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Zweiter Band.
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Pomeranzenblätter

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Pomeranjenschalen

rum immatura, kommen getrocknet besonders ausSpanien und Italien. Sie sind rundlich, etwasgerunzelt, grauschwarz oder graubraun von Farbe,sehr hart, bitter und von der Größe einer Erbse biszu der einer Kirsche. Die spanischen, welche meistvon Malaga aus verschickt werden, sind besser, vielstärker von Geschmack und auch größer als die ita-lienischen , deren Geschmack etwas Schleimiges hat.Eine Art aus Westindien und Südamerika, beson-ders von der Insel Curassao, kommt zuweilen unterdem Namen C u r a s s a o ä p s e l vor. Man brauchtsie zur Bereitung von Likör und Bischofessenz undführt sie auch unter dem Namen Fructus Au-rantiorum immaturi in den Apotheken, indemsie in der Medizin zu magen- und nervenstärkendenMitteln, Tinkturen, Extrakten, Elixiren rc., diekleinen auch als Fontanellkügelchen angewendetwerden. Auch werden sie zuweilen abgedreht undRosenkränze daraus verfertigt. — Verschiedene an-dere Theile des Pomeranzenbaumes, die ebenfallsim Handel vorkommen, führen wir in den folgendenArtikeln auf.

Pomeranzenblättevs F o 1 i a Aurantiorum,sind 4—5 Zoll lang, gegen 3 Zoll breit, lederartig,oben glänzend und haben einen geflügelten Stiel,wodurch sie sich von den Citronenblättern unter-scheiden; der Geruch ist angenehm, der Geschmackbitter und gewürzhaft und der Aufguß hat einen,dem Thee ähnlichen Geschmack. Dieser wird alsein schweißtreibendes, krampfstillendes Mittel ver-ordnet ; auch braucht man sie zu Likören, Parfüme-rien rc. Alan erhält sie aus Italien über Trieft;sie müssen schön grün von Farbe sein und den ge-flügelten Blattstiel noch haben. In Frankreich de-stillirt man auch ein anfangs grünliches, dann gelbwerdendes Oel daraus, das aber selten unter seinemeigenen Namen vorkommt, sondern meist unter dasOel aus den Schalen oder Blüthen gemischt oderauch dafür verkauft wird. Auch aus den Apfelsinen-blättern wird Oel gewonnen, welches anfangs bern-steingelb ist und später dunkler wird. Sie enthaltenauch einen bitteren Extractivstoff, doch in geringererMenge als die Schalen.

Pomeranzenblüthen oder O r a n g e n b l ü t h e n,Flores Na^dae oder Aurantii, Blumen-krone, aus 5 länglichen, dicken, weißen, abstehendenBlättern, kommen entweder getrocknet, siccati,oder einges alzen, in sale, in den Handel undwerden zur Bereitung der in den folgenden Arkikelnaufgeführten Präparate benutzt. Durch das Trock-nen werden sie gelblich und verlieren einen großenTheil des Geruchs, weshalb die gesalzenen häufigerangewendet werden. Am besten und theuersten sinddie, welche noch nicht aufgeblüht sind; die völlig aus-geblüht gesammelten bestehen aus den einzelnenBlumenblättern. Man erhält sie meist von Celte,aber auch von Malaga, Genua und Trieft. Oftsind sie mit den ins Röthliche spielenden Citronen-blüthen und mit den mehr milchweißen Apfelsineu-und Pompelmusblüthen vermischt.

Pomeranzenblüthenessig , ein wohlriechenderEssig, welcher bereitet wird, indem man frische Po-meranzenblüthen mit gutem Weinessig übergießt undeine Zeitlang in mäßiger Wärme digeriren läßt.

