Schweiz
534
in Baumwolle, aber auch in Wolle und Leinen be-trieben. Vorzugsweise werden rothe Schweizer-kattune, jene herrlichen echten, seit Alters so hochgeschätzten Tücher und Taschentücher, welche diegroßen Männer der Zeit, historische Ereignisse, Land-schaften und geographische Karten in bunten Bild-werken verherrlichen, fabrizirt. — Außer der Haupt-stadt Glarus (s. d.) sind folgende Ortschaften zuerwähnen: M o l l i s, gewerbthatiges Dorf von 2200Einw., mit Baumwollspinnerei, Druckerei und star-kem Käsehandel. Ennenda, 2600 Einw., wohl-habendes Dorf mit Baumwollspinnerei und Drucke-reien, Bleicherei, Fabriken von Baumwollwaaren,chemischen Produkten und Schabzieger. Schwan-den, 2500 Einw., ebenfalls wohlhabender Ort, mitBaumwollspinuereien und Druckereien, Färbereien,Fabriken von Seidenstoff, Thee und Branntwein.
Wechselrechtliches. Wechselord. von. 1852.Indossament ohne Obligation (d. h. ohne weitereVerbindlichkeit) gestattet. — Drei Respecttage. Fälltder letzte Respecttag auf einen Sonntag oder gesetz-lichen Feiertag, so ist der nächstfolgende Werktag derZahlungstag. — An Ordre gestellte Anweisungensind in Allem den Wechseln gleich zu halten, mit dereinzigen Ausnahme, daß der Bezogene nicht Pflichtigist, sich vor dem Verfalltage über deren Annahme,resp. Bezahlung zu erklären.
8) Zu g, der kleinste Kanton der Schweiz, zwischenAargau, Zürich, Schwyz und Luzern, 4,z HjMeilenmit 19,600 Einw. Er ist besonders im Süden ge-birgig, im Norden sind Hügel und fruchtbare Thäler.Flüsse sind die Reuß und die Sihl, Seen der sehrfischreiche Zuger und der Erisee. Ackerbau ist nichtbedeutend, aber es wird viel Obst, Kastanien, Nüsseund etwas Wein erbaut und Viehwirthschaft getrie-ben. Außer mehreren Baumwollspinnereien undeinigen Woll- und Baumwollmanufakturen, gibt eswenige Fabriken, aber es sind viele Seidenwebstühlein Häusern in Thätigkeit; der Handel mit Obst,Vieh, Wolle, Butter und Käse ist namhaft. — Außerder Hauptstadt Zug am gleichnamigen See mit4000 Einw., welche Uhren, optische Instrumente,Tabak, Baumwolltuch und Nägel fabriziren, gibt eskeine bedeutenden Orte.
9) Freiburg oder Fribourg, Kanton nördlichund östlich an Bern; südlich und westlich an Waadtund nordwestlich zum Theil an den NeuenburgerSee grenzend, 29,« ^Meilen mit 105,550 Einw.Er ist im Süden gebirgig mit den höchsten Spitzenla Berra von 5350 und dem Molesson von6200 Fuß; weiter östlich beginnt ein Sandstein-gebirge, der Jorat, und im nördlichen Theile sindnur Hügel und Ebenen. Der bedeutendste Fluß istdie Saane oder Sarine mit der Sense und Glerneoder Glane. Ein Theil des Murtenersees gehörtzum Kanton. Die Hauptbeschäftigung der Ein-wohner ist bedeutende Viehzucht und Alpenwirth-schaft, welche besonders den berühmten Greierzer-oder Gruyerekäse liefert; im nördlichen Theilestarker Obst- und Weinbau, der letztere besonders amMurtener und Neuenburger See. Getreide wirdwenig erbaut, daher es den ärmeren Bewohnern zu-weilen daran fehlt. Die Industrie besteht besondersin Strohflechterei, Tuch, Tabak u. Cigarren, Wachs-kerzen, Uhren, hydr. Kalk und Lederbereituug.—Außer der Hauptstadt Freiburg (s. d.) sind nochzu bemerken: R o m o n t an der Glam, 1600 Einw.und wichtige Pferdemärkte. Voll oder Bulle beiGuyere oder Greierz, 2100 Einw., berühmt durch
Schweiz
seine Käse und Strohflechterei; bedeutende Vieh-märkte. Murten oderMorat am Murtenersee,2300 Einw., mit Weinhandel, Uhren- und Tabak-fabriken.
