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Zweiter Band.
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Schweiz

Schweiz

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welcher Verfallzeit sie sein mögen, genießen 6 Ne-specttage, mit Ausnahme derjenigen in hiesige Jahr-märkte, die spätestens am Jahrmarktsdienstage be-zahlt werden müssen.

15s Graubünden oder Bünden, Kanton, andie Kantone St. Gallen, Glarus, Uri, Tesstn, dasFürstenthum Liechtenstein, Tirol und die Lombardeigrenzend, 127 sIMeilen mit 91,000 Einw. Derganze Kanton ist gebirgig; die Hauptkette bilden imSüden und Westen die rhätischen Alpen mit hohenGipfeln, wichtigen Pässen und zahlreichen Gletschern.Voimnordwestlichen Abhänge derselben kommen ver-schiedene Zuflüsse des im Südwesten unweit derGrenze von Uri entspringenden Rheines herab,namentlich der Glenner, Hinterrhein, die Albula,Plessur, Landquart, während im Osten der ebenfallsim Kanton entspringende I n n durch das Engadinfließt und mehrere kleine Flüsse aufnimmt; einigeandere, namentlich die Maira, nehmen ihren Laufnach Süden zur Adda und dem Comersee. DasKlima ist auf den Gebirgen und selbst in den meistenThälern rauh, so daß nur in einigen der letzteren dasGetreide reift; dagegen haben einige andere fastitalienisches Klima und bringen vortreffliches Obst,Wein und Kastanien hervor. Viehzucht ist dieHauptbeschäftigung der Einwohner, die auch Sei-denbau treiben; Industrie und Handel sind nichtvon Bedeutung, doch findet ein lebhafter Transitnach Italien statt. Bergbau ist ebenfalls nicht be-deutend, denn es gibt im ganzen Kanton nur 3Eisen-, I Zink- und 1 Bleigrube; dagegen findetman schönen Marmor und Alabaster, Serpentin undSalz. Auf den Gebirgen leben Raubthiere, Luchse,Wölfe, Bären, auch Gemsen, Murmelthiere rc. undbesonders viele Arten wilder Vögel, Adler, Länimer-geier, Falken. Auer-, Birk-, Schneehühner und dergl.— Die Hauptstadt des Kantons ist Chur (s. d.);außerdem sind nur folgende Orte von einiger Wich-tigkeit: Maienfeld am Rhein, 1300 Einw., mitstarkem Weinbau, Gipsbrüchen, Baumwollspinne-reien, Baumwollzwirnerei und lebhafter Spedition.Schuls, Flecken im Unterengadin, 950 Einw., mitvielen Mineralquellen, Marmor- und Porphir-brüchen.

16) Aargau, Kanton im Mittellande, zwischenden Alpen und dem Jura, 25^ UWeUen und194,200 Einw. Derselbe hat eine der mildestenLagen der Schweiz, ist gebirgig, jedoch ohne bedeu-tende Höhen und mit breiten Ebenen, grenzt gegenNorden an Basel, gegen Osten an Zürich, gegenSüden an Luzern, gegen Westen an Bern, Solo-tburn und Basel. Seine Flüsse sind die Aar,Limmat und Reuß. Hauptbeschäftigung derEinwohner ist Ackerbau (hauptsächlich Getreide- undObstbau), sodann die Viehzucht; an den südlichenAbhängen florirt der Weinbau und in neuerer Zeitauch die Seidenzucht. Der Kanton Thurgau ist inder Schweiz ein Hauptsitz der Baumwollen-, Sei-den - und Strohmanufaktur; ferner finden sichFabriken von Cigarren, Schnupftabak, Papier,chemischen Produkten, Metallwaaren, Roßhaar,Spieldosen, Gold- u. Silberwaaren rc., Gießereien,mechanische Werkstätten, Branntweinbrennereien,Färbereien, Ziegelbrennereien und Bierbrauereien,auch nähren. Fischerei und Schifsfahrt auf der Aarund dem Rhein viele Menschen. Ausgeführt wer-den: Getreide, Seiden- und Baumwollenwaaren,Garne, Strohhüte und Leder. — Die Hauptstadtdes Kantons ist Aar au (s. d.); ferner sind von

