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Zweiter Band.
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Schwei)

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Schwey

mit 2400Einw. St. Moriz oder St. Mauricea. d. Rhone, 1550 Einw., mit starker Spedition undWaarenniederlage.

21) Neuenburg oder Neufchatel, Kantonder Schweiz, zwischen Frankreich, Bern, dem Neuen-burger See und Waadt gelegen, hat 14, 5 HjMeilenmit 88,000 Einw. Er ist durchaus gebirgig und be-steht aus 5 Haupt- und einigen Nebenthäleru desJura; doch haben die Berge keine bedeutende Höheund selbst auf ihren Gipfeln noch gute Weiden. Der9Stunden lange und ca. 2 Stunden breite Neuen-burger See nimmt die Reuse und den Seyonauf und steht durch die Zihl oder Thiele mitdem Vieler See in Verbindung; der Doubs be-rührt einen Theil der westlichen Grenze. Der Kan-ton erzeugt besonders an den Ufern des Sees schönenWein, außerdem gutes Obst und Vieh; er hat aufden Bergen und in den höheren Thälern gutesWeideland und nicht unbeträchtliche Waldungen,auch einige Torfmoore. Getreide wird nicht hin-länglich erbaut. Die Einwohner beschäftigen sich be-sonders mit Viehzucht, Käsebereitung und Weinbau,welcher auch die wichtigsten Produkte liefert; sehrlebhaft aber ist die Fabrikindustrie, denn der Kantonist namentlich der Mittelpunkt der schweizerischenUhrenfabrikation. Es werden jährlich gegen 600,000Stück Taschenuhren, darunter ca. 100,000 Stückgoldene, verfertigt, sowie auch viele Uhrenbestand-theile und Uhrmacherwerkzeuge. Jährliche Produc-tion etwa 20 Millionen Frs. Außerdem werdenSpitzen geklöppelt, doch bei weitem nicht mehr soviel als früher, und Baumwollenwaaren, Wollen-zcuge, Leder, Handschuhe, Maschinen, Gold- undSilberwaaren, Likör rc. verfertigt; auch giebt es be-deutende Kattnndruckereien, Spinnereien, und vieleMenschen beschäftigen sich mit Kräutersammeln, mitder Bereitung des Schweizerthees und des Wer-muthextracts. — Die wichtigsten Städte sind:Neufchatel oderNeuenburg (s.d.)— Chaux-de-Fonds oderLa Chanxdefonds, große Ge-meinde in einem öden Thäte des westlichen Juramit 16,800 Einw., schönen Häusern und regel-mäßigen Straßen, ist nebst Locle der Hauptsitzder Verfertigung von Uhren und von Gold- undSilberarbeiten, und von zahlreichen Vergoldern,Emailleurs, Graveurs, Ebenisten, Malern, Bild-schnitzern, Krystall- und Achatarbeitern rc. bewohnt.— Locle oder Le Locle, zerstreut liegender Ortin dem nämlichen Thale mit 9500 Einw., betreibtebenfalls bedeutende Uhrenfabrikation; auch werdenUhrmacherwerkzeuge, Gold- und Silberwaaren,mathematische und andere feine Instrumente ver-fertigt und Spitzen geklöppelt. — Boudry, 1550Einw. mit Jndiennesfabriken.— Im Thale Val-traverö an der Reuse, das von 7000 Menschenbewohnt ist, werden Uhren und Uhrmacherwerkzeuge,Handschuhe, Wermuthbranntwein, Schweizerthee rc.verfertigt und Arzneikräuter gesammelt. — Cor-taillod am See. 1200 Emw., erzeugt gutenWein.

Wechselrechtliches. Respecttage finden nichtstatt. — Verfällt ein Wechsel an einem Feiertage, somuß am vorhergehendemWcrktage bezahlt oder Pro-test erhoben werden. — Die Acceptation kannnicht absolut gefordert werden. — In Streitfällenrichtet man sich nach dem franz. Code de.commerce.

