Sennesblàtter
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Serbien
bis 2" lang, haben nur einen schleimigen Geschmackund Purgiren sehr schwach. 5) O st i n d i s ch e oderindische, von 6. acutifolia, die, wenn sie zu Landeüber Aegypten und Syrien kommen, mit zu derMokkasorte gerechnet, kommen sie aber zu Wasserüber London, ostindische genannt werden. Sie sindkurzgestielt, hautartig, lanzettförmig, gegen die Spitzeverschmälert, ganzrandig und lang stachelspitzig,übrigens leichter als die Alexandriner und in derRegel mehr gelbgrün von Farbe, wahrscheinlich inFolge schlechter Verpackung und des langen Wasser-weges. Sie sind erst seit Kurzem eingeführt worden,weil sie sich eben so wirksam erwiesen haben, wie diealexandriner, und die beste Art, von Tenevelli,steht in London sogar in noch höherem Preise alsdiese. Sie kommen theils in Ballen von ca. 2 Ctr.,theils auch in Kisten. 6) Kurze Sennesblätter,Folia Sennae parva, nennt man die zerbrochenenBlätter, welche von den verschiedenen Sortenabgesiebt worden sind und die in den Apothekeneigentlich nicht geführt werden sollen, weil sich nichtleicht erkennen läßt, ob sie mit anderen Blätternuntermischt sind. — Die schädlichste Verfälschungder Sennesblätter geschieht zuweilen mit den gif-tigen Blättern des Gerberbaums, Coriaria myr-tifolia , die sich von jenen hauptsächlich dadurchunterscheiden, daß sie 3 Hauptrippen haben, welcheunmittelbar aus dem Stiele entspringen und durchdas ganze Blatt gehen, und von denen sich diewittelste in eine hervorragende Spitze verlängert.Diese Pflanze wächst in Frankreich und wird zumGerben und Schwarzfärben benutzt. Die Früchtedieses Strauches sind am giftigsten. Auch Ver-mischungen durch Blätter von colutea arboreseensund der giftigen Corcaria myrtifolia kommen öfterNor. — Äußer den Sennesblättern kommen auch dieSamenhülsen der Pflanzen unter dein NamenSennesbälge, Folliculi Sennae, in den Handel,welche ebenso wie jene benutzt und, obgleich sie etwasschwächer wirken, doch von manchen Aerzten denBlättern vorgezogen werden, weil sie nicht den un-Menehmeu Geruch und Geschmack derselben haben.Da sie von allen Arten der Sennesblätter kommen,sind sie nicht von gleicher Form und Größe.Meist sind sie etwa 2 Zoll lang und 1 Zoll breit,graugrün, olivengrün oder bräunlich von Farbe,ü?ch zusammengedrückt, nur über den Samen-wrnern etwas aufgetrieben und kurz zugespitzt DerHandel der Sennesblätter geht besonders überÄgypten, von wo jährlich allein an 15—16 Tausend^nrncr ausgeführt werden. Hier sind die Blätter?u schon verfälscht, was um so schwerer zu erkennen.si, je mehr sie in Stücke zerschnitten sind. Einewlienische Sorte in Italien und der Provence ge-Ä haben stumpfe Blätter, ohne Geruch undIwwachem Geschmack, sie sind mit großen NervenNachzogen. Sie stammen von Cassia obtusata und° ü °rata ab. — Unter dem Namen falsche oderkutsche Sennesblätter, Folia germanicae,bpa 1 1 zuweilen die ebenfalls purgirenden Blätterbv! ^uumartigen Blasenstrauches (s. d.) ge-si "Zcht. Die chemischen Bestandtheile der BlätterDrysorethin, ein gelber, harzartiger Stoff,»der Chrysophansäure, Braun-Harz, Ex-Fett, Pektin, Eiweiß, Chlorophyll undMan bereitet aus ihnen Latwerge, Äufguß^Tinkturen.
g^EUvnvis ist ein rother Burgunderwein 4. Classever Gegend von Sens im Depart. der Ionne.
