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Zweiter Band.
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Schweiz

Theil bedeckt ist, während im Norden die Berge nied-riger sind; Ebenen gzbt es gar nicht, nur einige Er-weiterungen der Thäler könnten mit diesem Namenbezeichnet werden. Auf den Gebirgen entspringenzahlreiche Flüsse, die nach allen Seiten abfließen undauch im Sommer durch die Gletscher genährt wer-den ; sie haben mehrere Thalvertiefungen ausgefülltund dadurch zahlreiche größere und kleinere, meistsehr tiefe Seen gebildet. Die meisten kleineren Flüsseströmen dem Rheine zu, der einen Theil der öst-lichen und fast die ganze nördliche Grenze bildet undauf schweizerischem Gebiet besonders die Albula, dieThür, die Glatt, die Aar mit der Wipper, Reuß rc.und die Birs aufnimmt; im Süden ist die Rhonemit der Bisp, Dranse, Arve rc., und im Westenbildet der Doubs zum Theil die Grenze. Von denSeen sind die bedeutendsten: der Bodensee, dervon dem Rhein gebildet ist und das Land im Nord-osten von Württemberg und Baiern scheidet; derGenfer von der Rhone, der Neufchateller undVieler von der Orbe, der Brienzer und Thu-ner von der Aar, der Vierwaldstädter von derReuß, der Züricher von der Limmat gebildet, derZuger, Sempacher, Wallenstädter undmehrere kleinere; auch gehört ein Theil des Lagomaggiore und des Luganersees dem schweize-rischen Gebiete an. Der Schwerpunkt des eigent-lichen Kulturbodens liegt in der nordwestlichen Hälftedes Landes, im Juragebiete, in einem Oblongum,welches nach Südwesten und Nordosten von denbeiden größten Seen des centralcuropäischen Cou-tinents, dem Genfer und Bodensee, nach Südostenvon den Verbergen der Finsteraarhorn-, St. Gott-hardt- und Tödi-Alpengruppe, nach Nordwesteu vonder Jurakette begrenzt wird. Die Kantone Waadt,Freiburg, Bern, Solothurn, Luzern, Aargau,Zürich. Thurgau, Schaffhausen, St. Gallen undAppenzell haben mehr oder weniger Antheil an dem |Segen eines dem Ackerbau zugänglichen Terrains, jdie Kantone Genf und Basel bilden Ackerbau-Enkla- !ven außerhalb der Grenzen des erwähnten Oblougs;;alle übrigen Kantone sind mit ihrem Ackerbau ledi- jglich auf die schmäleren oder breiteren Flußthälerangewiesen. Die Production von Getreide reicht!nicht aus und genügt nur in Schaffhausen, Luzern!und Solothurn. Korn oder Kernen ist vorwiegend; ■je nach Lage und Zweck wird es von Weizen und!Roggen, seltener von Mais, oder von Gerste und 'Hafer ersetzt. Obst hat die flachere Schweiz genug, jsei es zu unmittelbarem Gebrauch, oder zu Obst-!wein, Kirschwasser, Zwetschgenwasser rc. An Kern- |obst sind Thurgau und Luzern besonders reich; an !Steinobst die untern Rheingegendeu, sowie Zug und 'Schwyz. _ Kastanien gibt es im Tesstn . Wallis rc. IDie geschätztesten Weine liefert die Westschweiz aus !den Kantonen Waadt, Neuenbnrg und Wallis; ver-'hältnißmäßig den meisten: Waadt, Genf, Zürich,!Schaffhausen und Thurgau. An Holz wird für ;6 Will. Fr. mehr aus- als eingeführt. Das reichste -Kontingent an Waldungen stellt das Mittelland,aber auch die Alpenschweiz, das eigentliche schweize-rische Gebirgsland, ist damit reich gesegnet. Denwichtigsten Gegenstand der Viehzucht' bildet dasHausrind, deren Zahl zu mindestens 940,000 ange-'nommen werden kann. Außerdem gibt es 370,000Ziegen und 430,000 Schafe. Die Schweinezuchtgenügt dem Bedarf. Die Pferde sind nur für ein-zelne Landgegenden (Bern, Freiburg, Schwyz) vonBedeutung; Esel und Maulthiere finden sich in

