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Zweiter Band.
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Schwefeläther 526 Schwefcteisen

so wird er weich , braun und klebrig. Er bekommtdann Aehnlichkeit mit der Schwefelleber, ohne jedochden Geruch derselben zu haben. Dieser Schwefelwird weicher Schwefel genannt. Meist findet manden Schwefel noch durch andre Metalle verunreinigt,besonders Arsenik. Er verbindet sich sehr leicht mitMetallen und bildet dann die Schwefelmetalle, wieSchwefeleisen, Schwefelblei u. s. w., eben so auchmit den Metalloiden. Mit Sauerstoff gibt er dieverschiedenen Arten von Schwefelsäuren, von denengegenwärtig 7 bekannt sind; außerdem mit Wasser-stoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Chlor, Brom, Jod,Phosphor, Bor, Kiesel, Cyan zu Körpern, die theilsfür die Technik, theils für die Wissenschaft von größ-ter Wichtigkeit sind. Die vorzüglichsten haben wirin diesem Werke aufgeführt.

Schwefeläther, s. Aether.

Schwefelätyergeist, eisenhaltiger, s. Be-stuschefssche Nerventinktur.

Schwefelätherweingeist, s. HofmannscherLiqnor.

Schwefelalkohol oder Schwefelkohlen-stoff, Aleohol Sulphuris, Carboniumsulphuratum, eine Wasserhelle, das Licht starkbrechende, diamantglänzende, höchst widrig riechende,flüchtige und entzündliche Flüssigkeit, welche schwererist als Wasser und in Aether, Weingeist fetten undätherischen Oelen, nicht aber in Wasser auslöslichist. Sein spec. Gew. beträgt 1,293. Er wird be-reitet , indem man Schwefeldämpfe über glühendeKohlen leitet nnd das Produkt unter Wasser auf-fängt. Um ihn vorräthig zu halten, vertheilt manihn in kleine Gefäße und bedeckt ihn mit einer SchichtWasser. Man benutzt ihn in der Medizin besondersals Einreibung bei rheumatischen Leiden und in derCheinie als Auflösungsmittel mehrerer Harze rc.Er darf das Bleiweiß nicht schwärzen und muß sichan der Luft völlig verflüchtigen. Mit Basen gibt erSalze, welche man Snlfocarbonate nennt. Ausihm wird die Lanthogenfänre gewonnen.

Schwefelammonium, flüssiges, oder s ch w e -selwasserstoffsaures Ammoniak, Ammo-nium h ydro sulphuratum oder LiquorAmmonii sulphurati, wird bereitet durch Ein-leiten von Schwefelwasserstoffgas, eine klare, frischbereitet wasferhelle, sich aber bald gelb färbende, ander Luft rauchende Flüssigkeit, von unangenehmemGeruch nach faulen Eiern und Ammoniak und ätzen-dem Geschmack, die sich an der Luft leicht zersetzt unddaher in gut verschlossenen Gläsern aufbewahrtwerden muß. Man bereitet es, indem man Schwe-felwasserstoffgas in Aetzammoniakflüssigkeit!bis zurSättigung leitet, und braucht es in der Medizininnerlich und äußerlich, sowie auch viel in der Che-mie, wie bei der Photographie

Schwefelantimon, s. Spießglanzsafran.

Schwefelantimonkali, s. Spießglanzleber.

Schwefelarsenik, gelber, s. Rauschgelb.

Schwefelarsenik, rother, s. Realgar.

Schwefelbalsam oder geschwefeltes Leinöl,Lalsarnurn Sulphuris, Oleurn Iiini sul-phuratum, wird bereitet, indem man gepulvertenSchwefel in kochendem Leinöl auflöst Es ist einedicke, rothbraune Flüssigkeit von höchst unangeneh-mem Geruch und wird hauptsächlich als Thierarzneiangewendet.

Schwefelbaryum, s. Schwererde, schwe-felsaure.

