Schweiz
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Schweiz
.18) Tessin oder Tessino, auch die italie-Ulsche Schweiz genannt, südlichster Kanton zwi-schen den Kantonen Wallis, Urt, Graubündcn undder Lombardei, hat 51 iHMeilen mit 130,000 Einw.Gr ist gebirgig, liegt aber auf dem südlichen Abhängeder Alpen und in seinen herrlichen Thälern, diesämmtlich gegen Süden geöffnet sind, herrscht völlig^ienische Luft, während das Klima auf den hohenGebirgen noch ziemlich rauh ist. Die bedeuteudsteiiMisse sind die Maggia und der Tessin oder^tcino mit dem Blegno und der Muesa; beide^'gießen sich in den Lago maggiore, dessen nördlich-ster Theil, sowie der größte Theil des Luganerseesdem Kanton angehört. In den Thälern, besondersM Süden, werden Mandeln, Feigen, Wein, selbst^üven u. Orangen erbaut; außerdem Obst, Flachs,Hanf, Tabak, Maulbeerbäume re. Die Viehzuchtsit sehr wichtig und auch der Seidenbau ist bedeutend;^ gibt Wölfe, Bären, Luchse, Murmelthiere, vielGeflügel, Bienen, Fische rc. und man gewinnt Mar-mor, Topfstein und etwas Eisen. Die Industrie istunbedeutend und beschränkt sich außer der Gewin-nung und Zubereitung der Landesprodukte auf Sei-denspinnerei und etwas Weberei, Berfertigung von^trohgeflechten und Holzarbeiten und von Geräth-schaften aus Topfstein; Ackerbau ist nicht ausreichend,^.se Ausfuhr besteht in Wein, Seide, Käse, Süd-fluchten und den genannten Mineralien; auch findetlebhafter Transit zwischen Italien, der Schweiz^Ud Deutschland auf der Gotthardsstraße statt. —j~ t£ bedeutendsten Städte sind: Lugano (s. d.), mitden beiden folgenden abwechselnd Hauptstadt desKantons. Bellinzona oder Beilenz am Tici-hat 2350 Einw., 3 Schlösser, eine schöne KircheM Jesuitenkolleginm und starken Verkehr auf der^raße über den St. Gotthard und Bernhardin.'dcarno oder Lug gärn s am Lago maggiore,«Ut 3000 Einw. und einigem Handel; der Stapel-für den Handel zwischen Italien und derSchweiz ist das Dorf Magadino am nämlichen<■??*, wo sich die Gotthardsstraße endigt. A g n o,Mcken am Luganersee, mit 900 Einw., starkein Ver-sxhd und Messen. Mendrisio, Flecken, 2200hat viele Künstler und Handwerker und 2
spinnereien.
Wechselrechtliches. Der Uso beträgt 30. ^ bem Tage nach dem Datum des WechselbriefesNr Zusende Tage. — Ein zur Meßzeit zahlbarerschiel verfällt am Vorabende des zum Meßschlusselnmrnten Tages, oder an dem Tage der Messe,enn sie nur einen Tag dauert. — Alle für die Zah-s^W der Wechsel bestandenen Nachsichts- oder Re-^^uge und Fristen des Herkommens oder örtlicher^wohnheit sind abgeschafft.
