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Soda
nannt, kommt ebenfalls in den Handel. Diesenatürlich vorkommende Soda ist nicht rein, sondernenthält noch verschiedene andere Salze, wie Koch-salz, Glaubersalz, schwesel- und kohlensauren Kalk.Außerdem findet sich die Soda auch in mehrerenMineralquellen und besonders in verschiedenen, amMeeresstrande wachsenden Salzpflanzen, aus derenAsche sie ausgeschieden wird. Dergleichen Pflanzensind: Salsola satiya, Kali, Natron lUib Tragus,Salicornia herbacea Uttb maritima, Triplex mari-'tima, Statice Limonium u. a.; besonders verwendetlnan dazu 8al8ola sativa und 8. Kali, welche an denKüsten des mittelländischen, des atlantischen, deskaspischen Meeres rc. wachsen und in^ mehrerenGegenden, namentlich in Spanien, Sr'cilien unddem südlichen Frankreich auch deshalb angebautsverden. Man verbrennt die getrockneten Pflanzenin einer Grube auf einem eisernen Gitter, durchwelches die Asche fällt und zu einer festen Masse zu-sammenschmilzt, die nach dem Erkalten in Stückezerschlagen und in Fässer verpackt wird. Diese roheSoda ist bläulich von Farbe mit kleinen, weißenFlecken, sehr hart, trocken, schwer, .klingend und in-wendig löcherig. Die beste ist die von Alicante,welche Bari lla oder B ariglia genannt wird undbis 40 % kohlensaures Natron enthält; außerdemkommt dergleichen auch noch von Malaga und Car-thagena in Spanien, aus Sicilien, dem südlichenFrankreich rc. Eine französische Sorte, welcheBlanquette genannt wird, enthält'nur 5—8Natron; noch geringhaltiger aber ist die sogenannteK e l p - oder V a r e c s o d a, die besonders in Irlandauf den Orkueys und mehreren anderen englischenInseln, bei Cherbourg in Frankreich aus der Ascheverschiedener Tangarten bereitet wird und nur 1—2 % Soda, dagegen viel Jod enthält, zu dessen Ge-winnung sie hauptsächlich benutzt wird. Aus der er-wähnten rohen Soda kann zwar durch Auslaugenund Krystallistren ebenfalls gereinigte Soda bereitetwerden, aber das Quantum derselben würde fürden Bedarf fremder Länder bei weitem nicht aus-pichen, und sie wird daher meist an Ort und Stellevon den Seifensiedereien, Färbereien rc. verbraucht,da man jetzt überall künstliche Soda aus Glauber-salz im Großen bereitet. Es werden nämlich 100Eheste wasserfreies Glaubersalz mit eben so vielKreide und 55 Theilen Holz - oder Steinkohlenstaubw einem Kalcinirofen so lange geglühlt, bis keineSchwefeldämpfe mehr aufsteigen, worauf man denllüssig gewordenen Teig aus dem Ofen nimmt understarren läßt. Diese rohe Soda ist eine graue, festeMasse, welche ohngefähr 33 % kohlensaures NatronWub außerdem Schwefelcalcium, Schweselnatrium,Glaubersalz, Kalk und Kohle enthält. Man laugt sieaus, dampft die Lauge ab und läßt sie krystallisiren,Wodurch mau die am shäufigsten angewendete kry-nallisirte Soda erhält, ein weißes, durchsichtiges,au^ festen krystallinischen, an der Luft verwitterndenStücken bestehendes Salz, das einen laugenhaften,fswas kühlenden Geschmack besitzt und im reinenZustande aus 22 Theilen Natron, 16 Theilen Koh-lensäure und 62 Theilen Wasser besteht; gewöhnlichenthält sie auch schwefelsaures und ätzendesPatron, Chlornatrium, Schwefelnatrium und einegrößere Menge Wasser als die angegebene. Sie wirder der Seifensiederei, Färberei, Glas - und Emaille-^vrikation und auch als Gährungsmittel bei derBranntweinbrennerei gebraucht und in Frankreich,Ugland und Deutschland von mehreren chemischen
