Shawls
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Shawls
Shangai verdankt die commerzielle Wichtigkeit, zuder es sich bald aufgeschwungen hat, seiner günstigenLage in unmittelbarer Nähe der Seidendistricte,sowie der grünen Thees und einer ganzen Anzahlschwarzen Thees, andererseits den klimatischen Ver-hältnissen derjenigen Provinzen, deren natürlicherAusgangs- und Versorgungsplatz die Stadt ist,welche mit Recht das ,,Calcutta" Chinas genanntwerden kann. Sie liegt 40 engt. Meilen von derMündung des Uantsekiang, nicht weit von denendes Peiso und Hoangho, und steht durch den FlußWampu mit der 150 Meilen entfernten reichen, aus-schweifenden, hochgebildeten Stadt Sutscheufu inVerbindung, wo alle reichen und genußsüchtigenChinesen, angezogen von den geschicktesten Köchen,den prächtigsten Gärten und mit Blumen geschmück-ten Schiffen und den schönsten und elegantestenFrauen zusammenkommen. Shangai bildet eigent-uch nur den Hafen von Sutscheufu, das ebenfallsein wichtiger Handelsplatz ist, wo der größte Theilder ausländischen Zufuhren zusammenkommt undauf zahlreichen Kanälen in 10 Provinzen vertheiltwird. Jährlich kommen in Shangai gegen 1800chinesische Dschonken von 300,000 Tonnen Gehaltan, und auf diesem großen Markte wird das Bau-holz , gesalzene Fleisch, der Branntwein, Getreide,Hülsenfrüchte und Obst von Petscheli, Shantongund Leotang, gegen den Zucker, Indigo, schwarzenThee und die gesalzenen Fische von Folien, denZimmt, die Krystallwaaren und Parfümerien vonKuangton ausgetauscht. Die industrielle Thätigkeitder Stadt ist dieser Handelsthätigkeit gleich; fastjedes Haus ist eine Werkstätte oder ein Laden. DerBambus und der Thon werden auf das sinnreichstebearbeitet, emaillirt und ciselirt, von Handwerkern,welche keine 25 Centimen täglich brauchen undwenigstens 14 Stunden arbeiten. Die jährlicheTheeausfuhr von Shangai wird auf 70 MillionenPfund, im Werthe von 80—90 Millionen Franken,die Ausfuhr roher Seide auf 28,000 Ballen, imWerthe von 70 Millionen Franken geschätzt. Deuersten Rang unter den Einfuhren' behaupten dieBaumwollenwaaren mit 50 — 60 Millionen, dieTuch- und Wollenwaaren mit 10—15 MillionenFranken.
Rechnungsart. Die Rechnungseinheit ist derShangai-Tael zu 100 Casch (Käsch) oder100 Cents; der mexikanische Dollar repräsentirtnur eine Waare, deren Werth fast jeden Tag zwi-schen 70 — 80 Cents vom Shangai-Tael schwankt.
Course. Dieselben werden hier nach Taels be-rechnet und sind starken Fluctuationen unterworfen.Derjenige auf London versteht sich in Schilling rc.pr. Tael (si*/-, Sch. m. o. w.); auf Bombay undCalcutta notirt man sie zu 280 Compagnie-Rupienm. o. w. Pr. 100 Taels; anf Canton und Hongkongzu 80 Taels m. o. w. für 100 mexikanische Piaster.
Banken. Alle Banken Hongkons haben hierFiliale.
Münzen, Maße und Gewichte, s. China.