Waadt, Waad oder Waadtlaud, sranz.cko Vauä, Kiauton zwischen Frankreich,m>Äshatel, dem Nenfchateller See, Freiburg, Bern,mn i!?' Genf und dem Genfer See, 58 sijMeilen.1,200 Einw. Er ist im Westen vom Juragen« ^ ^st £ n von den Berner Alpen bedeckt, übri-n«? Hügelland mit einigen Ebenen, hat ein mildesUn^ ^"stEnehmes. nur auf den Alpen rauheres Klimas>tbMrößtentheils sehr fruchtbaren Boden. Diezu«, welche sich in den Genfersee ergießt, bildetgießt ^ie Grenze gegen Wallis; außerdem er-kl°j, f'w in diesen See die Benoge und einigeS a l ce Flüsse; in den Nenfchateller See fließen dieSee u le ' drohe und Orbe. Im Jura ist dervon Joux. Man erbaut Getreide, Gemüse,
Obst, einige Südfrüchte, Kastanien, guten Wein,Tabak rc. und zieht die gewöhnlichen Hausthiere (zumTheil Alpenwirthschaft); es gibt Rothwild, Gemsen,Alpenhasen, Murmelthiere,Siebenschläfer, vielFische,Krebse rc., ferner etwas Eisen, Blei und Steinkoh-len, Kalk, Asphalt und Salz. Die Industrie istnicht bedeutend; im Jura werden viel Uhren, Gold-und Silberarbeiten verfertigt, auch gibt es Weiß-stickereien, Fabriken von Spitzen , Cigarren, Baum-wollwaaren und Porzellan, viel Gerbereien undTöpfereien. Die Ausfuhr von Wein, Tabak, Pro-dukten der Viehwirthschaft, Leder rc., sowie die Spe-dition erzeugt einen ziemlich lebhaften Handelsver-kehr. Die beiden Seen werden mit Dampfschiffenbefahren. — Die bedeutendsten Städte sind: Haupt-stadt L a u s a n n e (s. d.). M o r s e e oder M o r g e sam Genfersee. mit 3650 Einw., Hafen und Handel.N y o n oder N e u s am Genfersee, 2950 Einw., hatPorzellanfabriken, einen Hafen und Kaufhaus.Averdon oder Jfferten am Nenfchateller See,5800 Einw., hat Baumwollenfabriken, Bleichen undetwas Handel. Cullh am Genfersee, mit 1200Einw. und starkem Weinbau. Bevey oder Vivisam Genfersee, mit 6500 Einw., Gerbereien, Cigar-ren-, Gold - und Silberfabriken, lebhaftem Handelmit Wein, Käse rc. Bei Bex und Devin bedeu-tende Salzwerke.
Wechselrechtliches. Die Wechselordnung fürden Kanton Waadt stimmt größtentheils mit demfranzösischen Wechselrecht überein.
20) Wallis, franz. Valais, Kanton derSchweiz, zwischen Waadt, Bern, Uri, Tessin, Ita-lien und dem Genfer See, hat 95 ^Meilen mit91,000 Einw. Er umfaßt das ganze Gebiet derRhone von ihren Quellen bis zu ihrem Ausflüssein den Genfer See, welche das Hauptthal bildet, so-wie auch ihre Nebenflüsse, unter denen die Visp,Borgne und Dranse die bedeutendsten sind. Er istganz mit hoben Gebirgen bedeckt, auf denen ewigerWinter herrscht, während in den unteren Thälernfeurige Weine, Mandeln, Feigen und Granatenwachsen und das Getreide schon im Mai geerntetwird. Auch sind die Thäler zum Theil sumpfig uudungesund. Die Wälder liefern viel Holz, das aberwegen Mangel an inneren Straßen nicht verführtwerden kann; es gibt viel Wild, auch hin und wiederBären, Wölfe und Luchse, Murmelthiere, Lämmer-geier, Adler, Landschildkröten, Schlangen, viel Ge-flügel uud Fische; ferner Gold, Silber, Eisen, Blei,KuPfeL, Marmor, Kalk, Steinkohlen, Salz, Topf-stein, Granaten, große Bergkrystalle rc. Die Ein-wohner beschäftigen sich hauptsächlich mit Viehzucht,die aber mit weniger Sorgfalt, als in der übrigenSchweiz getrieben wird. Vieh, Käse, Geflügel undWild wird besonders nach Italien ausgeführt. DerAckerbau erzeugt nicht genug Getreide, dagegen istder Wein- und Obstbau bedeutend; besonders wer-den viel Kastanien gezogen. Auch Seidenbau wirdgetrieben. Die Industrie ist sehr gering und derHandel besteht meist in Transito, vorzüglich auf denStraßen über den Gotthardt und den Simplon.Die bedeutendsten Städte sind: Sitten^oderSion, Hauptstadt a. d. Rhone, eine häßliche Stadtin reizender Umgebung ohne Handel und Industrie,mit 1200 Einw. und einer Bank. Martigny oderM artinach a. d. Dranse, mit 1250 Einw., erzeugtvorzüglichen Wein und guten Honig. Orsibres,Flecken a. d. Dranse und an der Straße über denSt. Bernhardt, auf der ein starker Verkehr stattfindet,