Fabriken und Salinen verfertigt. Wenn man siegröblich zerrieben an einem mäßig warmen Orte derLuft aussetzt, so zerfällt sie zu einem trocknen Pul-ver , welches gut verschlossen an einem trocknen Orteaufbewahrt werden muß. Zum medizinischen Ge-brauch wird die krystallisirte Soda noch weiter ge-reinigt, indem man sie in destillirtem Wasser auflöst,abdampft, dann noch heiß siltrirt und krystallisirenläßt; sie wird dann gereinrgtes kohlensauresNatron, Natron oarbonienm depuratum, genannt.Um die Transportkosten rc. für die in der krystalli-sirten Soda enthaltene bedeutende Quantität Wasserzu ersparen, wird dasselbe auch oft daraus entfernt,indem man sie in Kalcinirösen ausglüht, wodurchnian die k a l c i n i r t e S o d a erhält. Je reiner undgehaltreicher diese ist, desto weißer ist sie von Farbe;geringhaltige ist schmuziggrau. Wenn man eine Auf-lösung von roher oder gereinigter Soda durch Kalksickern läßt, so wird dieser kohlensauer und diedurchgelaufene Lauge ätzend. Man concentrirt siedann noch durch Abdampfen und bringt sie unterdem Namen Aetznatronlauge, flüssigesAetznatron oder kaustische Sodalauge,Natrum causticum liquidum oder Liquor Natricaustici, in den Handel. Sie wird bei der Seifen-siederei und zum Bleichen und gereinigt in denOfficinen zur Bereitung der medizinischen Seife rc.,sowie in der Chemie gebraucht. Um sie bequemerund mit geringeren Kosten transportiren zu können,wird sie völlig bis zur Trockniß abgedampft unddann kaustische Soda genannt. Dies ist eineweiße, krystallinische Masse von höchst ätzendem Ge-schmack, die an der Luft Kohlensäure anzieht undfeucht wird; sie wird dann zwar wieder hart, hataber viel von ihrer ätzenden Eigenschaft verloren.Man packt sie daher in möglichst luftdichte, kleineFässer, deren Inhalt auf einmal verbraucht werdenkann. Sie wird in mehreren chemischen Fabrikenverfertigt und besonders von den Seifensiedereienverbraucht. — Der Werth und der Preis der sämmt-lichen Sodasorten wird nach ihrem Gehalt an reinemkohlensaurem Natron bestimmt, und dieser wird ver-mittelst des Alkalimeters ausgemittelt. Der jähr-liche Verbrauch der Soda hat in allen Ländern eineaußerordentliche Ausdehnung gewonnen und istnoch immer im Steigen begriffen. — EssigsaureSoda, salpetersaue Soda rc.s. unterNatr o n.Sodaseife, s. Seife.
Soekel, Sukel, ein Maß für Macis auf dermolukkischen Insel Banda.
Svf heißt eine Art feiner leichter Kamlott, theilschangirend oder mit einbroschirten Mustern, der inKleinasien verfertigt wird.
Sohlenholz, s. Korkholz.
So^a, s. Soya.
8 016 vegetale, s. Agave.
Sol, s- S o u.
Soka, s. Wechsel.
Svlanin ist das in mehreren Arten Solanumenthaltene giftige Alkaloid, das besonders aus denBeeren des schwarzen Nachtschattens und aus denKeimen der im Keller ausgewachsenen Kartoffeln ge-wonnen wird. Es ist ein weißes, perlmutterglän-zendeö, geruchloses, sehr giftiges Pulver von ekelhaftbitterlichem und anhaltend scharf kratzendem Ge-schmack. das sich in Wasser nur wenig, leichter inWeingeist auflöst. Man verbraucht es bis jetzt nurin der Medizin. Aus ihm wird das Sola nidingewonnen, welches feine, perlmutterglänzende Na-