Spanien
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Hauptbeschäftigung der Bewohner ist der Landbau ;Viehzucht und Bergbau wird weniger getrieben. DieIndustrie liefert seidene, wollene, baumwollene undleinene Waaren, Papier, Seife, Espartogeflechte,irdene Gefäße rc.; der Handel ist lebhaft. — Diewichtigsten Städte sind: Valencia (s. d.). — Ali-cctnte (s. d.). — Benicarlo, Hafenstadt mit7000 Einw., treibt starken Weinbau und Fischerei;Ausfuhr: Wein, Branntwein, Oel und Mandeln.—Ontiniente, 24,000 Einw., baut vorzüglichesDbstund Feigen. — Alkoy, 22,000 Einw., Mittel-punkt der sehr bedeutenden Valencianischen Papier-sabrikation und Industrie überhaupt. Hier wirdausschließlich das ächte Cigarrenpapier fabrizirt. —Orichuela am Segura, 27,000 Einw. — Elche,10,000 Einw., Handel mit Datteln u. Palmzweigen.— Gandia, in einer reizenden Gegend, 6000Einw., bedeutende Seidenwebereien. — Castel-lon de la Plana am Meere, 15,000 Einw., hatlebhaften Handel und baut ausgezeichneten Hanf.
Balearische Inseln (s. d.) oder Balearen.
Navarra (eigentlich Obernavarra; Niederna-varra gehört zu Frankreich), an der nördlichen Grenzedes Landes, mit 300,000 Einw. Es ist durchausgebirgig, besonders im nördlichen Theile von denPyrenäen, wo auch das Klima ziemlich rauh ist; inden Thälern ist es jedoch warm; so daß hin undwieder Oel- und Orangenbäume gedeihen, und amEbro gibt es auch fruchtbare Ebenen, wo ziemlichdiel Getreide, besonders Weizen erbaut wird. ImAllgemeinen eignet sich das Land mehr zur Vieh-zucht, als zum Ackerbau. Der schiffbare Ebronimmt den Aragon mit dem Arga und die Ezraauf; auch beginnt bei Tudela der längs des Ebrosbis Saragoza gehende Kaiserkanal. Das Land er-zeugt vortrefflichen Wein, gutes Obst, Oel, Hanf,Flachs, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen, Bie-nen, viel Wild und auch Raubthiere, Seide rc.; dieGebirge liefern Silber, Kupfer, Eisen, Steinsalz,Marmor rc. Die Industrie ist nicht bedeutend; dieEinwohner beschäftigen sich hauptsächlich mit Vieh-zucht, Ackerbau und mit Gewinnung der übrigenProdukte. Ziemlich lebhaft ist der Handel und be-sonders die Durchfuhr auf den drei über die Pyre-näen führenden, obgleich ziemlich beschwerlichenStraßen. Die Hauptstadt Pampelnna oderPamplona, Festung a. d. Arga und am Fuße derPyrenäen, mit 23,000 Einw., Eisen- und Stahl-yämmer, Leinenmannfaktur, Kanonenkugelgießerei,Neglisenfabriken, Handel mit Getreide, Wein undSüßholz. Außerdem sind zu erwähnen: Tudelaam Ebro, 8000 Einw., Corella am Ebro, 4000Ginw., mit Wein-, Oel- und Hanfbau; Valturraoder Valdiera am Ebro, 1500 Einw., mit be-rühmtem Steinsalzbergwerk.
Die Baskischen Provinzen: Biscaya,Guipuscoa und Alava, liegen an der nörd-uchen Küste des Landes zwischen Pavarra und Alt-oastilien. Sie werden von der Fortsetzung derPyrenäen durchschnitten und haben wenig Ebenen.Ackerbau und Viehzucht sind nur in Alava bedeu-rend; Südfrüchte gedeihen nicht mehr, aber es gibtf'I Kastanien. Die Einwohner beschäftigen sich?5uptsächlich mit Bergbau auf Eisen, Kupfer und^alz, Waldarbeiten, Schifffahrl und Fischerei. —Städte: In Biscaja: Bilbao (s. d.). Or-^Ul a, 4000 Einw. — In Guispuscoa: Sän^.obastian. befestigte Hafenstadt mit 20,000^-"lw., die tziel Tauwerk, auch Bier, gegerbte Felle,
^-Fort'z Univ.»Lexikon. II.
