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Zweiter Band.
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Sheeting

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Sheeting nennt man in England ein dichtesleinenes oder baumwollenes Gewebe mit starkemFaden, während man unter Shirting eine ähn-liche , aber feinere und leichtere Waare von Baum-wolle versteht. Beide Gattungen, welche sowohl rohals gebleicht in den Handel kommen, aber mehr aufden überseeischen Märkten, als in Europa Absatzfinden, werden auch zu den englischen Long-clothsgerechnet und die starken baumwollenen sind denamerikanischen Domestiks gleich.

Sheffield, in der englischen Grafschaft Uork-shire, am Zusammenfluß des schiffbaren Don mitdem Sheaf- und am Sheffield- und Donkanal, mitEisenbahnen nach Manchester; nach Retford undBoston; nach Leicester und nach Leeds; im Uebrigensind von Vheffield aus alle Fabrikstädte Englandsdurch Schienenwege zu erreichen. Die Stadt hat186,000 Einw. und ist der zweite Hauptsitz derbritischen Metallfabrikation, dagegen der Hauptplatzauf der Erde für Messer und Scheeren, wegenersterer schon im 13. Jahrhundert berühmt. Seit-dem verfertigt man daselbst auch Scheeren, Taschen-und Rasirmesser, Sensen, Sicheln, Tabaksdosen,Feilen, plattirte Waaren, vorzügliche Theaterper-lpective, alle Arten von Werkzeug aus Eisen undStahl; überhaupt ist in England die Stahlfabrika-twn nirgends von solcher Bedeutung als hier. Esbestehen Eisengießereien, Eisenhämmer, Dampf-waschinenbauwerkstätten, Glasschleifereien, Fabrikendon Teppichen, Roßhaarstoffen, Seidenwebereien rc.~~ Unfern der Stadt sind reiche Eisen- und Stein-kohlengruben, auch befindet sich in der Nähe (zuAtlas) das größte Stahlwerk von I. BrownLCo.,Welches einen Raum von 107 ? engl. Acres einnimmt,29 verschiedene Dampfmaschinen und 21 Dampf-hammer hat. Es werden jede Woche 2000 Tonnen^der 40,000 Ctr. Kohlen und 600 Tonnen oder12,000 Ctr. Roheisen verbraucht und daraus 480Tonnen oder 9600 Ctr. Walzeisen gefertigt, welchesbirekt zur Stahlerzeugung verwendet wird.

. Rechnung, Münzen, Maße u. Gewichte,1- Großbritannien.

Sherry nennt man in England den Xeressect.

Shirting, s. Sheeting.

Shoddy, Lumpenwolle.

Siam, großes, unabhängiges Königreich inHrnterindien, im Osten von Anain und im WestenS®« Birma begrenzt. Die Südgrenze bildet derMeerbusen von Siam. Die Größe des ReichesEd zu 9000 HjMeilen mit circa 7—8 MillionenAnwohnern angegeben. Das Land, dessen Jn-ueres »och wenig bekannt ist, ist großentheilsUwgig und waldig, im Süden aber völligessUeflanp, Es bringt Reis, Weizen, Mais, vortreff-uche Südfrüchte, Palmen, Ananas, Zucker, seiden-A"ge Baumwolle, Kaffee, Gewürze,, viele nutzbareAaldbäume, Bambus, Thee, Seide, Rindvieh,Erde, Schweine u. a. Hausthiere, Elephanten,Mnocerosse, Nashorne, Bären, Tiger, Leoparden,Zibetthiere, Hirsche, Gazellen (besonders

würdig sind die weißen Elephanten, Tiger,J 5tt und Rehe), verschiedene Hühnerarten, Papa-Krokodille, Schildkröten rc. hervor, und in dersE findet sich Gold, Silber, Zinn, Diamanten,Achate, Salz rc. Die Einwohner treibenjst ^ bau, Viehzucht, Jagd, Fischerei; die IndustrieGanzen noch gering und fast total in dieitur Ehinesen übergegangen; fabrikmäßig wirdZuckerfiederei und Ziegelbrennerei betrieben.

° Sott’« Ltnio.«8cjicoit. II.