Schwefelblansäure, Aoiäuw sulphohy-

drocyanicum ist in doppelter Form vorhanden,wasserfrei und wasserhaltig. Die wasserfreie Schwe-felblausäure, gebildet durch Zersetzung des Rhodan-quecksilbers mittelst salzsauren, trocknen Gases,bildet eine ölartige, farblose Flüssigkeit; die wasser-haltige Schwefelblausäure entsteht durch Destillationvon Rhodankalium mit verdünnter Schwefelsäure,eine Wasserhelle Flüssigkeit, die etwas schwerer esWasser ist, bei 12 " Kälte krystallistrt und Eisen-opydsalze blutroth färbt. Man hat sie in der Me-dizin vorgeschlagen, da sie nicht so giftig wie Blau-säure wirkt. — Die Ueberschweselblausäure

entsteht bei verschiedenen Zersetzungen von Rhodan-metallen, bildet ein gelbes, geruch - und geschmack-loses Krystallpulver, dessen Lösungen viele Metallsalzegelb niederschlagen. Sie ist für die Chemie wichdg-

Schwefelblei, Bleiglanz, kommt natürlich vor,graubläulich krystallisirt als Würfel, wird aber auchkünstlich bereitet, indem man Schwefel und Blei zu-sammen schmelzt; es bildet dann ein schwarzesPulver.

Schwefelblumen, gereinigter oder sublr-mirter Schwefel, Flores Sulphuris, S u :'phur depuratum oder sublimatum, eMfeines, zartes, geruchloses Pulver von schön gelberFarbe, das von der anhängenden Schwefelsaureeinen sauren Geschmack hat. Alan gewinnt sie be>MReinigen des Schwefels durch Destillation, indemman die Berdichtungskammern kühl hält, so daß dersich niederschlagende Schwefel nicht wieder schmusZum medizinischen Gebrauch müssen sie durchWaschen mit Wasser von der Schwefelsäure gereiuWwerden, so daß sie feuchtes Lakmuspapierröthen. Sie werden dann gewaschene Schv'^"felblumen, Flores Sulphuris loti , genaNN >Man bezieht sie hauptsächlich von Marseille, ulwaußerdem werden sie auch in Rouen, Venedig,land, England rc. verfertigt.

Schwefelcalcium, s. Schwefelkalk. .

Schwefelchlorid ist eine rothe, stark nachriechende Flüssigkeit von 1,395 fpec. Gew., die ma"durch Einleiten von Chlorgas in Schwefelchlorür er"hält.

Schwefelchlorür bildet sich, wenn Chlorgas übeSchwefelblumen streicht, zu einer rothen Flüssig'^,welche destillirt wird. Das spec. Gew. beträgt 1>0<*'Es dient zur Auflösung von Schwefel, zur Bereitungchemischer Präparate, wie zum Vulkaniseren vKautschuk; das Schwefelwasserftoffgas ist sehres erzeugt sich bei der Fäulniß thierischer Slofl •Verschlossene Orte, in denen es sich gebildet h"'haben schon Vielen das Leben bei der Reinigung Svkostet. Man muß diese erst durch glühende Koh'^reinigen und so lange die Kohlen glühendlassen, bis diese nicht mehr erlöschen. Dann w pLuft darin nicht mehr gefährlich für das Leben. ,Schwefelcyankalium , s. Kali, schweleblansaures.

Schwefeleinschlag, s. Schwefeltuch.

Schwefeleisen, Ferrum sulphuratu 'ein schwärzlichgraues, im Wasser unlösliches pver, das mit Säuren übergössen nach faulen ^riecht. Man bereitet es, indem man Eisen &Schwefel in der Glühhitze zusammenschmilzt ,die Masse nach dem Erkalten zerreibt. Eö wirsonders zur Bereitung der Schwefelwasserstoff!" . stgebraucht. Schwefel und Eisen verbinden slM.^mehrfachen Abstufungen zusannnen: V« "Uit?eisen 1 Aequivalent Schwefel auf 8 Aeqmva»