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Zweiter Band.
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Schweiz

Schweiz

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Wen. Man hat berechnet, daß die Seidenindustrieder Schweiz einen jährlichen Gewinn von 154 Mill.Franken bringe, von denen die nichtschweizerischenKonsumenten etwa 126 Mill. zu zahlen hätten.Die Uhrmacherei, welche den ersten Rang aufdem Weltmärkte behauptet, hat ihre Heimath in demGebiete, welches sich in den Kantonen Bern, Neuen-durg und Waadt zwischen Delle und Ballaigne längsder französischen Grenze hinstreckt; dann tritt siewieder auf im Kanton Waadt und verbunden mitder Bijouterie und Spieldosenfabrikation, im Kan-ton Genf. Mit Erfolg wird sie ferner in Solothurn,wel, Murten, Münstngen, Schwarzenberg, Thun u.t-ausanne geübt. Endlich ist die WollenindustrieZu erwähnen, deren fabrikmäßiger Betrieb sich aufdie Kantone Zürich, Glarns, Solothurn, Neuen-durg, Aargan und Bern beschränkt, wo in etwa 30Fabriken gegen 3000 Arbeiter beschäftigt werden.Der Gesammtwerth der schweizerischen Industriebeträgt jährlich 225 Millionen Franken. Dem Han*del liegt ein großer Theil der Bevölkerung ob, und^ berechnet sich der Betrag der jährlichen Ein-,Durch- und Ausfuhr höher, als bei den berühmtestenHandelsnationen des Erdtheils, nämlich auf 406Franken per Kopf, obgleich die Beschaffenheit desZ-andes fast in demselben Maße ungünstig für denMnern Handel, als die Lage des Landes ungünstigmr den internationalen Handel ist. Gefördert wirdHandel durch die Schifffahrt auf den Flüssen'Rhein, Aar, Rhone), durch die DampffchifffahrtM fast allen Seen, durch vorzügliche Straßen,Menbahnen, Telegraphen, und durch zahlreiche^eld- unk Kreditinstitute, die ihren Sitz in Aarau,^usel, Bern.Chnr, Franenfeld, Freiburg, Genf,^arus, Lausanne, Neufchatel, St. Gallen, Schasf-bausen, Solothurn, Winterthur, Zürich rc. haben.Menhandel betreiben: Basel, Zürich, Genf, Bern,, £ Gallen, Herisau und Nenenbnrg; die dreiöfteren Städte, sowie Chur, Luzern, Rorschach, wieauch Brunnen, Fluelen, Altdorf, Bevey, Bellinzouaund Splügen haben wichtige Spedition. Kein Landoer Erbe hat verhältnißmäßig so ausgedehnte inter-«atwnale Handelsverbindungen, wie die Schweiz.Ebenso die Handelsplätze des fernen Westens, wie, le £>f}afteit8, ebenso die des heißen Südens, wie die^ ^hsn Nordens spielen in den schweizerischen^°Mptoiren eine gleich wichtige Rolle, wie die alt-erühmten Seeplätze Europas. An allen Endenlall sitzen schweizerische Handelskonsuln undJUii es sich angelegen sein, der Industrie ihresX^wathlandes immer neue Absatzwege zu ver-?^ffen, ihr immer neue Quellen für Gegenstände?res Bedarfs zu eröffnen. Von höchster Wichtigkeit> endlich das System der Handelsfilialen und Com-aiten, welches die Schweiz im höchsten Maße"«gebildet hat. Exportartikel sind: Banm-k ®.. und Seidenwaaren, Uhren, Spitzen und Bro-Strohgeflechte, Holzwaaren, Maschinen,^i/'.,^äse, Obst. Importartikel sind: Getreideehrliche Getreideeinfuhr aus SüddeutschlandEdie Summe von 40—50 Mill. Franken),d„st sialwaaren, Salz, Rohprodukte für die Jn-Ne, Weine, Eisen- und Stahlwaaren.Ej^^^chweiz hat folgende im Betrieb stehende

Die Centralbahn: Basel - Liestal - Sissach -

* ^"bburg - Luzern; Herzogenbuchsee - 93eru*Tb» ', Herzogenbuchsee- Solothurn - Viel; Bern-

^vvrishaus.