Siam

Man findet zwar Töpfer, Zimmerleute, Tischler,Maurer, Gerber, Seiler, Färber, Kupferschmiedeunter den Siamesen, allein die zu Millionen ein-gewanderten und noch einwandernden Chinesen,winden ihnen alles aus der Hand und so ist es auchmit dem Ackerbau. Das Land lohnt alle daraufverwendete Mühe iu höchstem Maße, und die Regie-rung thut ihr Möglichstes, um den Ackerbau zu be-günstigen. Jeder hat das Recht, ein herrenlosesStück Land, dessen es viele Millionen Morgen gibt,zu bebauen und als sein Eigenthum zu betrachten;fleißigen Landleuten werden sogar von der Regie-rung Geldsummen zinsfrei vorgestreckt. Trotzdemweist die angeborene Trägheit der Siamesen allediese Vortheile von sich uud überläßt sie den fleißigenChinesen, deren Thätigkeit mit Tagesanbruch be-ginnt und ununterbrochen sich bis spät in die Nachterstreckt. Letztere bauen den Reis und Zucker für dieAusfuhr, errichteu Reis-, Zucker- und Sägemühlen,und wie die aesammte Industrie, ist der ganze Han-del in ihren Händen. Wie sich dieser durch die nochnicht lange Freigabe der Reisausfuhr, Herabsetzungder Zölle für fremde Schiffe und andere liberaleMaßregeln der jetzigen Regierung gehoben hat, magaus Vergleichung der 1848 und 1860 in Bangkokeingelaufenen fremden Schiffe erhellen. Im ersternJahre besuchten 9 Fahrzeuge von zusammen 2200Tonnen den Hafen, dagegen 1860 nicht weniger als286 mit einem Gehalte von 109,000 Tonnen. ImJahre 1861 waren bis November schon 317 Schiffeangekommen, und während im Jahre 1857 nur1,047,659 Pikul Reis verschifft wurden, betrug dieAusfuhr iu 1861 3 Millionen Pikul oder über31/2 Mill. Ctr. Außer dem Reis wird hauptsächlichZucker ausgeführt; 1860 im Betrage von203,597 Pikul. Er geht meistens nach China undist von guter Qualität. Weitere Exportartikel sindTeakholz, an dem Siam, wie überhaupt auch anandern Zier- und Nutzhölzern, sehr reich ist. Dieeiserne Festigkeit dieses Holzes, hat schon längst dieAufmerksamkeit der europäischen Schiffbauer, na-mentlich aber der Marinen auf sich gezogen; seitJahren verwenden England und Frankreich Teak-holz zum Bau ihrer Kriegsschiffe. Ferner werdenausgeführt: Sapanholz, Pfeffer, Elfenbein, Häute,Hörner, Arak, Seide, Cardamomen und Zinn.

! Die Einfuhr erreichte im Jahre 1859 den Betragvon 563,985 Pfund Sterl. Die bedeutendstenArtikel davon waren Shirtiugs, Sarongs undOpium. — Das Flachland, die große siamesischeAlluvialebene, wird von 4 großen Strömen durch-schnitten: dem Bangpakong, Mainam, Ja-cht n und Meklong. Der Bangpakong ist deröstlichste und der Meklong der westlichste. Ihr Laufist fast Nord und Süd; sie münden sämmtlich ander Nordküste des Golfs und die drei erstern sinddurch Kanäle miteinander verbunden. Der Mai-na^r, dessen Lauf 200 deutsche Meilen beträgt, undder auf den Gebirgen von Du-uan in China ent-springt, ist einer der prachtvollsten Flüsse der Welt,auch ist er nicht nur in Bezug auf Handel und Ver-kehr von unberechenbarer Wichtigkeit, sondern fürdas Land selbst die Quelle seiner Fruchtbarkeit undseines Bodenreichthums. — Die Hauptstadt istBangkok oder B a n k a s a i, unweit der Mündungdes Mainam, mit mehr als 400,000 Einw., größten-theils Chinesen. Die Häuser sind von Bambus ge-baut, klein, aber ziemlich hübsch; die meisten liegenam Flusse und auf schwimmenden Flößen, daher es

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