Pomeranzenblüthenöl oder N e r o l i ö l,Oleum Neroli oder Florum aurantii, eingelbes, später röthlich werdendes ätherisches Oel vonsehr angenehmem Geruch der Pomeranzenblüthen.Das feinste wird im südlichen Frankreich durch

i Destillation der Blüthenblätter allein gewonnenj und Neroli petales oder bigarade genannt; zur' zweiten Sorte nimmt man die ganzen Blüthen vrlt; den Kelchen und Fruchtknoten, und die dritte Sorte,

! Essence petit grain genannt, wird nur aus den; Kelchen und Fruchtknoten oder kleinen Früchtchen!destillirt; auch sollen die Blätter des Baumes MitI dazu genommen werden. Die Sorten werden häu-j fig mit einander vermischt und die Unterscheidungj derselben ist daher ziemlich schwer. Auch wird dafür(suruetlen ein Bergamottöl, das mit Pomeranzen-'

! blüthen digerirt ist, verkauft. Auch aus den Blütheni der süßen Orangen oder Apfelsinen wird ein sehrähnliches Oel bereitet, das man in Frankreich $ e '

\ roli Portugal nennt. Man braucht das Orangen-blüthenöl hauptsächlich zu Parfümerien, besonders zn! Eau de Cologne , und erhält es meist aus Cette.

, (S. auch Pomeranzenblätter.)

: Pomeranzenblüthenwasser oder Orangen/i Wasser, Aqua Naphae, wird meist bei Berel-! tung des Oels als Nebenprodukt gewonnen, außer-' dem auch durch Destillation frischer oder eingesalze-■ ner Blüthen. Es muß ganz wasserhell sein, einen' angenehmen Geschmack haben und darf nicht brenz-lig riechen. Man braucht es theils zu Parfümerien,theils in den Conditoreien und Apotheken, um ver-schiedenen Dingen einen Wohlgeruch und angenehmmen Geschmack zu geben. .

Pomeranzenöl oder P o m e r a n z e n s ch a l e n o i ,

bitteres und süßes, Oleum Aurantioru»dulcium und amarorum, wird durch «Ns^pressen der frischen Schalen, deren Außenseite mmvorher zerreißt, gewonnen. Das bittere, in Ita-lien 8pirito Agrume genannt, wird meist in S>e"lien bereitet; es sieht blaßgelb bis dunkelgelb arw,schmeckt aromatisch bitter und hat einen angenepmen Geruch. Man benutzt es zur Likörberertunöund auch zuweilen in der Medizin. Das süflowelches auch Essentiu Portugal oder Portugal ,genannt wird, ist mehr gelbgrünlich von Farbe nnvon schwächerem Geruch als das bittere und wirhauptsächlich zu Parfümerien gebraucht. Man ve 'fertigt es auch zuweilen durch Destillation, inlien, Sicilien, dem südlichen Frankreich, Spanien 'Wenn es einer nochmaligen Destillation unterworswird, nennt man es rectificirtes Pomerai/zenschalenöl; dieses ist farblos und löst sichter inLöeingeist auf. Das ausgepreßte Oel ist t etl *und lieblicher von Geruch, aber etwas trübe uhält sich nicht so gut, als das durch Destillation v"leitete. — Aus Italien kommt das Oel in kupsiernFlaschen von 80—100 Pfd., welche Ramie*genannt werden. Die häufig stattfindende 4>fälschung desselben niit anderen ätherischen Oelen ischwer zu entdecken; auch setzt es fortwährend,sonders wenn die Flaschen nicht ganz voll 'schleimige Theile ab, wodurch ein bedeutender <tust entsteht. Auch durch Alkohol werden die ~

! verfälscht. Diese Verfälschung findet mau, tv .

! man das Oel mit etwas Wasser schüttelt- Es wi dann milchig, und wenn diese Trübung längere Zj bleibt, so ist es mit Alkohol versetzt; ist es aber rej so wird es gleich wieder klar. - 0 ,

Pomeranzenschalen, Cortices Aura« 11

rum, kommen meist von bitteren Pomeranzen, sweilen jedoch auch von Apfelsinen. Die erster ^sind auf der äußeren Seile gelblrchbraun, voll lleVertiefungen, welche eingetrocknete Oeldrüschen >und sie haben einen stark gewürzhaften, angen