Seife und Ruder bereiten, hat eine Buntpapier-fabrik und einen ziemlich lebhaften Handel, der meistTransit - und Speditionsverkehr ist. Die vonBayonne kommenden, nach Bilbao und Santandergehenden Dampfboote löschen hier meist die für dasInnere von Spanien bestimmten Ladungen. —In Alava: Vittoria, 7000 Einw., u. a.
Spanien besitzt folgende Colonien: InWestindien: Cuba, Portorico, die Passage-und die Schlangeninsel; in Ostindien: diePhilippinen; in Afrika: die Presidios- undGuineainseln, (zusammen 5845 lUMeilen,4% Mill. Einw.), wovon in besondern Artikelngesprochen worden ist.
Rechnung und Z a h l w e r t h. Man rechnet inganz Spanien gesetzlich nach Leules (Realen),einer in 100 Centimos eingetheilten Silbermünze.Im Verkehr theilt man den Real auch noch, wiefrüher, in 34 lllaravockis, wobei der Maravedi —3 Centimos gerechnet werden soll. — Im Groß-handel wird häufig nach Duros (Piastern) zu20 Realen gerechnet, im Kleinhandel auch nachPesetas zu 4 Realen. — Der Real ist aus900 Tausendtheilen ( 9 /io) feinem Silber geprägtund wiegt gesetzlich 26 Granos voriges castil. Ge-wicht. Demnach enthält er 1, 1682 Gramm fein Sil-ber, und da 428,00«, Realen = 1 deutsches Münz-pfund s. S. sind, so ist der Duro oder spanischeSilberpiaster von 20 Realen Werth:
1 Thlr. 12 Sgr. 2 / 3 Pfg. preuß. Courant im30 Thalerfuß;
2 Fl. 10 2 /7 Nkr. im 45 Guldenfuß;
2 Fl. 27,2 Kr. im 52^ Guldenfuß;
2 Mark 12 Schill. 4,3 Pfg. Banco in Hamburg;5 Fr. 25,7 Cent. franz., belgische, schweizer, unditalien. silberwährung;
2 Fl. 47 V* Cents in den Niederlanden.
Der Real ist —
2,103 Silbergroschen, Neugroschen» oder Groschenim 30 Thalerfuß;
10% Neukr. im 45 Guldenfuß;
7 s / 8 Kr. ipi 521/2 Guldenfuß;
2 Schill. I 3 /? Pfg. Bankw. in Hamburg;
26 2 /7 Cent. franz., belgische, schweizer, und ital.Silberwähruug;
12 3 / 8 Cents in den Niederlanden.
In der bis 1848 beobachteten Ausbringung desDuro (?oso duro) betrugen gesetzmäßig 20,Stück Piaster, erfahrungsmäßig aber im Durch-schnitt ca. 20,8 ein deutsches Münzpfund f. S., sodaß nach der letztern Annahme die alten Piasternahezu I Vs"/» besser sind, als die neuen.
Früher gab es noch folgende besondere Provinzialwäb-rungen: l) Die Arag 0 nesischc, nach Libras de Ara-gon oder Libras Jaquesas & 10 Reales k 2 Sueldvs ä 16Dineros k 2 Maravedis de Vellon. 2) Die katala-nische, nach Libras Catalunas oder de Ardites zu 62/3Reales de Plata Catalunas k ii/ 2 Reales de Ardites ä 2Sueldos Cat. k 12 Dineros Cat. k 2 MallaS, wobei derspan. Silberpiaster zu 371/2 Sueldos Cat. und der Realde Vcllon zu i?/« Sueldos gerechnet wird. 3) Die Ba-lencianische, nach Libras de Plata antigua zu 20Sueldos k 12 Dineros, oder nach Reales de Plata nuevoszu 21 Dineros, und der valencianische Dinero ist — 22/15Maravedis des Vellon. 4) Die Navarresische, nachReales flvjos zu 36 Maravedis oder 16 Ouartos; der Du-cado de Navarra hat 10 8 k und die Libra de Navarra12/3 Reales stojvs, dieser Real aber ist dem Real de Plataantigua zu 64 Maravedis de Vellon gleich. 5) Die Mal-lorkanischc, nach LibraS zu 10 Reales de Mallorcak 2 Sueldos k 12 Dineros, oder auch nach Courant- oderWechsclpiastern zu 8 Reales de Plata antigua k 34 Ma-ravedis de Pl. ant. k 115/17 Maravedis de Vcllon, und der
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