Singapore
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Sirsakas
zunächst den ganzen Verkehr der bedeutenden Han-delsstädte auf der vorder- und hinterindischen Halb-insel mit den an jenen Gewässern liegenden See-plätzen. Nicht minder wichtig ist Singapore alseine Hauptstation für die Poftdampserverbindungzwischen Europa und China, Batavia, Manila undJapan. Aber auch die europäischen Segelschiffe, dievom Cap der guten Hoffnung oder vom Cap Hornkommen, pflegen ihren Weg durch die Malakkastraßehierher zu nehmen und an der hiesigen Rhede zu-nächst vor Anker zu gehen, ehe sie ihre Reise nachden chinesischen und japanestschen Häfen, nach Bang-kok in Siam, Saigun in Cambodscha und den Phi-lippinen fortsetzen. Singapore besitzt weit und breitdie einzigen Docks zur Ausbesserung größerer Fahr-zeuge, woraus es sich dann erklärt, daß in keinemHafen Ostasiens — selbst Hongkong nicht ausge-nommen — der Schiffsverkehr so lebhaft ist, wie hierund daneben natürlich auch ein ungemein rührigesGeschäft für Schiffsbedürfnisse aller Art: Lebens-mittel, Getränke, Tauwerk, Segeltuch, Hölzer u. dgl.betrieben wird. Die Zahl der eingelaufenen Schiffebetrug 1859: 3522; die der ausgelaufenen 3812.Besonders halten die Chinesen hier große Lager vonallen indischen und europäischen Artikeln und be-treiben von hier aus einen lebhaften Handel nachganz Hinterindien und den ostindischen Inseln. Dieoffiziellen Handelsübersichten Singapores theilenden Handel dieses Platzes in zwei Abtheilungen:1) in den mit den Dollarländern, 2) in denmit den Rupeeländern. Zu den erstern rechnetman Borneo, Celebes, China, Cochinchina, Java,die südlicheren Inseln des Archipels, Kongpoot, diemalayische Halbinsel, Manilla, Siam, Sumatra; zuden letzter« die Nicobaren, Pegu, Rangoon, Arra-kan, Calcutta. die Küste Malabar und Coromandel.Die Blüthezeit von Singapore ist zwar vorüber undfein Handel beginnt zu sinken, seitdem bie'birectenHandelswege nach den einzelnen großen Märkten inChina und nach den Inseln eröffnet worden sind,doch muß der Verkehr noch immer großartig genanntwerden. Die Ausfuhr der inländischen Artikelbesteht hauptsächlich in Pfeffer, sowohl schwarzem u.weißem, als auch langem, Macisnüssen und Blu-men , Nelken, Cassia, Sago, den die Chinesen ausder rohen Sagomasse, welche sie in Menge aus Bor-neo , Sumatra rc. beziehen, in großen Raffiniran-stalten verfertigen; ferner Kaffee, Reis, Arac, Häute,Hörner, Perlmutter, Stuhlrohr, Seide, Zinn,Gold rc. Der Werth der Einfuhr betrug im Jahre1862: 27 Will. und der der Ausfuhr über 18 Mill.Rupien. Die Stadt Singapore hat 62,000, dasganze englische Gebiet gegen 120,000 Einw. Die!Insel, welche früher ganz mit Wald bedeckt war, jist nicht sehr fruchtbar, hat aber ein gesundes, mildes,wenig veränderliches Klima, ohne Stürme und er- ?zeugt alle tropischen Gewächse, sowie Schweine,!Stachelschweine, Affen, fliegende Eichhörnchen, >Schuppenthiere, Faulthiere, viel Geflügel, Schild-!kröten rc.
Rechnung und Münzen. Im hiesigen Han-del rechnet man allgemein nach spanischen u. ameri-kanischen Piastern oder Dollars zu 100 Cents; dieBehörden rechnen nach ostindischen Rupien, Annasund Pice. 4 Pice — 1 Cent; 2•% Cents — 1 An-na ; 16 Annas — 1 Rupee (R); 100,000 Rupees— 1 Lac; 100 Lacs -----1 Crore. Als Scheidemünzebedient man sich der ostindischen kupfernen Pice.