Bedeutung: Zofingen an der Wigger, 3700Einw., mit Seidenzwirnerei, Baumwollenwaaren-u. Seidenbandfabriken, Leinwandwebereien, Gieße-reien, Gerbereien und Färbereien. Lenzburg ander Aar, mit 2100 Einw., lebhafter Handel in Co-lonialwaaren; in der Nähe Baumwollfabriken-Aar bürg a. d. Aar, 1850 Einw., Baumwoll-spinnerei und Zeugdruckerei. Zurzach mit 900Einw., hatte ehemals die wichtigsten Messen derSchweiz, deren Hauptartikel (Leder) ihm jedoch inneuerer Zeit die Stadt Zürich abgenommen hat.Wohlen, Dorf mit 2600 Einw., Hauptplatz derStrohmanufaktur. Baden, mit 3000 Einw-Baumwollspinnerei und Weberei; bedeutendsterBadeort der Schweiz.

Wechselrechtliches. Wechselordnung vom 12-Febr. 1857. Der Aussteller jedes Wechsels kanndie Haftbarkeit gegenüber den Nachfolgern des Wech-selnehmers zum Voraus gültig ablehnen, wenn erdem Wechselnehmer die Uebertragung im Wechseldurch die vollständigen Worte „nicht an Ordre"untersagt. — Tag nach den Sonn- und FeiertagenZahlungstag. — Keine Respecttage.

17) Thurgau, Kanton zwischen Baden, demBodensee, St. Gallen, Zürich und Schafshansen,18 ^Meilen mit 90,100 Einw. Er hat keine be-deutenden Berge, sondern nur schöne Hügel mitfruchtbaren, reizenden Thälern, vortrefflichen Wiesen^und bedeutenden Wäldern. Im Norden wird er'von dem aus dem Bodensee kommenden Rheinedurchflossen und zum Theil begrenzt, dem die Th»rmit der Sitter und Murg zufließt, und vom Boden-see und Untersee (dem nordwestlichen großen Busendes ersteren) gehört ihm der größte Theil des süd-westlichen Ufers an. Die Einwohner beschäftigensich mit dem Bau von Getreide, jedoch nicht immerausreichend, Wein und Obst, auch wird sehr guterFlachs und Hans erbaut, Viehzucht und FischeMgetrieben. Die Industrie ist blühend, besonders mBaumwollwaaren, und es bildet dieser Kanton fürdie einfacheren und schwereren Gewebe den eigent-lichen Fabrikationsplatz. Hier werden gewöhnlichesglattes Baumwollentuch, Rothfarbtuch, Nastücher,Kattune, Bettzeuge, Barchent, Hosenstoffe, blaueBlousen, Matratzenzwillich, Stramin, Teppiche undauch rother Baumwollensämmet von außerordent-licher Schönheit fabrizirt. Außerdem besitzt diestrKanton einige Spinnereien, Gießereien, mechanischeWerkstätten, Gerbereien, Färbereien, Druckereien,Bleichereien, und verfertigt Leinwand, Packtuch,Zwillich, Strumpf- und Seidenwaaren, Papier-Strohhüte, chemische Produkte, Gold- und Silber-waaren, Wachstuch, Thonwaaren, Tabak und Ci-garren, Branntwein, Papier rc. Der Handel, wel-cher durch den See und die Eisenbahnen gefördertwird, ist lebhaft. — Die bedeutendsten Städte sind-Frauen selb an der Mur, Hauptstadt mit 400VEinw., einer Hypothekenbank, Baumwollenspinne-rei, Weberei und Druckerei, Gießerei, Maschinenbauund Seidenzwirnerei. W e i n f e l d e n, 2450 Einw-,mit mechan. Baumwollweberci, Färbereien, T>ler-cherei. Steckborn am Untersee, 2320 Einw., uuunbedeutender Industrie und Weinbau. Arbonam Bodensee, 1600 E:nw., mit Fabriken von Vanv^,Seiden-, Leinen- und Baumwollenwaaren, Wachs^tnch, Zündhölzern, Gold- u. Silberwaaren; Well -und Obstbau. Bischofszell, 1420 Einw-,einiger Industrie. Ermatingen an: Unterste,1700 Einw., unbedeutende Industrie.