Schaumburg -Lippe
Schafleder 500
Schafleder, auch oft Schaffelle genannt, sinddie lohweiß- oder sämischgar gemachten Schaffelle,die sowohl weiß, als auch gelb, braun oder sonst ver-schieden gefärbt in den Handel kommen, und zuSattler-, Riemer- und Täschnerarbeiten, zu Hand-schuhen , zu leichten Frauen- und Hausschuhen unddgl. verarbeitet werden. Auch werden viele nachArt des Saffians mit gerippter Oberfläche zubereitetund zu Brieftaschen, Etuis, leichten Schuhen rc. ver-wendet. Zu diesem gehört das sogenannte Pro-vencer oder französische Leder, in verschie-denen Farben und gerippt, sowie eine geringere,ebenfalls farbige Art unter dem Namen schle-sisches Leder. (S. auch Leder.)
Schafpelze, aus zusammengenähten Schaffellenbestehende Kleidungsstücke ohne Ueberzug, werdenbesonders im südlichen Rußland, Polen, Preußen,Ungarn rc. in Menge für den Handel verfertigt undauch auf die Messen von Frankfurt a. d. Oder undLeipzig gebracht. Namentlich in Debreczin werdenjährlich über 25,000 Stück verfertigt und zum Theilnach Oesterreich, Schlesien, Polen rc. ausgeführt.
Schaftheu, s. Schachtelhalm.
Schag heißt ein dichtes, langhaariges Tuch,welches auf den Orkneys- und Shetlandsinseln ausder groben Wolle der dortigen Schafe verfertigt wird.
Schager, ein weißer Ungarwein, der in der Hon-ther Gespanschaft erbaut wird und wegen seineseigenthümlichen aromatischen Geschmacks beliebt ist.
Schahi, Zaejies, Rechnungs- und Silber-münze in Persien.
Schalksberger, s. F ranken weine.
Schalong, s. Chalon.
Schalotten, Chalotten oder Eschlauch,Allium ascalonicum, ein Zwiebelgewächs, dasaus Syrien stammt und bei uns in Gärten gezogenwird. Die kleinen länglichen Zwiebelchen habeneinen dem Knoblauch ähnlichen, aber feineren undangenehmeren Geschmack, und werden daher alsKüchengewächs gebraucht und getrocknet verkauft.
Schals, s. Shawls.
Schaluppe, ein kleines leichtgebautes, zu einemgrößeren Schiffe gehöriges, mit Segeln und mehrerenleichten Masten versehenes Fahrzeug, das haupt-sächlich zum Rudern eingerichtet ist.
Schall), s. Chaly.
Schankmaß, s. Sch enkmaß.
Schappen, s. Seide.
Scharbockskraut, s. Löffelkraut.
Scharlachbeeren, s. Kermes.
Scharlacheomposttion, s. Zinnoxydul,schwefel-salzsaures.
Scharlachlack wird eine aus Florentinerlaä undZinnkalk bereitete rothe Malerfarbe genannt.
Scharlachocher ist eine aus Eisenvitriol durchBrennen bereitete rothe Farbe, die besonders zurGlasmalerei gebraucht wird.
