Speyer
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Spiegel
im Allgemeinen ausgegeben werden u. nicht wiedereinkommen, sondern durch den Gewinn am^ganzenGeschäft gedeckt werden müssen, Handlungsun-kosten nennt. Diese Unterscheidung ist vorzüglich beider doppelten Buchhaltung nöthig, weil bei dieser be-sondere Conten für Spesen. Handlungsunkosten und IHaushaltungsunkosten geführt werden (s. Buch-haltung). Die bei einer Spedition aufgelaufenenUnkosten mit Einschluß der Provision, welche derSpediteur auf das Gut nachnimmt, werden eben-falls Spesen genannt.
Speyer, s. Spei er.
Spezereien oder Spezereiwaaren sindeigentlich die Gewürze und gewürzhaften Pflanzen-stoffe, die hauptsächlich wegen ihres Geruchs benutztwerden, wie außer den eigentlichen Gewürzen dieBalsame, wohlriechenden Harze und dgl. Im süd-lichen Deutschland aber versteht man diejenigenArtikel darunter, die man in den übrigen LändernDrogueriewaaren oderDroguen nennt.
Spezialvollmacht, s. Vollmacht.
Speziesdukaten, frühere Goldmünze in Däne-mark.
Speziesthaler , Spezies, auch Conven-tionsspezies u. Conventionsthaler nenntmau in Deutschland die Silbermünzen, welche2 Gulden des ehemaligen 20 Guldenfußes geltenund die früher nicht nur in Oesterreich, sondern inden meisten deutschen Ländern geprägt worden sind.Auch in Schweden, Norwegen und Däne-mark gibt es Silbermünzen dieses Namens (s. dieArt. über diese Länder).
Spiauter, s. Zink.
Spickanard, s. Spikanard.
Spicke oder Lavendel, Lavandula Spica,eine im südlichen Europa wild wachsende, in Deutsch-land häufig in Gärten gezogene wohlriechende,strauchartige Pflanze, mit graugrünen, gleich brei-ten, ungestielten, am Rande umgebogenen Blätternund blauen, ähreuständigen Blüthen; eine Varietätderselben, die aber auch als besondere Art unter demNamen Lavandula vera aufgeführt wird, hat große,breite Blätter und violette Blüthen, welche quirl-ständig eine unterbrochene Aehre bilden. Von beidenArten, der angustifolia und latifolia, sind dieBlüthen ein Handelsartikel; die der schmalblät-terigen, die man besonders im südlichen Frankreichsammelt und von Montpellier, Cette, Grasse rc. inden Handel bringt, werden französische La-vendelblumen, Flores Lavandulae gallicae,die der breitblätterigen deutsche Lavendelblu-men, Fl. L. germanicae , genannt. Die letzteren,die auch hin und wieder in Deutschland, namentlichbei Rudolstadt, im Großen gebaut werden, unter-scheiden sich von den ersteren, wenn sie getrocknetsind, auch dadurch, daß sie im Ganzen ein mehrgraublaues Ansehen haben, weil der Kelch graufilzig,bei der französischen aber bläulich ist. Sie habeneinen starken, durchdringenden, angenehm aroma-tischen Geruch und einen heiß bitterlichen Geschmackund werden in der Medizin zu Umschlägen und Bä-dern, ferner zu Räucherpulver, zu verschiedenenParfümerien und zu Tabakssaucen gebraucht.Hauptsächlich 'gewinnt man durch Destillation dasätherische Lavendelöl, Oleum Lavandulae, Es-sence de Lavande, daraus, welches blaßgelb, dünn-flüssig, von angenehmem Geruch und scharfem,bitterlichem Geschmack ist. Es enthält mehr oderweniger Lavendelkampher, je nach dessen Gehalt das i
