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Zweiter Band.
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Spiegel

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Spießglanz

nur gegossen, wodurch man sie auch viel dicker her-stellen kann, als durch das Blasen, denn man machtdergleichen Tafeln bis über 150 Zoll hoch und 1 Zolldick, und benutzt sie nicht allein zu Spiegeln, sondernauch zu Fensterscheiben in Palästen und an elegan-ten Verkausslocalen, zu durchsichtigen Zifferblätternan Thurmuhren rc. Um sie in Spiegel zu ver-wandeln, werden sie aus einer Seite belegt, d. h.mit einem dünnen Ueberzuge von einem weißenglänzenden Metalle versehen, welches ein Geniischoder Amalgams von Zinn und Quecksilber ist. Eswird nämlich ein Blatt von ganz dünn gewalztemZinn (Stanniol), das auf einer ebenen Unterlageausgebreitet ist, mit Quecksilber übergössen, welchessich sogleich mit dem Zinn zu einem silberweißenAmalgams verbindet, das auch an der Glasplatte,welche darauf gelegt und beschwert wird, fest anhaftetund durch die Glätte des polirten Glases eine starkglänzende, spiegelnde Oberfläche erhält. In neuerenZeiten hat man jedoch den Spiegeln anstatt derQuecksilberunterlage eine von Silber gegeben. Sil-berspiegel wurden zuerst von Drahton 1843 herge-stellt. Das Verfahren sie mit Silber zu belegen istverschieden. Liebig hat dazu folgende Anweisunggegeben: 10 Gramm Höllenstein werden in 200Gramm Wasser gelöst und mit sehr wenig Amoniakversetzt, dann gießt man 450 Cubikcentimeterreine, kaustische Natronlauge von 1,oss spec. Gewichthinzu und verdünnt das Ganze bis auf 1450 Cubik-ventimeter mit Wasser. Zu dieser Lösung gießt mannoch so lange tropfenweise Höllensteinlösung hinzu,als noch ein Niederschlag erfolgt. Außerdem wirdnoch eine Lösung von 1 Theil Milchzucker in 10 Th.Wasser bis zu x /s Volumen hinzugethan. Die zubelegende Glasplatte wird sorgfältigst gereinigt, ambesten mit Collodium, dann mit Alkohol benetzt undwit der Unterseite in die Lösung gehängt, so daß siegleichmäßig davon berührt wird. Nach der Ver-silberung wird die Tafel mit warmem Wasser abge-spült und getrocknet. Die Versilberung haftet aufdem Glase sehr fest. Die Bilder, welche diese Sil-berspiegel resiectiren, sind viel schöner, von weitreinerem Teint, als die der Quecksilberspiegel; auchhaben sie noch die Vorzüge, daß sie billiger herge-stellt werden können. Besonders wichtig sind sie fürSpiegelteleskope geworden, da sie ein weit helleresbrcht haben, als die Uebrigen. Je größer die Glas-platten gegossen werden, desto schwerer ist es, sieganz fehlerfrei, ohne Flecken, Rißchen, Bläschen rc.herzustellen; die großen Spiegel sind deshalb ver-haltnißmäßig viel theurer als die kleinen, so daß]■ B. bei einem Spiegel von 5000 IHZoll Oberfläche?/r IHjZoll 10—12mal so viel kostet, als bei einemUemen von 100 HsZoll. — Die meisten, besonderslemen und wohlfeilen Spiegel werden in Fürthprrsertigt, wo diese Fabrikation einen der wichtigstenGeschäftszweige bildet. Die Gläser kommen meistaus den Glashütten im baierschen und böhmischen^>alde und werden in Fürth nur belegt und zumauch polirt. Man verfertigt daselbst einecenge Arten kleiner und größerer, verschiedentlichMstler Spiegel, welche in der ganzen Welt AbsatzSn' ' bersendet aber auch viel ungefaßte belegteob» ^lgläser in allen gangbaren Größen, mit undFacetten rc. Außerdem werden auch besonders1 “eine und wohlfeile gefaßte Spiegel in Nürn-oit 9 und Sonnenberg verfertigt u. an vielen Ortenvnn rudere Fabrikanten, welche Spiegelgläsern »ürth, Nürnberg rc. beziehen u. sie in Rahmen