Wechseleours. Auf Calcutta und Bombay!
Bankpapier zu 3 Tage Sicht ungefähr 230 Rupienfür 100 Dollars. Hongkong 30 Tage nach Sichtselten al pari, schwankt zwischen 3 bis 8 1 % Disconto.Auf Java zieht man gewöhnlich 10 Tage Sicht zumCours von 270 bis 275 Gulden für 100 Dollar.London auf 6 Monate bei Sicht, Bankwerth, 4 Sh.4 ä bis 5 Sh. pr. Dollar.
Verkaufsusanzen. Die eingeborenen Kauf-leute kaufen alle Produkte nach dem malayischenPikul und verkaufen sie nach dem chinesischen Pikul.Reis und Sago wird gehandelt nach dem Royana 40 Pikuls; Salz nach dem Rohan ä 52 Pikuls;Goldstaub nach dem Bunkal, im Gewicht von 2 Dol-lars (832 gr. Trotz); Gold- und Silberfaden nachdem Catty im Gewicht von 36 Dollars; Javatabaknach dem Corge ü 40 Körbe; indische Stückgüternach dem Corge ä 20 Körbe; Getreide und Körnernach dem Sack ä 2 bengalische Bazar-Maunds =74,5, Kilogr. — Ein- und Verkaufscommission in-clusive aller Spesen, 10 %. Einkäufe nur gegenbaar oder in festem Kredit auf renommirte Häuserin London und Liverpool. Die Verkäufe geschehenin der Regel auf 3 Mon. Zeit, Opium gegen baar;einige große Sinfuhrhäuser geben jedoch gar keinenKredit, sondern halten wöchentliche Auctionen gegenhaare Zahlung.
Maße und Gewichte. Die Maße sind für dengrößern Handel die englischen, doch werden diemeisten Waaren nach dem Gewicht verkauft u. diesesist das chinesische Pikul (-----133^3 Pfd. adp.) zu 100Catties. 1 Catty (IV- Pfd. adp.) ---- 16 Trels; 40chinesische Pikuls = 1 Royan; 2 malayische Prkuls— 1 Char. Ellenmaß ist zuweilen auch der Covw---- V? engt. Jard.
Sinigaglia, 4 Meilen nordwestlich von Ancona,wichtige und befestigte, am adriatischen Meere ge-legene See- und Handelsstadt, in den jetzt zumKönigreich Italien gehörigen Marken, Station deritalienischen Centralbahn (Ancona - Piacenza), $ at15,000 Einw., Getreide-, Wein- und Seidenbau,und eine berühmte, vom 20. Juli bis 8. Augustdauernde Messe mit unbeschränkter Handelsfreiheit,lange Zeit eine der europäischen Hauptmeffen. DerHasen Sinigaglias nimmt 150 kleine Schiffe aus;für große Schiffe ist er unzugänglich, indessen be-günstigt er wegen seiner Vortheilhaften Lage einenausgebreiteten Handel.
Rechnung, Münzen, Maße u. Gewichte,s. Italien, Königreich.
Sinnau, Sinau, Frauenmantel oder Lo-wensuß, Alchemiila vulgaris, eine afisfeuchten Wiesen, an Bächen, Waldrändern rc. häufigwachsende Pflanze, deren graugrüne, weichhaarrge,rundliche, 7—9lappige, geruchlose und bitterlich zn^sammenziehend schmeckenden Blätter, Ilorba Alch®"millae, besonders früher in der Medizin innerlicyund äußerlich gebraucht wurden.
Sinngrün, kleines, Wintergrün, kleineEpheu, Vinoa ininor, ein tn europäischenWäldern wachsender iminergrüuer Halbstrauch nn1^2—2 Zoll langen, etwa halb so breiten, ovalen,steifen, dunkelgrünen, lederartigen Blättern, ® el( vunter dem Namen llorba Vincae pervincae ovVincae minoris in der Medizin gebraucht werde
Sinterasche, s. Po lasche.
Sinterkichlen , s. Steinkohle.
Sipunkel, eßbarer, s. Tripang.
Sirsakas oder Cirsakas waren ursprülMwostindische baumwollene Zeuge mit bunten Streif ,