spec. Gewicht zwischen 0,M und 0,94 liegt. Mangewinnt es aus der Lavandula latifolia und es istfeiner und durchdringender als das Spicköl. Manbereitet es ebenfalls im südlichen Frankreich, sowieauch in Italien, wo es in manchen Gegenden von! den Hirten auf dem Felde destillirt und dann an dieParfümeriehändler verkauft wird. Man unter-scheidet davon 3 Arten: zu dem besten oder echtenwerden nur die Blüthen allein genommen; zu derzweiten Sorte nimmt man die Blüthen und dieBlätter, und zu der geringsten nur die Stengel undBlätter. Die beiden ersten Arten werden haupt-sächlich von den Parfümeriefabriken zur Verfer-tigung wohlriechender Wässer und Seifen rc. be-nutzt; die dritte, welche gewöhnlich Spicköl,Oleum Spicae, genannt wird, riecht mehr noch Ros-marin- und Terpentinöl, mit denem sie auch nichtselten verfälscht wird, und wird nur zu Firnissen,zum Auflösen von Harzen, zum Auftragen derSchmelzfarben rc. verwendet. Auch braucht manbeide Arten in der Medizin und als Thierarznei.Lavendelspiritus oder Lavendelgeist, franz.Eau de Lavande, ist eine Auflösung von Laven-delöl in Weingeist; auch»verfertigt man Lavendel-essig, indem man 1 Theil Lavendelblüthen mit6 Theilen Weinessig digeriren läßt rc.
Spickgänse, s. Gänsebrüste.
Spidernet oder Tricot de Lerlin nanntemau ein durchsichtiges gemustertes Gewebe, dasfrüher aus feinem weißem baumwollenem Garneauf dem gewöhnlichen Strumpfwirkerstuhle verfer-tigt wurde. Es kam anfangs zu hohen Preisen ausEngland, wurde aber später in Limbach in Sachsensehr wohlfeil nachgemacht, bis es durch den Bobbinetverdrängt wurde.
Spiegel nennt man überhaupt einen undurch-sichtigen Körper mit stark polirter Oberfläche, welchedie Lichtstrahlen so regelmäßig zurückwirft, daß eindeutliches Bild der Gegenstände sichtbar wird, derenStrahlen darauf fallen. Am besten eignen sich dieMetalle dazu n. diese werden daher auch ausschließ-lich dazu verwendet, indem man manche Spiegel,besonders die zu optischen und astronomischenZwecken bestimmten Metallspiegel, aus einerweißen, sehr politurfähigen Metallcomposition vonKupfer und Znin verfertigt (eine in China gebräuch-liche, vorzüglich geeignete Spiegelmetallcompositionbesteht aus 8 O 7.2 Theilen Kupfer, 9V 2 Theilen Bleiund 8 V 2 Theilen Antimon), während die gewöhn-lichen Glasspiegel aus'einer Glastafel bestehen,die auf der einen Seite mit einer ^anz dünnenglänzenden Metallplatte, welche den eigentlichenSpiegel bildet, belegt ist. Bon den letzteren, die inFolge ihrer allgemeinen Verbreitung in der ganzenWelt ein bedeutender Handelsartikel sind, sprechenwir hier allein. Die Verfertigung von Spiegelnvon belegtem Glase wurde im 14. Jahrh, von denVenetianern erfunden, die auch geraume Zeit allemdergleichen Spiegel, aber aus geblasenem Glase, vongeringer Größe und zu verhältnißmäßig hohenPreisen verfertigten. Erst im Jahre 1688 erfand derFranzose Thewart die Verfertigung der Spiegelaus gegossenem Glase, wodurch es möglich wurde,viel größere Glastaselu anzufertigen, als durch dasBlasen. Das letztere wird auch noch jetzt bei klei-neren und wohlfeilen Spiegeln angewendet, indemman die Glastaselu dazu ebenso herstellt, wie dasFensterglas, und sie zuletzt glatt schleift und polirl.j Größere Glastafeln (Spiegelglas) werden aber