bastard von einem Eselhengsteund einer Pferdestute, hat fast die Größe des Pfer-des, aber Kopf, Schwanz, Ohren und Stimme desEsels und ist wegen seiner Ausdauer, seiner Geduldund seinem sicheren Gange in vielen Ländern einwichtiges Reit-, Zug- und Lastthier. Die Stute istsanfter und lenksamer als der Hengst. Sie werdenbesonders in Spanien, Portugal, dem südlichenFrankreich und Italien, sowie in Süd- und Mittel-amerika in großer Menge gezogen und sind in man-chen Gegenden auch ein bedeutender Handelsartikel.In Frankreich zieht man sie vorzüglich in den Depar-tements Vendee, Vienne, Deux Sevres, Charenteund Nieder-Charente, von wo viele nach anderenGegenden des Landes, sowie nach Spanien undPiemont, von Nantes aus auch nach Amerika, aus-geführt werden. Sie stehen daselbst und in Spanienzum Theil in noch höherem Werthe als die Pferde,weil sie weniger zu erhalten kosten, auch älter wer-den, 30—40 Jahre alt, dauerhafter und wenigerKrankheiten unterworfen sind, auch länger gebrauchtwerden können, und besonders in Gebirgsgegendenund auf schlechten Straßen viel brauchbarer sind.In der Regel sind sie, wie die meisten Bastarde, un-fruchtbar, doch sollen sie sich auch zuweilen fort-pflanzen.

Maultrommeln oder B r u m m e i s e n, auch zu-weilen Mundharmonikas .genannt, bekanntekleine eiserne Instrumente, mit denen musikalischeTöne hervorgebracht werden können, werden in Jfer-lohn, Remscheid, Schmalkalden, Steyer, Nürn-berg rc. in verschiedenen Größen verfertigt und bisnach Asien verfendet. In Europa ist ihr Gebrauchdurch die Blas- und Ziehharmonikas fast aufgehobenworden.

Maulwurssfelle, von dem in ganz Europa inGärten und Wiesen lebenden Maulwurfe, sind inder Regel schwarz von Farbe, nur selten weiß odergefleckt und haben ein sehr feines, sammtweichesHaar. Sie sind besonders in China als Pelzwerkbeliebt und es gehen daher viele aus Rußland undSibirien dahin. In Europa werden sie nur seltenbenutzt.

Mannd oder Mahnd, ein Gewicht in Ostin-dien, Persten, Arabien rc.

Mauney, Mahnt, ein Feldmaß in Madras-

Mauritius, Moritziusel, früher Jsle deFrance, eine der mascareirischen Inselnim indischen Meere, unweit der Ostküste von Mada-gaskar, 551/2 sli Meilen mit 290,000 Einw-, vondenen gegen i/g Neger sind. Sie gehörte früher denFranzosen, wurde jedoch 1810 von den Engländernerobert und im Frieden von 1814 förmlich an steabgetreten. Sie hat ein angenehmes Klima, istoft heftigen Stürmen ausgesetzt. Der Boden msehr fruchtbar und gut bewässert, denn man zahlallein gegen 70 größere Flüsse; man erbaut besondersviel Zucker, ferner Kaffee, Baumwolle, Jndlgv-

Gewürznelken, Getreide, Maniok, Bauholz rc.; e

gibt viel Wild, aber auch viel schädliche Thiere, wrSkorpione, beißende Skolopender, Mosquitos, Rai-ten, Heuschrecken, Ameisen rc., die in Feldern uiwMagazinen oft großen Schaden thun. Der HaUUausfuhrartikel ist Zucker, von dem jährlich über