Sensal, Sensarie, s. Mäkler.
Sensen gibt es 2 Hauptarten, nämlich blauangelaufene und weiße oder blanke. Vonden ersteren werden die meisten und besten, welcheeinen europäischen Ruf haben, in Steiermark, undzwar hauptsächlich im Brucker Kreise, wo es vieleSensen- u. Sichelhämmer gibt, verfertigt; außerdemaber auch an mehreren Orten in Kärnthen, Krain,Tirol, Ober- und Unterösterreich, sowie auch in derGegend von Schwelm in Westphalen. Sie werdensämmtlich steiermärkische oder steiersche ge-nannt, und die einzelnen Sorten sind mit besonderenStempeln der Fabrikanten bezeichnet. Die weißen,welche hauptsächlich in den westphälischen und nieder-rheinischen Fabriken in Remscheid, Solingen, Jser-lohn, Hagen rc., auch an einigen Orten auf demHarz verfertigt werden, sind weniger geschätzt alsdie steiermärkischen. Die Länge derselben wird nachSpannen oder nach Querhänden angegeben undman hat daher 4-, 5-, 6spännige, 7-, 8händige rc.— Auf den Sensenhämmern werden in der Regelauch F u t t e r k l i n g e n und Sicheln verfertigt.
Sepia ist die getrocknete braune Flüssigkeit, welcheder Blackfisch oder Tintenfisch in einem Beutelbei sich führt und mit der er, wenn er in Gefahr ist,das Wasser um sich her trübt. Wie kommt entwederin den Beuteln oder in Blasen in den Handel, wirdals Malerfarbe benutzt, von den Homöopathen zuMedizin gebraucht, auch wird sie mit Gummiwasserin lange Täfelchen, wie die schwarze Tusche, geformt.
Sequin, s. Zechine.
Serafins oder E m b o ß d e l l s heißt eine Gattungenglischer wollener Zeuge mit bunten, erhabenscheinenden Blumen auf weißem Grunde.
Sarajewo am Bosna, in der Türkei, äußerstlebhafter Verkehr, Stapelplatz des bosnischen Han-dels , besonders mit Macédonien und Albanien, mit70,000 Einw.> Weinbau, Woll-, Baumwoll-,Leder-, Eisen-, Gewehr-, Degenklingen-, Kupfer-geräthschaften- u. a. Fabriken. In der Nähe befin-den sich Eisengruben, die das Metall für die hiesigen-Fabriken liefern.
Serails oder Serailtücher nennt man eineGattung feiner, locker gewebter und nur leicht ge-walkter Halbtücher, meist von hellen Farben, diebesonders nach der Levante gehen.
Serapingummi , s. Sagapengummi.
Serbien, türkischer Vasallenstaat unter einemeigenen Fürsten, der der Pforte, die das Besatzungs-recht in den Festungen Belgrad, Foth-Islam,Schabatz und Semendria hat, tributpflichtig ist. Esgrenzt gegen Norden an die österreichische Militär-grenze , von der es durch die Save und Donau ge-schieden wird, gegen Osten an die Wallachei (Grenz-fluß ebenfalls die Donau) und an die Türkei, vonder es aus im Süden und Westen umgeben ist, undhat auf ca. 1000 ^Meilen 1,100,000 Einw. DieMorawa durchstießt das Land von Süden nachNorden und nimmt die serbische Morawa mit demJbar auf; außerdem fließt in die Donau derTimok, Grenzfluß gegen Bulgarien, und in dieSave fließt die Kolubara und die Drina , letztere dieGrenze gegen Bosnien bildend. Es ist durchausgebirgiges Hochland mit vielen Wäldern, in denThälern jedoch fruchtbar und zum Wein - und Ge-treidebau geeignet, aber nicht durchgängig angebaut,und auch die Wälder werden nicht gehörig aus-gebeutet. Man erbaut Weizen, Reis, Hirse, Mais,Hanf, Gemüse, Kirschen, Äepfel, Feigen, Melonen