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Zweiter Band.
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Ächweinsbalsam 529

Schweij

Essigsäure enthält. Den Zeugen und Tapeten haftetdie Farbe nicht fest an, sondern stäubt leicht ab underzeugt dann häufig verschiedene Krankheiten, Ent-zündung der Augen, der Lunge, des Schlundes,Magen-, Leber-, Hautkrankheiten n. dgl. m. DieBehörden haben deshalb das Schweinsurter Grünverboten; die Fabrikation hat jedoch dadurch nichtabgenommen, sondern wie große Verbrecher unterverschiedenen alia8 erscheinen, so ist das Schwein-mrter Grün nun unter sehr verschiedenen andernNamen in den Handel gebracht, als: Schwedisch-,Mineral-, Kaisers-, Papagay-, Mitisgrün; Neu-wieder-, Brixner-, Wiener-, Leipziger-, Kirchberger-,Neugrün rc. Die Farbe wird in sehr verschiedenenNüancen und in verschiedener Feinheit angefertigt,mit Zusatz von Weinstein, Kochsalz, Salmiak rc.und meist in Packeten von 1 Pfd. verkauft. Ambesten würde das Titangrün diese gefährliche Farbeersetzen.

Schweinsbalsam, s. Zuckerbaumharz.Schweinsborsten oder Borsten, die langen,steifen Haare vom Rücken und Nacken der zahmenund wilden Schweine, welche hauptsächlich zur Ver-fertigung von Bürsten und Pinseln, außerdem vonben Schuhmachern, Sattlern und Riemern zumNähen und zuweilen auch als Polstermaterial ge-braucht werden. Sie kommen in großer Mengebesonders aus Rußland über Petersburg. Riga undArchangel, aus Polen, Ostpreußen, der Moldau undWallachei rc. in den Handel, und namentlich inKönigsberg und Krakau, sowie auch in Danzig, Stet-b>u, Frankfurt a. d. O., Breslau, Wien, Hamburg rc.stnd sie ein bedeutender Handelsartikel. Die von Mil-ben Schweinen sind stärker und fester als die vonZahmen. Man gewinnt die Borsten, indem man siebem getödteten Thiere entweder ausrauft, oder ,das-'elbe abbrüht und sie dann ausrauft, oder auch indem^an sie mit Kalk abbeizt; die ausgerauften sind diebesten, die abgebeitzten, welche Kalk borsten ge-kannt werden, die schlechtesten. Ferner stnd dieWinterborsten besser als die schwächeren, sprö-ssen und kraftloseren Sommer borsten; ebensoMen die lebendigen Borsten von geschlachtetenSchweinen einen größeren Werth als die todtenbvn an einer Krankheit gestorbenen. Aus den Er-Z^ugungsländern kommen die Borsten theils roh,sbnls schon zugerichtet und sortirt; doch ge-lchreht das Zurichten und Sortiren auch häufig inbsn Handelsstädten. Die rohen sind entweder sosie vom Schweine kommen verpackt, und dieseonnen meist nur zum Polstern gebraucht werden,i^b sie sind auf einem Kamme gekännnt und dannBündel gebunden und werden dann Rauh-.^bsten oder Rauhhaare genannt. Das Zn-^chten besteht darin, daß man sie in Seifenwasseruswäscht oder gelinde auskocht und dann in einem^vsude von Eichenlohe oder in einer Auflösung vonlaun gerbt, sie auch zuweilen mit einer GallerteHausenblase tränkt. Zu manchen Bürsten-^"berarbeiten werden sie auch gefärbt. Sortirth^ben sie nach der Farbe, Länge und Stärke, danntvöa <-Man sie in kleine Bündel und von diesen ge-lle,, mehrere in ein großes Bund. Am theuer-

von die weißen und dann folgen die schwarzen,

Mit *; enen jedoch die besten und längsten gewöhnlichfeilst Cn in gleichem Preise stehen; am wohl-dies? bie braunen, rothen, grauen und die ausoft h o^bben melirten. Diese werden jedoch auchourch Schwefeln gebleicht und dann ebenso wie' bort'« u»iv..Lkx>con. u.

