Serbien
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Serpentin
Kastanien, Tabak, Rosen, Basilikum u. a. gewürz-hafte Kräuter, und gewinnt aus den WaldungenHolz, Pech, Gallapfel, Kuoppern. Viehzucht wirdstark getrieben, man zieht gute Pferde, Rindvieh,Schafe, viel Schweine, Federvieh und viel Bienen;es gibt viel Wild, auch Gemsen, Bären, Wölfe, unddie Fischerei ist ergiebig; Silber, Kupfer, Eisen,Blei, Stein- und Braunkohlen, Schwefel rc. sindvorhanden, aber mit dem Bergbau ist erst ein An-fang gemacht. Ackerbau, Viehzucht und Handel mitVieh, besonders Schweinen, Holz , Tabak, Wachs,Käse rc. sind die Hauptbeschäftigungen der Be-wohner. Die Einfuhr im Jahre 1860 betrug imGanzen 55,497,275 Piaster.
I. Einfuhr aus Oesterreich 37,471,511 Piaster,
II. „ „ der Türkei 16,087,246 „
III. „ „ der Walachei 1,926,518 „
IV. „ „ Frankreich 12,000 „
Hauptgegenstände der Einfuhrwaren: Manufak-turwaaren, Leinwand, Tuch, englische Gewebe,Zucker, Kaffee, Salz, Salpeter, Mehl, Oel, Pferde,Eisen, Tabak rc. Die Ausfuhr im Jahre 1860betrug im Ganzen 64,152,643 Piaster.
I. Ausfuhr nach Oesterreich 43,683,385 Piaster,
II. „ „ der Türkei 19,337,517 „
III. „ „ der Walachei 1,081,741 ,.
Hauptgegenstände der Ausfuhr waren: Schweine,Ochsen, Pferde, Hammel, Häute, Schafwolle,Zwetschgenbranntwein, Salz, Eisen, Kuoppern,Schweinefett rc. Die Industrie ist sehr gering, selbstHandwerker gibt es nur wenige. — Die Hauptstadtist Belgrad oder Griechisch Weissenburg(s. d.) Außerdem sind nur zu erwähnen: Semen-dria, Festung an der Donau und Morawa mit18,000 Einw., erbaut guten Wein; Kragujewatz,Residenz des Fürsten; U s ch i tz e, Festung an derserbischen Morawa; Novi Basar am Jbär, 8500Einw. rc.
Geld Währung. Serbien besitzt kein eigenesGeld. Rechnungsmünze ist der türkische Piasterä 40 Para; 1 Piaster ----- 1 Sgr. 8 Pf. preußischund 1 Para — Va Pf. preußisch. An Münzsortenist besonders in Belgrad nur fremdes geprägtesGeld in Cours, namentlich österreichische Dukaten,und mitunter auch Papiergulden, die ohne Rück-sicht auf den Tagescours bei kleinen Posten a 10Piaster pr. Gulden (— 16 Sgr. 8 Pf.) berech-net werden; ferner besonders viel russische Ru-bel, V.-, Vi-Rubelstücke, 5-, 10-, 15-und 20-Kopekenstücke, und man rechnet 20Kopeken — 1 österr. Zwanziger ä 4 Piaster =6 Sgr. 8 Pf. preußisch. Außerdem sind noch anStelle anderer Kupferscheidemünze die im öster-reichischen Gebiet längst außer Cours gesetzten 3-und 6-Kreuzerstücke, die ersteren 10 Para (5 Pf.preußisch), die letztem ----- 20 Para (----10 Pf. preuß.)im Umlaufe.
Handelsrecht. Im Jahre 1860 ist ein Han-delsgesetzbuch veröffentlicht worden. Aber esgibt kein Wechselrecht und deshalb auch keine Per-sonal- Execution; Klagen aus Wechseln gehörenvor das gemeine Civilgericht, welches die Wechselnur wie gewöhnliche Schuldurkunden behandelt unddie Proceffe nicht selten 3 bis 4 Jahre hinzieht.Deswegen pflegen die auswärtigen Kreditgeber ihrenSchuldnern Nachlässe und »Stundungen bis zu2 Jahren zu bewilligen und Ratenzahlungen an-
zunehmen. Aber auch diese Gewohnheit der Lang-muth hat ihr Ende erreicht und der serbische Han-delsstand dergestalt verloren, daß fast jeder Kauf-mann die eingehenden Waaren pr. Contant kaufenmuß.
