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Zweiter Band.
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Senegalgummi

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Senf

käse, die im franz. Depart. Puy de Dome verfertigtwerden.

Senegalgummi, s. Gummi, arabisches.

Senegambien ist ein Theil der Westküste vonAfrika zwischen 10 und 18° nördlicher Breite undlandeinwärts ohngefähr so weit, als das Gebiet dernach Westen gehenden Flüsse reicht, und dessen äußer-ster westlicher Punkt das grüne Vorgebirge oder CapVerd ist. Hauplflüsse sind der S e n e g a l oder B a -fing, ein bedeutender Strom mit mehreren Neben-flüssen: dem Falameh, Kokoro, Neriko u. a., und derGambia; kleinere sind der Domingo oder Cacheo,Geba, Rio Grande, Nunez u. a. Die Küste bildetein, besonders im Norden breites angeschwemmtesFlachland oder eine Hügelreiche Ebene, an welche sichBergketten mit steilen Gebirgspässen schließen, dienach dem Hochlande des Inneren führen. DasKlima ist an der Küste sehr heiß und in den feuchtenGegenden ungesund; in den Gebirgsgegenden milderund gesünder. Das Land erzeugt die meisten afri-kanischen Produkte: Kameele, Pferde, Hunde, Ziegen,Elephanten, Giraffen, Hyänen, Goldwölfe, Assen,Nilpferde und mehrere Seesäugethiere rc.; Strauße,Papageien, Flamingos, Cochenille, Schildkröten,Krokodile, Schlangen rc.; Reis, Mais, Hirse, Moor-hirse, Palmen, Oliven, Gummibäume, Tamarinden,Mastix- und Affenbrodbäume, Pfeffer, Baum-wolle rc.; Gold und Eisen reichlich, Kupfer, Salz,Thon u. m. a. Mineralien. Die Eingeborenen,theils Neger, theils Mauren, bilden eine Mengeeinzelner, unter besonderen Herrschern stehender,zum Theil ziemlich gebildeter und freundlich gesinnterStämme, von denen mehrere Ackerbau, Handwerkeund Handel treiben. Hauptgegenstände der Aus-fuhr sind Gummi und Palmöl, mit dem ersterenhaben die Franzosen den Haupthandel, das letzterewird besonders von den Engländern ausgeführt;ferner: Goldstaub, Elfenbein, Wachs, Häute, Baum-wolle, Straußfedern, Ambra, Eisen rc. Die Fran-zosen, Engländer u. Portugiesen haben hier mehrerewichtige Niederlassungen und besonders der Handelder ersteren hat in der neueren Zeit bedeutend zu-genommen. Ihnen gehören: St. Louis auf einerInsel in der südlichen Mündung des Senegal,Hodhor, Terrier - Rouge, St. Charles,Bakel, Sedhiou, Albreda, die Insel Goree^tn grünen Vorgebirge u. a. — Den Engländerngehören: Bathurst auf der Insel Samte Marie'u der Mündung des Gambia, St. James amGambia, Gillifrei, Jonkakonda, Pisania,Pvrtendik nördlich vom Senegal rc. — Nieder-toffuHgeit der Portugiesen sind: Cacheo mit gutemHafen, Farim und Geba am Cacheo, Bissao aufemer Insel mit gutem Hafen, Zeguichor, See-not, M akea, Vintam u. a. — Die Eingeborenenhaben mehrere, zum Theil nicht unbedeutende Städte,w>n, denen einige 8—9000 Einw. und weitläufigeGebäude für ihre Könige haben. — Beim hiesigenHandel bedient man sich als Münzeinheit hauptsäch-Uch einer Barre oder Eisenstange (daher der Aus-ruck Barren Handel); eine Barre wird auch in^-Patten oder Platten, jede 9 Zoll lang, 272 ZollVeit, 7—8 Linien dick und 3y 2 —4 Pfd. am Ge-getheilt, und der Werth der Barre ist gewöhn-■9 y/s—5 franz. Franken; der spanische Piasterh V n Regel 6 Franken. Bei dem Gummi-yandel mit den Mauren bezahlt man meist mit so-? "^wcken Guineas oder Stücken Baumwolleuzeug