die weißen verwendet. Die längsten, stärksten undtheuersten werden in kleine Bündel gebunden unddann in lange schmale Schachteln gepackt, welchebeim Verkauf ohne Taravergütung mit gewogenwerden. Man nennt sie Sch achtelborsten, zumUnterschiede von den etwas kürzeren und schwächerenPacketb ersten, bei denen die kleinen Bündel inBunde zusammengebunden sind. Die beim Sor-tiren zurückbleibenden kurzen, schwachen und nurwenig brauchbaren werden Zwig stoß oder Zwtilg-st oß genannt. Auch werden sie zuweilen nach ihrerBestimmung als Schuster-, Bürstend in der -und Pinselborsten bezeichnet; die letzteren sinddie feinsten und von allen Farben oder auch melirt,und in Bündel von 1 / i Pfd. gebunden. In Ruß-land heißt die beste Sorte Akatka, dann folgtPrima, Suchoi und Secunda. Die Peters-burger sind besser und gewöhnlich 10—12% theurerals die Archangelschen. In Königsberg werden dieHauptgattungen nach der Güte Kronborsten,Kronbrackborsten und Brackborsten ge-nannt; auch unterscheidet man Großband undKleinband; das erstere besteht aus lauter starkenund steifen Borsten, welche am untersten Ende kleineKöpfe haben, und das Bund wiegt 5—7 Pfd.; dasletztere enthält kürzere und weichere Borsten unddas Bund wiegt nur 1—2 Pjd. Die Borsten ausder Moldau kommen schon gut sortirt in den Han-del, in Bündelchen von ohngefähr 1 Zoll Dicke unddiese in Packete von 1% — 1% Pfd. gepackt. Außerin den obengenannten Handelsstädten werden auchin Nürnberg viel Borsten, welche aus Rußland, Po-len, Preußen rc. bezogen werden, sehr sorgfältig alsSchachtel-, Packet- und Pinselborsten sortirt, undaußerdem werden die Sorten mit Nummern undnach den Ländern, für die sie bestimmt und besonderszugerichtet sind, als holländische, englische rc. be-zeichnet. Die Borstenverleger bilden dort eine eigeneInnung und jeder von ihnen hat ein besonderesZeichen, das er von der Jnnungslade kaufen mußund das auf die Schachteln gebrannt wird, z. B.Weintraube, Reichsapfel, Eichblatt, Tannenbaum,Lilie, Posthorn u. a. — Zum Polstern, wozu dieBorsten jedoch immer ein schlechtes Material ab-geben, müssen sie von dem äußeren Häutchen befreitwerden, durch welches sich Würmer erzeugen würden,und 'dies geschieht, indem man sie auf Haufen gäh-ren läßt, wobei das Häutchen absault; dann werdensie gewaschen, getrocknet, mit Dreschflegeln ge-schlagen, mit Wollkratzen ausgezogen, zu Strickengesponnen, in Wasser stark gekocht, im Backofen ge-trocknet, dann wieder aufgedreht und wieder gekratzt.Sie erhalten dadurch einige Aehnlichkeit mit denRoßhaaren, ein großer Theil bleibt aber noch immer 'ungekräuselt und durchsticht die Ueberzüge.

Schweinsbrod, s. Erdscheibe.

Schweinshäute, s. Häute.

Schweinszungen werden wie die Rindszungengeräuchert und haben ein noch feineres Fleisch alsdiese. Sie werden besonders aus Westphalen, vonBraunschweig, Gotha, Walthershausen rc. versendet.

Schweiz, oder die schweizerische (helve-tische) Erd genossen schaft, ein aus 25 Repu-bliken in 22 Kantonen gebildeter Bundesstaat, welchernördlich an Baden, östlich an Tirol und Liechtenstein,südlich an Italien (Lombardei und Sardinien) undwestlich an Frankreich grenzt und auf 718 HjM.ca. 2,527,000 Einw. zählt. Sie enthält die höchstenGebirge Europas, mit denen besonders der südliche

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