22) Genf, einer der kleinsten, aber dicht be-völkertsten Kantone, zählt auf 5,2 sisMeilen 83,000Einw., worunter in Folge der freisinnigen Nieder-

lassungsgesetze sehr viele Fremde, nämlich 14,000Schweizer anderer Kantone und 29,000 Ausländer.Der Kanton grenzt im Osten an den Genfersee undwird im Süden und Westen seit der savoyischenAnnexion im Jahre 1860 ganz von Frankreich um-schlossen.' Im Nordosten verbindet ihn ein schmalerLandstrich mit'der übrigen Schweiz. Die Rhoneentströmt bei der Hauptstadt dem See und nimmtwestlich vor der Vorstadt Plainpalais die aus Sa-voyen kommende Arve auf. Der Boden ist hügelig,trocken und nicht sehr fruchtbar, aber umsosorg-faltiger angebaut. Ein großer Theil der Grundflächewird von den prächtigen „Campagnen" der reichenGenfer und vornehmen Fremden, die' sich hier an-kauften , eingenommen. Ackerbau und Viehzucht sindnicht bedeutend, dagegen wird viel Wein, Obst undGemüse gewonnen. Die Schifffahrt auf dem See,namentlich auch nach den savoyischen Uferstädten, 'stsehr lebhaft, die Fischerei bedeutend. Berühmt sinddie Lachsforellen des Genfersees, die bis zu 30 Pfo-und darüber schwer werden; ein anderer Fisch, derFerat, wird in großer Menge gefangen. Die wich*tigste Beschäftigung erhalten die Bewohner durch tueIndustrie der Hauptstadt Genf (j. d-), in welchersich auch die gesanimte Handelsthätigkeit concentrirt-— Außer der Hauptstadt enthält der Kanton nochdie Stadt Caronge mit 5817 Einw., Töpferei,Gerberei, Glashütte und einigen sonstigen Fabriken-Carouge ist durch eine sogenannte amerikanische,1 / i Stunde lange Pferdebahn mit Genf verbundenund steht überhaupt zu diesem im Verhältniß einerVorstadt.

Wechselrechtliches. Es gilt das französischeHandelsgesetzbuch.

Geldwährung. Bis in das Jahr 1852 rech-nete man in der Schweiz hauptsächlich nach Schweizer-franken ä 10 Batzen a 10 Rappen, und der Zah'*werth dieser Rechnungswährung gründete sich daram-daß der ehemalige französische neue Louisd'or zu24 Livres und der nach demselben in mehrerenKantonen geprägte schweizerische neue Louisdpr16 Schweizerfranken, der französische LaubthaUrund der schweizerische Neuthaler, sowie auch spu^der deutsche Kronenthaler 4Schweizerfrauken galten-Da aber diese Münzsorten, sowie auch die außerdemhäufig coursirenden französischen und süddeutsch^Silbermünzen in den einzelnen Kantonen kernefesten und gleichmäßigen Werth hatten, so ließ Mder Werth des Schweizerfranken nicht genauer b 'stimmen, als daß 36—37 Stück desselben auf mkölnische Mark f. Silber gingen, was sich jedoin der neueren Zeit so weit geregelt hatte, daß chGulden des 24y 2 Guldenfußes fast allgemein 1 ^Schweizerfranken galt. Da aber demohngeachnoch eine große Verschiedenheit in der Rechnung 'weise der einzelnen Kantone herrschte, indem rnach der geographischen Lage zu den Nachbarftaa ^einige nach französischem Gelde, andere nach ®'österreichischen Münzfüße und noch andere 3 erst v.Lnach dem 24'^ Gnldenfuße rechneten, so wurde e .lich im Jahre 1850 der längst gehegte Wunscheinem gleichmäßigen Münzfüße für die ganzeverwirklicht, indem der französische dafürmen wurde, so daß jetzt nur nach franzostich,;Franken zu 100 Rappen oder CentiMch .Frankreich) gerechnet wird. Die * n

Rechnungsarten sind ebenso wie die alten MU »aus dem Verkehr verschwunden.

Münzen. Goldmünzen werden

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