10) Solothurn,frauz. Lolouro, Kanton zwi-schen Basel, Aargau und Bern, und 2 kleine Encla-ven desselben grenzen unmittelbar an Frankreich,13,7 HHMeilen mit 69,300 Einw. Er wird von derAar durchflossen, in welche sich die Emmen undDünnern ergießt, ist durchaus Gebirgsland, hat aberfruchtbare Thäler und schöne Bergweiden. Die Ein-wohner betreiben daher bedeutende Viehzucht (Rinder,Pferde, Schafe) und blühenden Acker-, Wein - undObstbau (Kirschwasserbereitung); auch wird Eisen,Gips, Marmor und Steinkohlen gefunden. DieIndustrie ist nicht bedeutend, doch gibt es einigeSpinnereien, Gießereien, Hammerschmieden, mecha-nische Werkstätten, Seidenzwirnerei, Bleichereien,Bierbrauereien, Gerbereien, Fabriken von Leinen-und Baumwollwaaren, Bändern, Cichorien, Cigar-ren, Cement, Wachstuch, Essig, Papier, Fayence,Branntwein rc., auch ist die Uhrenverfertigung,Holzschnitzerei und Parquetterie erwähnenswcrth-Der Handel beschäftigt sich mit der Ausfuhr derLandeserzeugnisse und mit etwas Transito undSpedition. — Die bedeutendsten Städte sind:Hauptstadt Solothurn an der Aar, mit 6000Einw., mehreren prächtigen Kirchen, Theater rc.,einer Woll- und Baumwollspinnerei, Eisenhammer-werk und Gießerei, mechanischen Werkstätten, Fabri-ken von Cement, Cigarren, Essig, Leinenwaaren,Wolltuch, Watten, Uhren, Wachstuch, Senf rc.,Bierbrauereien, Branntweinbrennereien, Färbereienund Gerbereien, auch werden optische, chirurgisch^und musikalische Instrumente verfertigt. Der Han-del und Gewerbsverkehr ist lebhaft. Ölten a. d.Aar, 2300 Einw., mit einer Centralreparaturwerk-stätte die 400 Arbeiter beschäftigt, Fabriken vonBaumwollen-, Leinen- und Strumpfwaaren rc.sals Knotenpunkt sehr lebhafter Verkehr. Bals-thal, Flecken mit 1125 Einw., Gießerei, mechcM-Werkstätten, Eisengruben rc.
Wechselrechtliches, s. Bern.
11) B asel, Kanton, im Norden durch den RheM,an dessen rechtem Ufer jedoch ebenfalls ein kleinerTheil des Gebiets liegt, von Deutschland getrennt,westlich an Frankreich, südlich und östlich an Bern,Solothurn und Aargau grenzend, ist seit 1833 Mzwei besondere Kantone, Baselstadt und Baselsland oder Basellandschaft zerfallen. Erstereenthält auf O,? sUMeilen 40,700, letzterer auf MUWeilen 51,500 Einw. Der Boden ist im SüdenGebirge, im Norden fruchtbares gut angebauteHügelland, wo vorzüglicher Acker-, Obst- und Wembau getrieben wird; außerdem beschäftigen sich D fBewohner mit Viehzucht, Fischerei (besonders a >Lachse). Bedeutend ist die Seideufabrikation (haup 'sächlich Bänder) und die Baumwollweberei, au»/gibt es Seidenzwirnereien und Seidenfärbercie ,Appreturen, Papier-, Uhren-, Tabak u. a. Fabnt ,Maschinenbau, Gießereien, Gerbereien und AbhastHandelsverkehr, besonders Transitohandel. ABaselstadt gehören, außer der Stadt Basel (I- 0'nur noch die drei Landgemeinden Riehen, Bettlngund Kleinhüningeu am rechten Ufer des Ryem-In B a s e l l a u d ist der Hauptort L i e st a l mit .o * #Einw., Eisengießereien, Wollspinnerei, Wouimvfabrikation, lebhaftem Gewerbfleiß. Außerdem W .denburg, Städtchen mit 900 Einw., Papier