Maße und Gewichte sind die türkischen, s.Türkei. — Man bedient sich beim Ein - und Ver-kauf der österreichischen Elle und der türkischen Elle,Arschin genannt, welche um ca. Vs kürzer als jeneist. Als Flüssigkeitsmaß und als Gewicht dient dieOkka, welche in 4 Litren a 100 Drachmen, zer-fällt. Die Okka -- 2 1 /* Pfd. Zollgewicht, ist dasGrundmaß.
Serentscher ist ein guter ungarischer Wein ausdem Unghvarer Komitat.
Serge, Sersche oder Sarsche, nennt maneinen dünnen, stark geköperten, etwas gewalkten,gewöhnlich aus der einen Seite etwas gerauhtenund dann warm gepreßten wollenen Zeng, der be-sonders früher in einer Menge verschiedener Gat-tungen und mit besonderen Namen in Deutschland,Frankreich und England fabrizirt wurde, jetzt aberwenigstens in Deutschland unter diesem Namen fastgar nicht mehr verfertigt wird. Man hatte Kron-serge, Krempelserge, Tuchserge, Strichserge, Kaiser-serge, Doppelserge u. v. a. Auch verfertigt man,besonders in Frankreich, seidene und halbseideneSergen, ebenfalls in mehreren Gattungen.
Serien, Serienloose, s. Staatspapiere.
Serignan, ein angenehmer, flüchtiger rotherProveneewein 3. Classe, aus der Gegend vonOrange im Depart. Baucluse.
Serinkie werden in Rußland die Platindukatengenannt.
Seronen oder Suronen nennt man Emballa-gen von getrockneter Rindshaut, iu welchen beson-ders in Südamerika und Westindien mehrereWaaren, wie Indigo, Cochenille, Tabak rc. ver-sendet werden.
Serpentin, gemeiner, ein ziemlich weicherStein, der sich frisch gebrochen schneiden und brecheseln läßt, an der Luft aber erhärtet Und auch einigePolitur annimmt. Er findet sich in mehreren Län-dern an einzelnen Stellen iu ansehnlichen Massen,gewöhnlich Vertiefungen ausfüllend, namentlich inder südlichen Schweiz, bei Genua, in den nörd-lichen Apenninen, im westlichen Ungarn, in Grie-chenland, am Ural, in England, Schottland,Schweden und in Sachsen bei Zöblitz. Er ist meistgrün von Farbe, zuweilen auch ins Gelbe, Rothe,Braune rc. übergehend, fast immer gesprenkelt, mar-morirt und geädert, in der Regel undurchsichtig,nur zuweilen an den Kanten etwas durchscheineild,und hat einen feinkörnigen, splitterigen Bruch. ^enthält oft andere Steine, namentlich Quarz,spath, Granaten rc. Man verarbeitet ihn zu aller-hand Geräthen, wie Reibschalen, Reibsteinen,Wärmsteinen, Vasen, Dosen, Leuchtern , Schreib-zeugen, Uhrgehäusen, Würfeln, Dominosteinen,Tischplatten, Gesimsen, Taufsteinen u. dgl., und dlVerfertigung dieser Gegenstände, ist besonders istdas Städtchen Zöblitz im sächsischen Erzgebirge eiwichtiger Erwerbszweig, indem die daselbst fabriz^ten Serpentinsteinwaaren weit und breit Äbl»?finden. — EdlerSerpentin, auch P i kr o IN Y,Marmolith und Ophit genannt, ist einerietät von schöner grüner oder gelber Farbe , meydurchscheinend, etwas fettig anzufühlen, mit peMutter - bis Fettglanz. Er findet sich nur au we »