u 7—8 Ellen Länge und y 2 Elle Breite; in der

Stadt Cacheo aber wird der Handel nur durch Tauschgetrieben. Als Längenmaß bedient man sich meistdes ägyptischen Pik Beledi, = 0, 5775 Meter, außer-dem auch eines Maßes, Jactam genannt, — 0, 659Meter. Mais wird meist nach Kisten von ca. 4dänischen Tonnen Inhalt verkauft, Gummi nacheiner Art großen Kufe, Kantar genannt, die in 4Gamellen getheilt wird und ohngefähr 2000 Psd.altes Pariser Markgewicht, — 979 Kilogr. enthält.Da jedes europäische Schiff seinen eigenen Kantarznm Messen hat, so ist derselbe nach und nach immervergrößert worden, denn ursprünglich enthielt ernur 500 Pfd., war aber sogar bis auf 2600 Pfd.und noch mehr vergrößert worden. Palmöl wirdvon den Engländern theils nach dem alten engl.Puncheon, theils nach dem Tub oder Crue von 4Weingallons, Salz nach dem Tub von 36 engl. Pfd.gekauft. Die Europäer bedienen sich ihrer vater-ländischen Gewichte; die Neger haben ein besonderesGewicht, welches Benda heißt uud 64, 77 g Grammenwiegt. Goldgewicht ist die Unze ä 16 Ake oder Akis,welche — 20,39 0 Grammen ist; 40 Ake sind 1 Peri-guin.

Senegawurzel, Senekawurzel, Kreuz-blumen- oder Klapperschlagenwurzel,Radix Senegae oder Polygalae Virgi-nia nae, von der in den Wäldern Nordamerikaswachsenden Polygala Senega, besteht aus einem 2Zoll langen und gegen 7 2 Zoll dicken zweiköpfigenWnrzelstock, der meist in 2 Hauptwurzeln von derDicke eines Federkiels mit einigen Wurzelfasern ge-theilt ist. Er ist ganz gedreht, voller wulstiger Aus-wüchse und Knoten, holzig, außen gelbbraun, runze-lig, innen weißlich und faserig. Der wirksame Theilist die fast den dritten Theil der Wurzel ausmachende,dichte, zähe Rinde, welche aus verdicktem Safte zubestehen scheint; sie schmeckt anfangs mehlig, dannsüßlich säuerlich und kratzend und zieht die Kehle zu-sammen; der Geruch ist unangenehm ranzig und derStaub erregt Niesen, das Innere aber ist fast ge-schmacklos. Sie wird in der Medizin, in Amerikagegen den Schlangenbiß gebraucht und durch Siedenmit Zucker der gelbe Senegasirup, wie einschwarzbrauner Extract zweiter Consistenz, darausbereitet. Man erhält sie von London und Bremen inBallen von ca. 150 Pfd.; sehr oft ist sie mit Ginseng-wurzel und einer anderen, der Sassaparille ähnlichenWurzel untermengt. Die Wurzel enthält Jnulin,Oel, gelben Farbestoff, verschiedene Salze und einAlkaloid, Senegin oder Polygalin genannt,ein weißes, geruchloses Pulver, das anfangs wenig,später sehr scharf und kratzend schmeckt und starkesNiesen verursacht, V i r g i n et n s ä u r e, eine flüchtige,scharf und beißend schmeckende Fettsäure, Gerb- undPeklinsäure, Cerin, Gummi und Eiweiß.

Senfs Sinapis sativa, eine einjährige, be-sonders im südlichen Deutschland wild wachsende,sonst aber häufig angebaute Pflanze, welche in rund-lichen, in einen schiefen Schnabel ausgehendenSchoten kleine kugelförmige Samen trägt, die eineneigenthümlich bitterlich scharfen Geschmack und frischzerrieben einen reizenden, Niesen erregenden Geruchhaben. Es gibt davon zwei Arten, weißen undschwarzen. Der weiße oder gelbe Senf, Sina-pis alba, hat gelbliche oder gelbweiße, zuweilen etwasgrünliche Körner, welche kalt gepreßt über 30°/g einesgoldgelben, fast geruchlosen fetten (jedoch kein äthe-risches) Oeles enthalten, das zum Brennen gebrauchtwerden kann uud eine feste gelbliche Seife gibt.