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Zweiter Band.
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Smyrna

Sirup

Gittern rc. von Seide; in Frankreich aber verstehtman darunter einen ähnlichen Stoff, dessen seideneStreifen mit Gold und Silber durchwirkt und mitkleinen, einbrochirten Blumen gemustert sind, undder in Lyon, Nimeö, Tours rc. verfertigt wird.

Sirup, Sirupus communisober saccha-rinus, ist der unkrystallisirbare Schleimzucker,welcher beim Raffiniren des Zuckers abfließt oderzurückbleibt und bei weiterem Sieden zu keiner festenMasse wird. Es ist eine mehr oder weniger dunkel-braune, dicke, klebrige Flüssigkeit von sehr süßemGeschmack, die in großer Menge anstatt des Zuckersin der Küche, zu verschiedenem Backwerk, zur Ver-süßung von Medikamenten, zur Verfertigung vonBuchdruckerwalzen, zu Stiefelwichse rc. gebrauchtwird und daher einen bedeutenden Handelsartikelbildet. Der am häufigsten vorkommende oder un-gedeckte Sirup bleibt beim Versieben zurück oderstießt zuerst aus den Zuckerformen ab, ehe sie gedecktwerden; er ist weniger gut als der nach dem Deckenausfließende, welcher gedeckter oder Decksirupgenannt wird, heller von Farbe, reiner und zucker-haltiger ist und deshalb auch häufig wieder mit ver-sotten wird. Man unterscheidet den vom ersten undden vom zweiten Deck, von denen der letztere derbeste und gehaltreichste ist, da er größtenteils ausgeschmolzenem Zucker besteht. Der indische Zuckergibt einen besseren und wohlschmeckenderen Sirupals der Runkelrübenzucker, daher man den letzteren,der jetzt häufig in den Handel kommt, zuweilen mitjenem vermischt. In Deutschland ist, besondersfrüher, immer der Hamburger Sirup von indischemZucker am beliebtesten gewesen, weil er am wohl-schmeckendsten, dicksten und haltbarsten ist; doch ister jetzt allerdings durch den wohlfeileren Runkel-rübensirup großenteils verdrängt worden. Eineandere Art des Sirups ist derjenige, welcher bei' Bereitung des Rohzuckers in Westindien, Amerika rc.zurückbleibt und der unter dem Namen Melassein den Handel kommt. Er ist hellbraun oder gelblich,dickflüssig, sehr süß und der Geschmack zuweilen etwasscharf oder weinartig. In den Colonien benutztman ihn besonders zur Verfertigung des Rums.Ganz weißer Sirup wird bei der Bereitung desweißen Candiszuckers gewonnen. — Guter Sirupmuß möglichst dick eingesotten sein, eine, obgleichdunkle, doch klare Farbe und einen reinen zucker-süßen Geschmack haben. Mau muß ihn an einemkühlen Orte aufbewahren, damit er nicht in Gäh-rung kommt, was. besonders mit dem dünnen in derWärme leicht geschieht. — Künstliche zu-sammengesetzte Sirupe sind Pflanzensäfte, diemit Zucker bis zur Sirupsdicke eingekocht sind unddie in der Hauswirthschaft und Conditorei, einigeauch in der Pharmazie gebraucht werden. Zu denletzteren gehört der Altheesirup, Kirnpns Al-thaeae, der Frauenhaar- oder Capillarsi-rup, 8. capillaris, Yeneris, der Chinasirup,8. Corticis peruviana, der Himbeersirup,Rubi Idaei, der Veilchensirup, 8. Violarum u.a.Ueber Möhrensirup, f. Möhrensaft; Stär-kesirup und Kartoffelsirup s. Stärke-Zucker.

Sisal, s. Agave.

Skaeppen, Scheffel, ein Getreidemaß inDänemark.

Skagliola ist ein Gemenge von feinem Gipsund gepulvertem Marien- oder Frauenglas, welchesvermittelst Leim verbunden wird. Es werden daraus

verschiedene Ornamente im Baufach, Mosaiken,Kamineinfassungen u. dgl. mehr dargestellt.

Skalpund, Schal Pfund, ein Gewicht inSchweden.

Skieppe, 1) ein Salzmaß in Spanien, 2) eindänisches Steinkohlenmaß.

Skrophelkraut, s. Baumwurzel.

Skrupel, ein Apothekergewicht (s. d.) inDeutschland und in mehreren anderen Ländern.

Skunkfelle, s. Stinkthierfelle.j

Slavonien, s. Oesterreich (Kroatien).

Slinks heißen in England die mit den Haarengargemachten Felle von ungeborenen Lämmern.

Slitage oder Verschleißen nennt man die all-mälige Abnutzung eines Schiffes und der Schiffs-geräthschasten während einer Reise, welche derAssekurateur nicht zu ersetzen hat.

Sliwowiher, s. Pflaumenbranntwein.

Sloop, em kleines, breites, einmastiges Fahr-zeug. In England versteht man unter Sloop einKriegsschiff mit weniger als 24 Kanonen, in denNiederlanden die Schaluppe.

Smalte, s. Schmalte.

Smaragd ist ein Edelstein von besonders schöner,lebhaft grüner Farbe mit einem Stich ins Bläulicheoder Grasgrüne, der jedoch auch zuweilen dunkel,grasgrün, bell- und bleichgrün und selbst weißvon Farbe ist. Er ist härter als Bergkrystall, wirdaber vom Saphir, Rubin, Topas und Spinell ge-ritzt und hat einen lebhaften Glasglanz. Manfindet ihn nur selten rein von Farbe, denn sehrhäufig ist diese ungleich, hat wolkige oder trübeStellen und andere Fehler. Man unterscheidetorientalische und occidentalische Smar-gde,doch sind die ersten sehr selten und man bezeichnetüberhaupt mit diesem Namen mehrere andere Edel-steine, namentlich eine Art des Korund. Der occi-dentalische findet sich ganz besonders in den reichenSmaragdgruben von Muzo iu der Republik Neu-granada, ferner in Peru, Brasilien, im Ural beiKatharinenburg, in Aegypten, wo die Gruben erstin der neueren Zeit wieder aufgefunden worden sind,und von geringerem Werthe auch im Salzburgischeu,in Böhmen, Sachsen, Ungarn rc. Oft wird Fluß-spath, grüner Turmalin, Malachit und Apatit fürSmaragd verkauft, den man auch durch Glasflüssetäuschend nachzuahmen weiß; doch übertrifft er allediese Nachahmungen an Härte und die genanntenSteine auch an Glanz, und außerdem zeichnet sichein ächter Smaragd dadurch aus, daß er im Feuer-blau wird und so lange er heiß ist, im Dunklenleuchtet, nach dem Erkalten aber seine vorige Farbewieder annimmt. — Unter PrismatischemSmaragd oder Euklas versteht man eine Gat-tung von berg - oder pistaziengrüner Farbe, zuweilenbis ins Weiße oder Himmelblaue übergehend, dersich besonders in Peru und Brasilien findet.

Smaragdit oder Eklogit, s. Diallag.

Smaragdmutter, s. Prasem.

Smilacin oder Pariglin nennt man den be-sonders dargestellten wirksamen Bestandtheil derSassaparillewurzel, welcher zuweilen in der Medizingebraucht wird. Es ist ein weißes, lockeres Pulvervon ekelhaft bitterem, scharfem Geschmack, das sichleicht in heißem Weingeist, aber nur wenig in Wasserauflöst.

Smirgel, s. Schmirgel.

Smyrna, türk. Jsmir, wichtige See- undHandelsstadt des türkischen Ejalets Natolien in