von polirtem oder vergoldetem Holz faffen. Diegrößeren Spiegelgläser kommen jetzt meist aus Bel-gien, von wo auch die Nürnberger und FürtherFabriken viele beziehen und sie erst belegen; auchgehen von dort sehr viele nach Rußland, Amerika rc.Es gibt jedoch auch in Deutschland mehrere bedeu-tende Spiegelfabriken, z. B. in Viehhofen in Unter-österreich , welche die Gläser von der Fabrik in St.Vincent in Kärnthen bezieht; in Ameliet im han-növerschen Amte Nienover-Lauenförde; in Neustadtan der Dosse in der preußischen Provinz Branden-burg, an mehreren Orten in Böhmen rc.

Spiegelball, s. Potasche.

Spiere, s. Spicke.

Spielkarten, s. Karten.

Spielkugeln, s. Schusser.

Spielmarken, s. Marken und Rechen-pfennige.

Spielwaaren sind eine große Menge der man-nichfaltigsten Artikel zum Spielen für Kinder, meistvon Holz, doch auch von Teig, Horn, Blech, Zinn,Leder rc., deren Verfertigung ganz besonders in meh-reren Gegenden Deutschlands in bedeutender Ausdeh-nung betrieben wird, so daß fast alle Theile der Weltmit diesen wohlfeilen und in großer Menge verbrauch-ten Gegenständen versehen werden. Ein Hauptplatzfür den Handel damit ist Nürnberg mit Fürth, dochwerden nur gewisse Dinge, wie Kinderspiele, Zinn-u. Blechfiguren, klingende und mechanische Waaren rc.in diesen Städten selbst verfertigt; das meiste beziehendie dortigen Händler, um vollständiges Sortimentzu haben, von Sonnenberg, Neustadt an der Haide,Grünhahnichen, Seiffen, Ober-Ammergau, Berch-tesgaden, Augsburg, Ulm und Umgegend, Geis-lingen, Gröden rc., welche Orte jedoch sämmtlichebenfalls directe Versendungen nach dem In- undAuslande machen. Wien ist für Oesterreich ein ähn-licher Platz wie Nürnberg für den Zollverein; diefeineren und zusammengesetzten Sorten, namentlichauch Blech- und Zinnwaaren, werden dort gefertigt,die geringeren aus Tyrol und dem nördlichenBöhmen eingeführt, wo an der sächsischen Grenzeeben solche Waaren, wie in Seiffen, Grünhay-nichen rc., aber in geschlossenen Etablissements, ver-fertigt werden. In Grünhahnichen, Nürnberg,Berlin rc. werden jetzt auch viel Figuren von ge-preßter und gemalter Steinmehlmässe verfertigt;Holzschnitzwaaren besonders in Ober-Ammergauund Gröden; Blech- und Zinnspielwaaren in Nürn-berg, Fürth, Eibenstock, Leipzig, Berlin, Dresden,Würzen, Zerbst, Kassel (von den Sträflingen);Puppeuköpse und Papiermachefiguren in Rodach beiCoburg; fristete, ein bedeutender Artikel, in Wienund Leipzig rc. — S. übrigens Berchtesga-dener, Geislinger, Grödener, Nürnber-ger, Seifener, Sonnenberger Waaren,Bei n waare, Holzwaaren,Puppen,Zinn-f i g u r e n rc.

Spieren nennt man im Holzhandel gerade ge-wachsene runde Nadelholzstämme von 3—8 ZollDurchmesser und 30—40 Fuß Länge.

Spießglanz, 'Spießglas oder Antimon,Antimonium, Stibium, ist ein hartes und sehrsprödes Metall von zinnweißer oder silberweißer,etwas ins Blaue fallender Farbe, sehr blätterigemBruche und 6,7»—6,«« spec. Gew., das sich nicht aus-dehnen, aber zu feinem Pulver zerstoßen und zer-reiben läßt. ES findet sich theils gediegen, krystalli-nisch, traubig, nierenförmig, gewöhnlich etwas Silber