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Zweiter Band.
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Meile

Mehl

man es leicht zwischen Daumen und Zeigefingerreibt, muß es sich zwar sein und gelind anfühlen,nicht aber ganz weich und sanft, sondern man mußeine Spur von feinen Körnchen darin bemerken.Der Geschmack und Geruch ist ebenfalls zu beachten.Weizenmehl-ist um so besser, je mehr Geschmack eshat; Roggenmehl hat den stärksten Geruch von allenGetreidearten. Der Geruch und der Geschmack sindübrigens ani deutlichsten zu bemerken, wenn mandas Mehl einteigt. In keinem Fall darf es dum-pfig oder säuerlich riechen oder einen scharfen stechen-den Nachgeschmack haben, indem dies Zeichen vonVerderbniß sind. Die weiße Farbe des besten Wei-zenmehls hat einen gelblichen Schein und wenn manes in der Hand drückt, ballt es sich leicht zusammen;geringeres hat eine mattere weiße Farbe und gehtzwischen den Fingern hindurch. Die Farbe des gutenRoggenmehles ist mehr oder weniger gelb; das ge-ringere ist röthlich und fühlt sich auch weniger feinan. — Das Mehl kann auf verschiedene Art ver-fälscht werden, was indessen doch nicht oft vorkommt.Am häufigsten ist das auf Sandsteinen gemahlenemit etwas'Sand vermischt, der sich von den Steinenabreibt, besonders wenn diese zu weich sind und wennbeim Mahlen nicht die gehörige Sorgfalt beobachtetwird. Man rechnet, daß von mittelmäßig hartenSteinen und bei richtiger Behandlung beim Mahlenvon 20 Dresdner Scheffeln nur etwa 2 Loth abge-rieben werden; doch kann dieses Quantum auch be-deutend größer sein. Man entdeckt den Sand da-durch, daß er sich nicht auflöst, wenn man ein wenigMehl auf die Zunge nimmt und daß er zwischen denZähnen knirscht. Auf dieselbe Art verräth sich auchdie zuweilen vorkommende Beimischung von Kno-chenmehl. Wenn man ein wenig Mehl zwischen denangefeuchteten Handflächen reibt und einigen Wider-stand bemerkt, so kann man auf Verfälschung mitKreide schließen. Wenn man etwas Mehl zwischenben mit Baumöl befeuchteten Fingerspitzen reibt, sowird es, wenn es rein ist, schwärzlich und bei län-gerem Reiben klebrig und leimig; hat es aber einenZusatz von Kreide, so bleibt es ziemlich weiß undwird kittartig. Wenn man Mehl in Wasser ein-rührt und etwas Salzsäure hinzutröpfelt, so verräthsich Kreide und Kalk durch Aufbrausen. Gutesreines Mehl gibt mit Wasser einen zusammenhän-genden, dehnbaren und elastischen Teig, den manflach drücken und nach jeder Richtung dehnen kann,ohne daß er zerreißt. Beigemischtes Bohnen- undErbsenmehl verräth sich dabei durch einen eigenthüm-"chen Geruch, auch wird der Teig davon zuletzt kleb-wenn Kartoffelmehl beigemischt ist, läßt sich derDeig nicht ausdehnen. sondern zerreißt bald. Aucherkennt man das letztere mit der Loupe und auch zu-weilen schon mit bloßen Augen als glänzende Pünkt-chen in dem Mehle, besonders wenn man dasselbedünn auf gefärbtes Papier streut und noch besser,wenn man das Mehl vorher im Wasserbade trocknet,

indem sich die Stärkmehlkörnchen dadurch vergrö-ßern. Wenn das Weizenmehl mit Gerstenmehl ver-mischt ist, löst es sich auf der Zunge nicht völlig auf,sondern es bleibt etwas Körniges zurück; Erbsen-und Bohnenmehl erzeugen einen klebrigen Rückstand;auch hängt der Teig, wenn Gerstenmehl beigemischtist, beim Kneten zu wenig, von Bohnen- und Erb-senmehl zu sehr zusammen. Noch sicherer läßt sichdie Reinheit des Weizenmehls durch die Ascheuprobeerkennen. Wenn nämlich 5 Grammen bei 80° R.wohl getrocknetes Weizenmehl nach dem Einäschenmehr als 40 Milligrammen Asche geben, so kannman mit großer Wahrscheinlichkeit auf Verfälschungschließen, welche aus einem Hülsenfrnchtmehle be-steht, wenn die Asche bis 100 Milligrammen mehrwiegt, ist das Gewicht derselben aber noch größer, soist wahrscheinlich Kreide oder Gips zugesetzt. Häufigkommt aus Amerika ein Mehl, das mit Thonerdeverfälscht ist. Man erkennt den Betrug, wenn manin einer weiten unten zugeschmolzenen Glasröhre,ein Theil Mehl mit Chloroform durchschüttelt, dannsetzt sich die Thonerde aus den Boden der Röhre,darüber steht die Schicht Chloroform und das Mehlschwimmt oben auf diesem.

Mehlbaum, s. Schlingbaum, wolliger.

Mehlbeerbaum, Crataegus oder SorbusAria, wächst in bergigen Laubhölzern, wird 30 bis50 Fuß hoch und wächst 80—100 Jahre lang, auffelsigein Boden auch strauchartig Das gelblich-weiße, zuweilen geflammte, im Kerne bräunlicheHolz ist sehr fest, zäh und dauerhaft und wird daherbesonders zu Radkämmen, Walzen und anderenMaschinentheilen und auch zu Werkzeugen und dgl.verarbeitet; auch ist es ein sehr gutes Brenn- undKohlenholz. Die eirunden, korallenrothen Beerengeben einen guten Branntwein und Essig, könnenauch zur Schweinefütterung gebraucht werden undfind dem Wilde und den Vögeln ein willkommenesFutter.

Mehliger Tuffkalk, Mehlkalk, Mehlkreide,wird das Bergmehl zuweilen genannt.

Mehlsteine, ein Produkt von Wawra in Prag,welches auf der Londoner Ausstellung 1862 zumersten Male vorkam und großes Aufsehen erregte.Es besteht aus zusammengepreßtem Mehle, welchesfest wie Stein wird, sich ohne Verpackung versendenläßt und selbst in den heißesten Ländern sich Jahrelang und besser als lockeres Mehl conserviren undzu jedem beliebigen Gebrauch eignen soll.

Mejico, s. Mexiko.

Meile heißt die Einheit zum Messen größererEntfernungen auf der Erde, sowie der Straßen undWege. Die Größe derselben wird gewöhnlich nachder auf einen Grad des Aequators gehenden Anzahlbestimmt; sie ist jedoch in den einzelnen Ländern sehrverschieden, folgende sind die am häufigsten vor-kommenden mit Angabe ihrer Länge in französischenMetern und der auf den Grad gehenden Anzahl:

Deutsche oder geographische Meile.

Preußische a 24,000 Fuß.

Oesterreichische Postmeile ä 4000 Klaftern . . •

Haunöversche Meile ä 25,400 Fuß.

Sächsische Post- oder Polizeimeile ä 16,000 Ellen .Englische gesetzliche Meile oder Mile von 5280 Fuß

„ geographische oder Seemeile.

von jeder dieser Meilen heißen 3 eine I-eague.Französischer N^riametro ........

Dieter. ! auf den Grad

7407,41

15

7532,48

14,75

7586,4g

14,85

7419.2

14,88

9062,0g

12,26

1609,82

69,04

1851,85

60

10000

117»