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Zweiter Band.
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Seerose

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Seide

Seerose, weiße, weiße Wasserlilie, weißeNixenblume, Wassertülpe oderKannen-Plumpe, Nymphaea alba, eine bekannte, inganz Europa m Teichen, Seen, Wassergräben rc.wachsende Pflanze mit langer, armshicker, walzen-förmiger , tief in den Schlamm hinabgehender Wur-zel, auf dem Wasser schwimmenden Blättern unddarüber emporwachsender schöner weißer Blume.Die Wurzel wird jetzt als ein brauchbares Surrogatder Gallapfel und Knoppern zum Gerben und Fär-ben benutzt, und daher in scheibenförmige Stückegeschnitten und getrocknet, zuweilen auch gemahlenin den Handel gebracht. Sie ist außen schmutzig-braun, innen gelblich, schwammig-fleischig und hartzu schneiden, hat quirlförmig stehende, ziemlich dickeFasern und einen bitteren, zusammenziehenden Ge-schmack. Sie muß im Herbst gesammelt, von denFasern befreit, dann gereinigt, zerschnitten und gutgetrocknet werden. Die Stücken sind dann aus demSchnittegelbbraun, leicht, schwammig, aber schwerzu zerbrechen. In Schweden wird die Wurzel beiGetreidemangel als Nahrungsmittel benutzt.

Seeschaden, s. Havarie.

Seesturz, s. Seewurf.

Seetang , s. S e e g r a s.

Seetrifr, s. Strandgut.

Seetüchtig oder seehaltend nennt man einSchiff, welches alle Eigenschaften besitzt, die zurErreichung des Zweckes seiner Reise erforderlichsind, und die es haben muß, sobald es eine Reiseantreten will. Es muß namentlich ordnungsmäßigund fest gebaut und auch in gutem Zustande er-halten sein, die zum Transport von Waaren nöthigeEinrichtung haben, mit allem nöthigen Zubehöroder Schiffsinventarium, mit der seiner Größe undder zu unternehmenden Reise angemessenen Mann-schaft, mit der gehörigen Verproviantirung und mitallen nöthigen Schiffspapieren versehen sein.

Seewechsel nennt man zuweilen den Bodmerei-drief (s. Bodmerei), hauptsächlich aber eine Tratte,^lche in Folge einer aufgenommenen Bodmereiüber den Betrag der vorgeschossenen Summe aufden Rheder des Schiffs gezogen wird, und zwar ent-weder vom Schiffer an die Ordre des Darleihers,^der auch vom Darleiher selbst. Auch wird zuweilen^e auf die Rückseite des Counoffements gesetzteSchuldverschreibung über einen Frachtvorschuß so

genannt.

Seeweine nennt man die an dem Ufer des-oodensees und des Genfersees erbauten Weine.

^ Seewolf oder Meerwolf, 4,narrllioba8ein 4—7 Fuß langer, 4 — 6 Zoll dicker,nach zusammengedrückter, sehr gefräßiger Raubfisch,xv jL in der Nord - und Ostsee, im atlantischen undmllen Meere lebt und eingesalzet: und getrocknet ve»lenbet wird. Die Haut benutzt man als Chagrinund zu Schuhleder.

Seewurf wird die durch heftigen Sturm oderMdere Gefahr nothwendig gewordene Werfung vonUntern ins Meer aenannt. welibe rur grollen

.ins Meer genannt, welche zur großenHavarie aereckmet wird. Werden dagegen Güter

gerechnet wird. Werden dagegenhUrch Sturm oder Wellen von selbst ins Meer ge-u°^n,.,so nennt man dies Seesturz, welcher zurv wären Havarie gehört.

s Schiffe.

uch oder Segelleinen sind die zu^ wlssssegeln bestimmten starken und dichtgewebten^s^dlerchten Leinen, welche meist aus reinem , gut

enem, zuweilen auch aus gezwirntem Hanf-

So 11’ s Unlt>., gejicon. n.