Scharte, Gelbkraut oder Gilbkraut, wer-den zwei verschiedene Pflanzen genannt, welche zumGelb- und Grünfärben gebraucht werden, nänilich:1) Die blaue Scharte oder Färberfcharte,Serratula tinctoria, eine im nördlichen Deutschlandund anderen Ländern des nördlichen Europa aufBergwiesen und in Gehölzen wachsende und auchhier und da angebaute Pflanze mit ohngefähr 2 Fußhohem, braunem, dünnem und holzigem Stengel,ovalen, eingeschnittenen Blättern und purpurblanenin Doldentrauben steherlden Blüthen. Man reißtdie ganze Pflanze, ehe die Blumen völlig ausgeblüht
sind, mit der Wurzel aus und trocknet sie vorsichtigim Schatten. Sie giebt haltbare Farbe auf Wolle,Baumwolle und Seide. Die Sorte mit dünnemStengel enthält mehr Farbstoff als die mit dickem,weshalb die erstere vorzugsweis gebraucht wwd.2) Die gelbe Scharte oder der Färberginster,Oonista tinctoria, wächst häufig in sandigen Wäl-dern und Gebüschen, wird 2—3 Fuß hoch und hatgelbe Schmetterlingsblüthen. Man trocknet eben-falls die ganze Pflanze und verwendet sie zum Gelb-färben, doch giebt sie eine weniger haltbare Farbeals die vorige. Früher benutzte man sie auch alsHerba Genistae in der Medizin. Beide Arten wer-den besonders in den Wäldern von Thüringen, amHarz, in Schlesien rc. gesammelt, doch bedient mansich an ihrer Stelle jetzt häufig der Quercitronrinde.
Schurzen nennt man am Niederrhein eine Angrober wollener Decken mit bunten Streifen.
Schatzkammerscheine, einStaatspaPicr in Eng-land, s. Großbritannien.
Schauanstalten heißen die an manchen Ortenbestehenden öffentlichen Anstalten, welche den Zweohaben, über die Zulässtgkeit gewisser Waaren für denHandelsverkehr zu entscheiden. In Deutschland glsofes dergleichen hauptsächlich in Hannover für die Lein-wand, welche Leg gen (s. d.) heißen; in Rußlandwerden die meisten Ausfuhrartikel vor der Versemdüng durch die verpflichteten Bracker (s. d.) unter-sucht ; in Holland Prüft man die zur Ausfuhr ge-langenden Heringe; in Nordamerika das Mehl.
Schaumburg-Lippe, deutsches FürstenthuM'zwischen Hannover, der preußischen Provinz Wemphalen und der kurhessischen Grafschaft Schaumburg»7V2 □ Meilen mit 30,800 Einw. Der Boden Meine fruchtbare, von waldreichen Hügeln durchzöge^Ebene; im Norden wo das Steinhuder Meer,, e>Landsee, die Grenze gegen Hannover bildet, beglN»jedoch schon die Heide, und hin und wieder giebt?auch Moore. Die Einwohner treiben hauptsächu^Ackerbau und Viehzucht und erbauen Getreide zuAusfuhr, verfertigen auch ganz besonders <PSchinken und Würste. Außerdem wird Bergbäauf Steinkohlen, Waldarbeit, Leinweberei uGarnspinnerei getrieben. Die Köln-MindenEisenbahn geht durch das Land. — Die Residen»stadt Bückeburg an der Aue hat 4220 Einw., s'Residenzschloß, ein Gymnasium, eine Biblisch 'Fabriken von Cigarren, Seife, Essig und Senf,Oelmühle, auch ist sie der Sitz der nieder) ächsilss.,Bank. Stadthagen hat 2250 Einw., Fabruvon Tabak, Essig und Likör. hel)t
Rechnungsart und Zahlwerth. Sertv1. Juli 1848 rechnet man hier nach Thalern s30 Silbergroschen a 12 Pfennige imler-Fuß, wie in Preußen. — Früher wusdeThaler zu 36 Mariengroschen ä 8 Pf^^hall^
rechnet; daneben war auch die Theilung desin 24 Gutegroschen zulässig. Bis zum Iah" 1wurde nach dem Conv.- 20 Guldenfuß ö
nach
geführt. . . , t
Münzen wie Preußen, nur sind bis
keine
-/g Thaler geprägt worden. — Ehemals - u yworden: einfache und doppelte Wilhelmsd or j (und 10 Thaler Gold, 895"/« Tausendth. sei«; Äse,6,E Gramm schwer; Dukaten nach dem Reichs'die aber beide nur noch selten vorkommen. . «L j#prägte man in Silber hauptsächlich Specreswzu l'/g Thaler und Gulden zu % Thaler. herStaatspapiergeld. Kassen-Anwersuüm