Shawls oder Schals nennt man nach dem ur-sprünglich in Kaschemir gebräuchlichen Namen große,meist wollene, doch auch zuweilen seidene, baum-wollene und aus diesen Stoffen gemischte Umschlage-tücher, gewöhnlich mit eingewirkten buntew. großenund lebhaften Mustern. Wenn sie 3—4 Ellen imQuadrat halten, so nennt man sie vorzugsweiseShawls; sind sie etwa l 1 /.** — IVa Mal so langals breit, so heißen sie Double-Lbavls, und sind
sie doppelt so lang als breit, Dong-8bavls. DieShawlweberei stammt aus Asien und namentlichaus Kaschemir, wo noch jetzt die schönsten undtheuersten Shawls verfertigt werden. Man verwen-det dazu das feine und weiche Flaumhaar einer imtibetanischen Hochlande lebenden Ziegenart, welchesPaschmina genannt wird, grau von Farbe ist,aber in Kaschemir mit Reiswasser gebleicht und dannin 42 verschiedenen Farben gefärbt wird. Eine nochfeinere Wolle kommt von einer Art Steinbock, Ahngenannt, die indessen nur selten und zu den feinstenShawls verwendet wird. Die Paschmina wirdauch zuweilen in verschiedenen Verhältnissen mitBaumwolle gemischt. Die Verfertigung geschieht aufeine zwar sehr einfache, aber doch höchst mühsameund zeitraubende Art, indem die auf hölzerne Nadelngewickelten Einschlagfäden mehr nach Art desStickens als des Webens in die Kette eingearbeitetwerden. Die Shawls mit künstlichen Mustern wer-den in einzelnen Stücken gewebt, die Palmen, dieBordüre, das Mittelstück rc. besonders, und diesewerden dann sehr künstlich zusammengenäht. Immerwerden zwei Shawls von gleichem Muster verfertigtund mit einem Paar der schönsten Art sind 11 Web-stühle mit 24 Arbeitern beschäftigt, welche 6 — 12Monate damit zubringen. Daher rührt der ho^Preis der ächten Kaschemirshawls, der jedoch durchdie Zwischenhändler in Persten rc. noch bedeutenderhöht wird, so daß das Stück in Europa besonderszu Ansang dieses Jahrhunderts mit mehrerenTausend Thalern bezahlt wurde, obgleich dies meistsolche waren, die schon in den türkischen Harems ge-tragen worden waren. In Persten, Ostindien,Afghanistan, Kleinasien rc. werden auch viel schöneShawls aus feiner Ziegen- oder Schafwolle, ttst*mentlich auch aus Angorawolle gewebt, die jedochdenen aus Kaschemir nicht gleichkommen. Der hohePreis der letzteren veranlaßte zuerst den großenfranzösischen Fabrikanten, Baron Ternaux, imJahre 1819 tibetanische Ziegen nach Frankreich kom-men zu lassen, aus deren Wolle er, mit Schafwollevermischt, die sogenannten Ternauxshawlsweben ließ. Die Ziegen arteten jedoch bald aus,weshalb die Zucht derselben wieder aufgegeben wer-den mußte, und eben so wenig Erfolg hatten auchdie in England gemachten Versuche. Man verfertigtdaher jetzt in Europa, namentlich in Frankreich-England und auch an einigen Orten in DeutschlanvShawls aus der feinsten Schafwolle, zum Theil umVicoguewolle, Kameelhaar und geringere auch mu -Baumwolle gemischt. In Frankreich werden dlschönsten in Paris und Lyon verfertigt, wohlfeilereauch in Nimes, Rheims, Roubaix x. In Enalanliefern besonders Norwich und Bristol vortrefflichShawls, und in Deutschland hat es vorziiglrwWien in diesem Industriezweige sehr weit gebracht.,außerdem werden namentlich in Berlin viel wohi-feilere, meist mit Baumwolle gemischte Shawlfabrizirt, die aber wegen ihres schönen Ansehenund ihrer Billigkeit bedeutenden Absatz finden. -~rAndere Arten von Umschlagetüchern in sehr t>e -schiedenenGattungen, die oft ebenfalls Shawls 8 'nannt werden, verfertigen namentlichGlauchau, Reichenbach in Sachsen, ®Schmiedeberg in Schlesien u. m. a. Orte. &_ ^pflegt man eine Art kleiner, schmaler Tücher vIV2— 27a Ellen Länge und V2— 1 Elle BreiteSeide, Wolle, Baumwolle, die man meist uurden Hals schlingt, Shawls zu nennen.