Tesstn und Wallis; die Seidenzucht wird in Tessingepflegt; Geflügel- und Bienenzucht decken den Be-darf nur unvollkommen, auch Jagd und Fischereihaben sehr abgenommen. Der originellste und nahe-zu der wichtigste Zweig der schweizerischen Land-wirthschaft ist die Alpenwirthschaft. Man producirt600,000 Ctr. Käse und veranschlagt das Erzeugnisder 400 Käsereien des Kanton Bern allein am100,000 Ctr. Der Bergbau hat nicht die wünschens-werthe Ausdehnung und liefert von Metallen nurEisen in namhafter Menge, wiewohl auch diesesnicht zur Hälfte hinreichend. Das meiste Eisenkommt gegenwärtig aus den Bohnerzlagern desJura: aus den Kantonen Bern und Solothurn.Graubünden liefert etwas Zink und Blei; Kohlenjüngerer Formation, die nördlichen Kantone (1 Will.Ctr.); im Jura gibt es einige Asphaltlager; Brüchevon Dach- und Tafelschiefer besitzen mehrere Alpen-gegenden, andere, namentlich Bern, Wallis, Grau-bünden , Tesstn, Unterwalden beuten Marmor aus.Salz wird nicht genug gewonnen, nur an 420,000Ctr. jährlich, ca. % des Bedarfs und zwar in denSalinen des Jura (Schweizerhall, Rheinfelden, R^bürg) und in Bex. Dagegen ist das Land reichan Heilquellen, deren mehrere europäischen Rufhaben. Die Industrie hat bei dem Mangel auRohstoffen (Eisen und Kohlen) mit großen Hinder-nissen zu kämpfen, allein trotz dieses Mangels, trotzder hohen Tagelöhne, hat sich die mitten im Conti-nent gelegene, nach dreien Seiten abgegrenzte, vonStaaten mit Schutzzöllen umgebene Schweiz, durchzahlreiche Wasserkräfte, sowie durch die Arbeitsamkeit,das praktische Geschick, die tüchtige technische Bildungseiner Bürger und die staatlichen Verhältnisse, welchedem Unternehmungsgeist volle Freiheit der Bewe-gung gewähren, wesentlich begünstigt, zu einem derersten Industriestaaten emporgeschwungen. Drewichtigsten Industriezweige sind- die Baumwollen^Seiden- und Uhrenfabrikation; auch die Parquet-fabrikation und Holzschnitzereien der Berggegenden,die Berner Linnenindustrie, die MaschinenfabrikatwN

(Zürich rc.), die Papierfabrikation von M v ‘ ,c *und Basel, Bern, Luzern und Solothurn, die A«r-gauer und Freiburger S tr oh f lech terei kanu ma)anführen. In der Baumw ollen indust^nimmt die Schweiz, wegen der Vorzüglichkeit dessen,was sie producirt, den ersten Rang in Europa el>^In der neuesten Zeit hat dieselbe eine enorme Au^dehnung gewonnen, und man kann annehmen, dasmindestens 60,000 Arbeiter im Ganzen dabei <> 'schäftigt sind. Dieser Industriezweig hatHauptsitz in der Ostschweiz, namentlich in den KM "tonen Zürich, St. Gallen, Appenzell, Elan 'Zug rc., und umfaßt besonders Spinnerei, niechnische Weberei, Färberei und Druckerei. Dw ®''sammtspindelzahl der schweizerischen Spinnersbeträgt jetzt über 1,500,000 und fortwährend 'den neue Spinnereien und Webereien angneg^Einen besondern Zweig bildet die Monssemnfabrikation, sowie die mit großem Erfolgtriebene Stickerei von Appenzell und St. E« 'Die Seidenfabriken, welche die zweiteunter den Industrien einnehmen, liefern £«VCtr. fertige Waare und zerfallen in zwei Ha fzweige: in die Seidenstoff- und Bandfabrua -Diese Industrie ^oncentrirt sich in Zürich und \letzteres producirt hauptsächlich Bänder, ZuNch ^gegen glatte, einfarbige und bunte Kleiderstoss,mit den Erzeugnissen der Lyoner Fabriken coi