Band 
Zweiter Band.
Seite
570
JPEG-Download
 

Solaröl

570

Sonnenthau

dein bildet, die mit concentrirter Salpetersäure, wiemit Schwefelsäure sich roth färben.

Solaröl, aus denselben Stoffen wie Photogenerhalten, ist das bei der Destillation gewonnene,schwerere Oel, welches gleichfalls verschiedenes spec.Gewicht zwischen 0,g3 — (W hat. Das höhere von0,8g Gewicht ist nicht mehr gut. Es hat eine wein-gelbe Farbe, die bei unreinem Oele noch mehr dun-kelt. Man<brennt es in Argandischen Lampen undauch dieses Oel darf den Docht nicht verkohlen.Gleiche Quantitäten von Photogen und Solarölgeben ein noch helleres Licht. Bei der Destillationgewinnt man mehr Solaröl als Photogen, es kanndaher auch billiger geliefert werden. Es brennt auchohne Docht wie der Spiritus, muß daher wegenseiner Feuergefährlichkeit sehr vorsichtig behandeltwerden. Ein Pfund hat dieselbe Leuchtkraft wieca. I 1/2 Pfund gewöhnliches Brennöl.

Soldo, Rechnungsmünze in Venetien und frühereScheidemünze in Italien.

Solfarino, eine Farbennüance des Anilin,welches ein schönes, glänzendes Rubinroth zeigt.

Solid heißt in der kaufmännischen Sprache sicher,zuverlässig, rechtschaffen, fest begründet rc. Ein so-lider Kaufmann ist daher ein solcher, der nichtallein zahlungsfähig ist, sondern dessen Grundsätze,Handlungsweise und Geschäftsumsicht ihn auch em-pfehlen; ein solides Geschäft heißt dasjenige,das eine sichere Basis hat und nicht anf unsichere«Spekulation, Schwindel rc. gegründet ist; solidesPapier heißen Wechsel u. a. Papiere, die vollesVertrauen verdienen.

Solidarisch oder in solid um nennt man eineVerpflichtung, welche mehrere Personen dergestaltübernommen haben, daß dabei Einer für Alle undAlle für Einen haften, und daß also, wenn die Ver-pflichtung in einer Geldschuld besteht, was am häu-figsten der Fall ist, der Gläubiger von jedem Ein-zelnen die Bezahlung der ganzen Summe verlangenkann. Die sämmtlichen Verpflichteten unterzeichnenvann das Schulddokument und verpflichten sich indemselben „solidarisch" oder „in solidum“, oder„Alle (Beide) für Einen und Einer für Alle (Beide)"zur Bezahlung der Schuld. Auch gibt es ein so-lidarisches Recht, wenn von mehreren Gläu-bigern jeder einzelne das Ganze verlangen kann.

Solingen, Stadt im preuß. Regierungs-BezirkDüsseldorf, mit nahezu 12,000 Einw.. hat einenalten Ruf als Sitz der Klingen-Fabrikation, inwelcher es auch jetzt noch unerreicht dasteht. Eswerden indeß auch große Quantitäten Messer allerArt, Scheeren und andere Stahlwaaren daselbst an-gefertigt und nach allen Theilen der Erde verschickt.Tausende von Arbeitern, meist außerhalb der Stadtaus zerstreut liegenden Gehöften wohnend, sind mitHerstellung jener Gegenstände beschäftigt, und kanndie Zahl der jährlich zum Versandt kommendenMesser und Scheeren nach Hunderttausenden vonDutzenden veranschlagt werden. In neuerer Zeithaben sich auch andere Industriezweige da einge-bürgert, und da die dortigen Fabrikanten imniermehr mit Erfolg gegen ausländische Concurrenzauftreten, die Stadt auch binnen kurzem durch eineEisenbahn-Verbindung dem großen Verkehr nähergebracht wird, so wird sie an Bedeutung voraus-sichtlich immer mehr gewinnen.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Preußen.

Solitair nennt man einen einzeln gefaßten Dia-manten, der 1 Karat und darüber wiegt.

Soll, S 0 l l e n, s. B u ch h a lt u n g.

Solnhofer Stein, s. Lithographirstein.

Solvtnik, Gewicht in Rußland.

Solvent, solvabel, heißt zahlungsfähig; daherSolvenz, Solvabilität, Zahlungsfähigkeit,und das Gegentheil davon ist insolvent, Jnsol-venz.

Soma, ein italienisches Hohlmaß für trockeneund flüssige Waaren.

Sommeracher, ein guter weißer Frankenwein,der bei dem Dorfe Sommerach am Main im baier-schen Kreise Unterfranken erbaut wird.

Sommermanchester nannte man einen dichten,geköperten, meist streifig gewebten und einfarbigen,zuweilen jedoch auch bunt gemusterten Baumwollen-zeug, der früher sehr stark zu Beinkleidern, Sommer-röcken rc. getragen wurde.

Sommervillit, s. Jdokras.

Sommerwolle heißt die im Herbst zum zweiten-male abgeschorene Wolle.

Son de Tonco, s. Tonkabohnen.

Sonnenberger Waaren sind eine große Mengeverschiedener Artikel theils zum Spielen für Kinder,theils zum häuslichen Gebrauch, von Holz, Teig,Knochen, Papiermache, Leder, Blech, Glas, Por-zellan, Steingut, Schiefer rc., die in der meinin-gischen Stadt Sonnenberg, in Neustadt bei Coburgund in den umliegenden Dörfern verfertigt und inder ganzen Welt versendet werden. Es sind nament-lich Spiegel, geblasene Glasperlen und Figuren,Medizingläser, Schiefertafeln und Schieferstiste,Reib-, Wetz- und Polirsteine, lackirte Blech- undPapiermachcwaaren, Puppen, Puppenköpfe undLarven, Damenbreter, Dominospiele, Schusser, ver-schiedene Geräthschaften von Holz, Porzellan, Stein-gut rc. und allerhand Kinderspielzeug von geringerund besserer Qualität.

Sonnenblume, Ilelianthus annuus, einebekannte, in ganz Deutschland häufig in Gärten undauf Feldern angebaute einjährige Pflanze mit großengelben Strahlenblumen, die auf dem großen Blu-menboden eine Menge (bis 2000) wohlschmeckenderSamenkörner zurücklassen. Diese geben 15—16*70hellgelbes, langsam trocknendes Oel von angenehmemGeruch und mildem Geschmack, das sowohl zumSpeisen als zum Brennen benutzt werden kann.In mehreren Gegenden Ungarns, der Lombardei rc-wird die Pflanze deswegen angebaut und dies würdevielleicht häufiger geschehen, wenn das Enthülsender Körner nicht Schwierigkeiteiten hätte. Die Oel-kuchen geben ein gutes Viehfntter und die holzigenStengel ein gutes Brennmaterial und vortrefflicheAsche.

Sonnenhrrfe, s. Meer Hirse.

Sonnenschirme, s. R e g e n s ch i r m e.

Sonnenftein, s. Feldspath und Saphir-

Sonnenthau, Drosera rotundifolistj ^noch einige andere Arten dieser Gattung, sind klernzierliche Pflänzchen, die aus Torfmooren unSümpfen wachsen und deren Blätter unter demNamen Herba Rorellae (nicht Vorellae, wre ;manchen Preiscouranten steht), noch zuweilenden Apotheken geführt werden. Die runden Blatstehen anf ziemlich langen Stielen kreisförmig s 'lammen, sind unterhalb glatt, oben aber undRande röthlich gefärbt und schwitzen einen UebrigSaft aus. Sie find geruchlos und haben frisch er