| garne, leichtere Sorten auch aus Hanf oder Flachsj mit Heedegarn vermischt, verfertigt sind. Die bestenS werden in Nordholland verfertigt, wo die einzelnen! Sorten holländische Kanevaßleinen, die! beste, Karreldoek, Klaverdoek, Lightdoek,Eversdoek re. genannt werden. Gantes heißen! die in der Gegent von Gent, Kortryk rc. in Belgien! gewebten geringeren Segelleinen aus Flachs und! Heede, zu kleinen Segeln. In Frankreich werdenj sehr viel Segelleinen in verschiedenen Sorten unterden Namen Noyales, Quatre fils, Boulloires, Beau-forts, Pertes, Locrenans, Bonnettes, Meslis, Peltres,Bondelettes, Yergis u. a. verfertigt; am mittellän-dischen Meere hat man auch eine Art aus Hanf undBaumwolle für kleine Fahrzeuge, welche Cotonninesheißen. Die englischen Segeltücher, von denen diemeisten in Schottland und Irland aus russischemHans gewebt werden, aber den «ssischen in derGüte nachstehen, heißen Canvas Sail-Duck oderSail-Cloth. Sehr viel Segeltuch kommt aus Ruß-land und findet wegen seiner Güte und seines billigenPreises überall Absatz, obgleich es dem holländischennachsteht. Die stärkeren Sorten, welche in der Regelaus gutem Hanf und Flachsheede bestehen, heißenin Rußland P a r u ö n o e - P o l o t n o, die leichteren,zu kleinen Segeln, welche theils aus lauter Hanf-garn, theils aus Hanf- und Flachsgarn gewebtsind, kommen unter dem Namen Ravenstuch inden Handel. In Deutschland wird ebenfalls viel undgutes Segeltuch verfertigt, namentlich in Pommern,Ostfriesland, in Hamburg, Lübeck, Bremen, inWestphalen rc., eine leichtere Sorte auch in Sachsenin der Gegend von Pulsnitz, Radeberg, Elstra rc.;in Oesterreich verfertigt man besonders in Mährenund im Kraincr Gebirge gutes hänfenes Segeltuch,das meist nach Trieft geht, und aus Galizien kommtgeringere Waare nach den preußischen Ostseehäfen.

Segovias oder Segovies ist eine Gattungfeiner, bunt gedruckter Köperflanelle, die an meh-reren Orten in Preußen, Sachsen rc. verfertigtwerden.

Seide heißt bekanntlich der feine, glänzende undverhältnißmäßig sehr feste Faden, aus dem die Raupeeines Nachtschmetterlinas, des Seidenspinners,Bombyx Mori, die Hülle spinnt, in der sie sich ver-puppt. Dieser Schmetterling, der aus dem mittlenAsien stammt, hat schmuzigweiße oder gelblicheFlügel mit blaßbraunen Streifen und einem oftkaum sichtbaren halbmondförmigen Fleck, und istohngefähr 1 Zoll lang und mit ausgebreitetenFlügeln I 1/2 Zoll breit. Er lebt besonders in denGegenden, _ wo der weiße Maulbeerbaum fortkommtund verbreitet ist, da die Blätter dieses Baumes dieeinzige Nahrunß der Raupe sind. In China ist dieBenutzung des Gespinnstes zu Geweben schon mehrere1000 Jahre vor Christus bekannt gewesen, aber dieAusführung von Seidenraupeneiern war bei Todes-strafe verboten, und das Land hatte daher langeden Alleinhandel mit roher Seide und seidenenZeugen. Erst im 6. Jahrhundert brachten persischeMönche, welche die Kunst des Seidenbaues inChina erlernt hatten, dem Kaiser Justinian Maul-beerbaumsameu und Eier nach Konstantinopel,worauf sich der Anbau des Baumes und die Zuchtund Verarbeitung der Seide über Griechenland,Arabien rc. verbreitete. Im 12. Jahrhundert kamsie nach Italien; in der Lombardei, in dem frühernFürstenthum Piemont und im südlichen Frank-reich aber, wo sie jetzt am stärksten betrieben wird,

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