2) Die bernische Staatsbahn: Biel-Neuen-stadt: Viel - Bern - Langnau.

3) b'ranoo-Luisso: Neuenstadt-Neuenburg-Vaumarcus; Neuenburg-Verrieres.

4) Jura industriel: Locle-Chaux-de-Fonds-Neuenbnrg.

5) Die West bahn: Vaumarcus-Averdon-Lau-sanne-Vevey-Bex; Lausanne-Morges-Nyon-Bersoix.

6) Die Oron-Bahn: Thönshaus-Freiburg -Lausanne; Versoix-Genf.

7) Die italienische Bahn: Bouveret-Marti-gny-Sitten.

8) Die Nordostbahn: Aarau-Zürich-Walli-sellen - Franenfeld - Romanshorn; Zürich - Winter-thur - Schaffhausen; Zürich - Turgi - Waldshut;Zürich-Zug-Luzern.

9) Vereinigte Schweizerbahnen: Winter-thur - Flawyl - St. Gallen - Rorschach - Altstätten-Sargans nach Wesen, Ragatz,Chur; Wallisellen-Uster-Rapperswyl-Wesen-Glarus. — Außerdemragen in die Schweiz hinein: die Eisenbahnen vonParis nach Lyon und an das mittelländische Meer;Genf la Plaine; die französische Ostbahn (bei Basel)und die badischen Bahnen (bei Basel und Schaff-hausen). — Verschiedene Strecken sind im Bau be-griffen: 1) Von der Nordostbahn: Oerlikon-Bülach-Regensberg; 2) von der Ligne d'Jtalie: Bouveret-St. Gingolph; Sitten-Brieg; 3) die Tessinerbahnen:Biasca-Bellinzona-lombardische Grenze; Giubiasco-Locarno.

Die einzelnen Kantone, aus denen die Schweizbesteht und die wir jetzt in der verfassungsmäßigenReihenfolge einzeln besprechen, sind: Zürich,Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Unter wal-den (aus den beiden Staaten Obwalden und Nid-walden bestehend), Glarns» Zug, Freiburg,Solothurn, Basel (aus Baselstadt und Basel-landschaft bestehend), Schasfhausen, Appen-zell (aus Außerrhoden und Jnnerrhoden bestehend),St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thur-gau,Tessin, Waadt, Wallis, Neuen bürgund Genf.

1) Zürich, Kanton zwischen Baden, Schaffhau-sen, Thurgau, St. Gallen, Schwyz, Zug und Aar-gan, hat 32 sZMeilen mit 266,600 Einw. DerRhein bildet einen großen Theil der nördlichenund nordwestlichen Grenze und nimmt die Glatt,die Thöß und die Thür auf; in den Züricher See,der zum größten Theil dem Kanton angehört,ergießt sich die Limmat und die Sihl, und einenTheil der Oftgrenze bildet die Renß. Außer demZüricher enthält der Kanton noch den Greifen-und den Pfäffikonsee. Er ist größtentheils ge-birgig, die Berge sind aber nicht von bedeutenderHöhe; der Boden ist ziemlich fruchtbar und es wirdGetreide (doch nicht hinreichend), Hülsenfrüchte,Hanf, Flachs, Oelgewächse, viel Obst und Wein(nicht von besonderer Güte) erbaut, besonders aberstarke Viehzucht und in den Seen Fischerei getrieben.Waldungen sind nicht bedeutend, aber es giebt Stein-kohlen und Torf, auch Thon, Kalk und Gips. Derwichtigste Industriezweig ist die Verfertigung vonSeidenwaaren (glatte Stoffe, schwarze und farbigeTaffete rc., Foulards, Bänder) die in großer Man-nigfaltigkeit fabrizirt werden, und von Baumwoll-waaren, womit sich zahlreiche Fabriketablissements! (78 Spinnereien, 22 mechanische Webereien, 6 Roth-

> färbereien und Kattundruckereien rc.) beschäftigen;

> außerdem hat der Kanton Gießereien, Maschinen-