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Zweiter Band.
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und Industrie, sind noch besonders zu bemerken:Malaga (s. d.). — Almeria, an einem gleich-namigen, großen Meerbusen, 23,000 Einw., mitBleischmelzen, Cochenillezucht, viel Gewerbfleiß undwichtigem Handel. Im Jahre 1862 sind 1141 be-ladene Schiffe ausgelaufen und es betrug der Ex-port 55 Mill. Realen, Import 36Vi Mill. Realen.

— Antequera, 27,000 'Einw., große Flanell-fabriken und Papiermühlen, viele Seidenwebereienund Seifenfabriken. — Ronda,Motrilrc.

Murcia, zwischen Valencia, .Castilien, Anda-lusien , Granada und dem mittelländischen Meere,370 sZ Meilen mit 500,000 Einw. Es ist fast durch-aus gebirgig, aber eine der schönsten und reichstenProvinzen Spaniens; das Klima ist heiß und trocken,aber angenehm und meist gesund; doch herrschen zu-weilen kalte Fieber und auch Erdbeben sind nichtselten. Der Hauptfluß, die Segura, welche einaußerordentlich reizendes Thal bildet, nimmt denMundo, die Sangonera und einige andereFlüsse auf; in mehreren Gegenden fehlt es jedoch anBewässerung. Der Landbau ist noch ziemlich ver-nachlässigt und die Gebirgsgegenden sind zum Theilnoch ganz unkultivirt; demohngeachtet erzeugt dieProvinz Ueberfluß an Getreide, Gartenfrüchten,Obst, Südfrüchten, Wein und Oel, ferner Kapern,Safran, Soda, Korkholz, Seide, Spartogras undSeesalz, und die großen Waldungen liefern gutesSchiffbauholz. Die Einwohner beschäftigen sich be-sonders mit Viehzucht, Seidenbau, der sehr einträg-lich ist, Bienenzucht, Wein - und Oelbau, Seiden-weberei rc.; Bergbau gibt es fast gar nicht, obgleichdie Gebirge viel Metalle enthalten. Die Fabrik-industrie rst gering, nicht unbedeutend aber ist derHandel mit Seide, Seidenwaaren, Wein, Getreide,Oel, Wachs und anderen Produkten. — Die Haupt-stadt Murcia an der Segura in reizender Um-gebung, im maurischen Geschmack erbaut, mit denVorstädten 110,000 Einw., treibt Seidenbau undwichtige Seidenweberei, Spartoflechterei, Gerbereiund verfertigt Pulver, auch wird von hier der bestespanische Salpeter verführt. — Außerdem sind zuerwähnen: Lorca an der Sangonera, 20,000 Einw.,mit großen Salpeter- und Pulverfabriken, zahl-reichen Oel- und Mehlmühlen, Tuchwebereien,Bleischmelzhütten rc. — Villena. 9000 Einw.,und Albaceite, sind wegen ihrer Messen berühmt.

— Carthagena, 22,000 Einw., der einzige spa-nische Kriegshafen am mittelländischen Meere, mitArsenal, Schiffswerften und anderen zum Seewesengehörigen Anstalten und bedeutendem Handel. DieAusfuhr besteht in Spartogras, Spartoheede undSpartogespinnst, Seide, Wein, Südfrüchten, Kupferund Eisenerz. — Chinchilla, 10,000 Einw- u. a.

Aragonien, im Nordosten Spaniens, 700HjMeilen, 850,000 Einw.; gebirgiges Hochland,von den Pyrenäen, welche hier ihre höchsten Gipseihaben, und der castilischen Hochebene eingeschlossen.Zwischen beiden liegt das Thal des Ebro, in densich mehrere Nebenflüsse ergießen, namentlich vonden Pyrenäen her der Gallego und.Segre, vomSüden der Talon, Tiloca, Guadalope und Aguas.Außerdem ist hier der große Kaiserkanal von Tudelalängs des Ebro bis Saragossa. Das Klima ist ge-mäßigt, in den Gebirgen ziemlich rauh, so daß aufden hohen Bergen im Winter der Schnee liegenbleibt. Daö Land erzeugt Getreide, Flachs, Hanf,im Süden Oel, Wein und Mandeln, Holz, Schafe,Schweine, Wildpret, Eisen, Blei, Kupfer, Queck-

silber, Kobalt, Marmor, verschiedene Halbedelsteine,Steinsalz, Salpeter, Alaun, Steinkohlen; dochwerden die Erzeugnisse des Mineralreichs nicht ge-hörig benutzt. Die Industrie ist unbedeutend undbeschränkt sich auf die Verfertigung von Tüchern,Seidenwaaren, Spitzen, auf die Ausbeutung derBergwerke und eine große Pulverfabrik in VillaFeliche. — Die Hauptstadt ist Saragossa (s. d.),außerdem sind zu bemerken: Huesca oder J ues ca,8000 Einw., Universität.— Teruel am Guada-laviar, 10,000 Einw. — Calatayud am Talon,9000 Einw., welche viel Hanf bauen.

Catalonien, die nordöstlichste Provinz, vonden Pyrenäen, dem mittelländischen Meere, Valenciaund Arragonien umgeben, ist im Norden gebirgig,im Süden aber größentheils Flachland. Der Ebroergießt sich hier durch große Dünen ins Meer, nach-dem er mehrere, von den Pyrenäen kommende an-sehnliche Flüsse ausgenommen hat. Das Klima istnoch ziemlich mild, aber Südfrüchte und Oel ge-deihen nur in den Küstenstrichen. Hauptproduktesind Getreide, Reis, Flachs, Hanf, Anis, Süßholz,Obst, Kastanien, Holz, Kork rc.; es wird starke Vieh-zucht, Seidenbau und Fischerei, weniger Bergbaugetrieben, doch wird viel Steinsalz gewonnen. DieIndustrie ist unter allen spanischen Provinzen ambedeutendsten; der Mittelpunkt derselben ist Bar-celona (f. d.), welches deshalb das spanischeManchester genannt wird. — Außerdem sind zu er-wähnen: Tarragona, 18,000 Einw., mit mehrreren Fabriken und Handel, aber unsicherer Rhede.Im Jahre 1863 kamen im hiesigen Hafen überhaupt2753 Schiffe mit einem Tonnengehalt von 144,953Tonnen an. — Reus (s. d.). — Tortosa, Festungam Ebro und an einem nach dem Hafen A l s a q u e sführenden Kanale, 25,000 Einw., mit Handel,Steingut- und Seifenfabriken. — L arid a am Se-gra, 20,000 Einw. — Matarv,mit 16,000 Einw-,einem Hafen, 10 Baumwollspinuereien, 21 Segel-tuchfabriken, 20 Nudel fabriken, Seifen- und Talg-fabrikation.— Olot, 16,000 Einw., Verfertigungvon Segeltuch, Seiden- und Baumwollenwaaren.

— Manresa am Llobregat, 15,000 Einw., mitbedeutender Industrie, namentlich Seidenfabrikeu-

— Tarrassa und Jgualada, 14,000 Einw,mit bedeutenden Tuchfabriken. — G ero n a am Ter,14,000 Einw., Papierfabriken und Hauptfitz derKorkstöpselfabrikation. — Cardona, 3000 Einw.,liegt auf einem großen, merkwürdigen Steinsalzlager,das einen 500 Fuß hohen Berg bildet, auf welchemdas Schloß liegt.

Valencia, zwischen Murcia, Neucastilien, Ara-gonien, Catalonien und dem mittelländischen Meere,362 lUMeilen mit 957,000 Einw., ist fast überall,besonders im Süden, gebirgig, hat aber an der nörd-lichen Hälfte ziemlich flache Küsten mit Lagunen,größtentheils sehr fruchtbaren Boden und mildes,reizendes Klima. Die bedeutendsten Flüsse sind derMijares, Palencia, Guadalaviar oderTuria, Jucar, Tarafa und Segura; auwgibt es überall viele Bewässerungskanäle.wichtigsten Produkte sind Wein, vortreffliche Süd-früchte, Oel, Getreide, Reis, Gemüse, Hanf, Flaw",Soda, Esparto, Safran, Süßholz rc., HausthA tbesonders Ziegen, Schweine, Maulthiere undflügel, Kaninchen, Wasservögel, Fische, Bienen, © 'denwürmer, Kermes, mehrere Metalle, die wo wnoch nicht gehörig ausgebeutet werden, Stelnkoyte,Stein- und Quellsalz, Alabaster, Marmor, Gips